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Oberflächentechnik spricht OPC UA

Messe in Stuttgart
Oberflächentechnik spricht OPC UA

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Mehr als 6000 Besucher waren 2018 zur Surface Technology Germany gekommen. Ein Viertel der Fachbesucher und der rund 300 Aussteller kam aus dem Ausland. Bild: Deutsche Messe
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Die Oberflächentechnik-Messe Surface Technology findet vom 27. bis 29. Oktober 2020 in Stuttgart statt und damit parallel zur Parts2clean. Ein großes Thema ist die Digitaliserung.

„Eine Verschiebung der Messe war aufgrund der Erlasslage in Baden-Württemberg zwingend. Wir sind aber froh, dass wir einen zeitnahen Termin gefunden haben, die dann im Herbst nach der aktuellen krisenbedingten Abschwächung von Stuttgart aus neue Geschäfte anschieben kann“, sagt Olaf Daebler, Global Director der Surface Technology Germany.

Im Oktober wird die Surface Technology in den Hallen 5 und 7, die parallel stattfindende Parts2clean in den Hallen 7 und 9 ausgerichtet. Während die Surface Technology das ganze Spektrum der Oberflächentechnik abbildet, zeigt die Parts2clean industrielle Teile- und Oberflächenreinigung für alle Anwenderbranchen. „Zwischen der Surface Technology und der Parts2clean gibt es gute Synergieeffekte“, so Daebler, der im Team der Deutschen Messe für beide Messen zuständig ist. „Ein Teil der Besucher wird mit großem Interesse beide Messen besuchen.“

Zum Zeitpunkt der Verschiebung hatten sich bereits mehr als 260 Aussteller für die Messe angemeldet – gut ein Viertel von ihnen aus dem Ausland. Mit einer Fläche von rund 8000 m2 ist sie dem Rekord von 8300 m2 bei der Vorveranstaltung 2018 dicht auf den Fersen.

Die Surface Technology deckt sämtliche Angebotsbereiche der Oberflächentechnik ab. Zu den am stärksten vertretenen Themen gehören Galvanotechnik, industrielle Plasma-Oberflächenbehandlung sowie Mikromaterialbearbeitung. Weiter gehören Strahltechnik, Thermisches Spritzen, Beschichtungsmaterialien, Oberflächenbehandlung, Umweltschutz und Versorgungstechnik, Dienstleistungen, Vorbehandlung, Reinigung sowie Mess-, Prüf- und Analysetechnik dazu. Ein Vorteil der Messe besteht in ihrem materialübergreifenden Ansatz: Sie zeigt Beschichtungsverfahren für Metall, Kunststoff, Holz, Glas und Keramik.

Ein wichtiger Teil der Surface Technology ist traditionell der Gemeinschaftsstand des Zentralverbands Oberflächentechnik (ZVO). Mit mehr als 65 Ausstellern macht die Gemeinschaftspräsentation gut ein Viertel der Messe aus. Schwerpunktthemen des ZVO werden in diesem Jahr unter anderem Chrom III, Industrie 4.0, Digitalisierung, Energieeffizienz und Materialeffizienz sein.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wird sowohl auf dem eigenen Informationsstand als auch im Forum über aktuelle Entwicklungen der Branche beraten. Hierbei stehen die Prüfung auf lackbenetzungsstörende Substanzen (Labs-Konformität) und OPC UA im Mittelpunkt. OPC UA ist ein offener Schnittstellenstandard, der die Mechanismen der Zusammenarbeit im industriellen Umfeld definiert. Er befähigt den Maschinen- und Anlagenbau, seine Produktion digital zu vernetzen. Maschinen und Anlagen können so per Plug & Work nach Bedarf umgestaltet werden – unabhängig vom Hersteller. Der VDMA erarbeitet zusammen mit seinen Mitgliedsunternehmen OPC UA Companion Specifications auch im Bereich Oberflächentechnik. Ziel ist es, dem Betreiber standardisierte Maschinen- und Prozessdaten bereitzustellen und den Integrationsaufwand dieser Maschinen in eine Produktion deutlich zu reduzieren.

Reinhard setzt bei seinen Anlagen
auf die Kommunikation mit OPC UA

„Ziel bei der Standardisierung ist, dass weniger Aufwand für die Kommunikation aufwendet wird, dafür mehr Zeit für die Auswahl der Informationen zur Verfügung steht. OPC UA verwendet nur ein einziges Protokoll. Dieses kann für alle Daten des Produktionsprozesses verwendet werden. Es ist unabhängig von der Plattform und vom Hersteller. Sicherheitsmechanismen sind bereits integriert. Man kann vom einzelnen Sensor bis zum ERP-System alle Komponenten kommunizieren lassen, die Basis ist ein Client-Server-Prinzip“, bestätigt Dr. Gerhard Bosch, Geschäftsführer von Reinhardt, Anbieter wärmetechnischer Lösungen mit Sitz in Villingen-Schwenningen. Wichtig sei, dass die Daten in das ERP-System passen.

So werden bei den Beschichtungsanlagen von Reinhardt beispielsweise nur eine IO-/NIO-Meldung und gewisse Ecktemperaturen und Behandlungszeiten an das ERP- System übertragen. Die eigentlichen Temperaturverläufe werden separat abgelegt. Innerhalb der Anlagen trennt Reinhardt zwischen zeitkritischen und unkritischen Funktionen, wobei für zeitkritische normalerweise die Zykluszeit von weniger als 10 ms ausreicht. Diese ergeben sich aus Schalt- und Reaktionszeiten für Sensoren und Schaltausgängen. „Zeitunkritische Funktionen hingegen können problemlos über lokale Ethernet-Verbindungen abgewickelt werden“, so Bosch. Die Steuerungen von Reinhardt bieten Möglichkeiten für die kontinuierliche Zustandsüberwachung und Datenspeicherung sowie für die kontinuierliche Fernüberwachung und Fernsteuerung der Maschinen.

Daneben stehen auf der Messe verschiedene Verfahren für die Oberflächenbearbeitung und -beschichtung im Fokus. So hat Heimerle + Meule, Pforzheim, mit dem Beschichtungsverfahren Physical Vapor Deposition (PVD) hat eine sehr gute Ergänzung zur Oberflächenbeschichtung in sein Portfolio aufgenommen. Die PVD-Technologie ermöglicht die Beschichtung von Werkstücken mit Edelmetalllegierungen fast jeder Zusammensetzung. Ein wesentlicher Vorteil ist hierbei, dass die Grundmaterialien der Werkstücke auch aus unedlen Metallen wie Aluminium, Titan oder Niob bestehen können, die galvanisch in der Regel nicht zu beschichten sind. Selbst nicht-leitende Grundmaterialien wie zum Beispiel Kunststoffe können mit PVD beschichtet werden. Eine hervorragende Haftfestigkeit sowie Schichtdicken ab 0,05 μm zeichnen dieses schonende Verfahren zudem aus. Heimerle + Meule kombiniert PVD-Beschichtungen mit einer anschließenden galvanischen Beschichtung.

Otec Präzisionsfinish, Straubenhardt, zeigt auf der Messe die Tellerfliehkraftanlage Serie CF: Sie kommt überall dort zum Einsatz, wo es um die schnelle Oberflächenbearbeitung von Feinschneide-, Dreh-, Fräs-, und Stanzteile sowie Schmuck geht. Mit ihr lassen sich Bauteile um den Faktor 20 effektiver bearbeiten als mit herkömmlichen Vibratoren. Der Nullspalt ermöglicht ein schnelles Gleitschleifen von sehr dünnen Werkstücken. Die Trockenbearbeitung erfolgt mit 0,05er Keramikspalt. Die Anlage bietet Stauraum für Compoundbehälter und Hebestation. Der Abwasserablauf wurde optimiert und die Maschine kann zu Transportzwecken einfach zerlegt und wieder zusammengebaut werden. Neu ist der Einsatz eines farbigen 7,5-Zoll-Touch Displays. Bis zu 1000 Programme können darüber erstellt und gespeichert werden. (sk)


Mit dem Preis „Die Oberfläche“ sollen neuartige Anwendungen im Bereich der Oberflächentechnik vorangetrieben und gewürdigt werden. Bild: Fraunhofer IPA

Bewerben für den Preis „Die Oberfläche“

Am 27. Oktober 2020 wird das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA auf der Surface Technology zum siebten Mal den Oberflächentechnik-Preis „Die Oberfläche“ vergeben. Er prämiert Anwendungen und Technologien aller Disziplinen der Oberflächentechnik. Aufgrund der Messeverschiebung läuft die Bewerbungsphase nun noch bis 14. August 2020. Im Fokus der Auszeichnung stehen sogenannte Enabler-Technologien, also Neuerungen, die die Einführung bestimmter Produkte oder Technologien ermöglichen. Weitere Krite- rien sind Innovationssprung, Nachhaltigkeit und industrielle Machbarkeit. Der Preis richtet sich an Einzelpersonen oder Organisationen. Zur Teilnahme am Wettbewerb sind alle aufgefordert, die die Oberflächentechnik-Branche innovativ und nachhaltig mitgestaltet haben, egal, ob in der Galvanotechnik, Lackiertechnik, im thermischen Spritzen,
in der chemischen oder physikalischen Gasphasenabscheidung.



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