Mechatronik-Vordenker Maximilian Brandl zu den Möglichkeiten durchgängigen Engineerings

„Ratiopotenziale maximal nutzen“

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Mit dem Engineering Center verfolgt Eplan den Ansatz, ein Baukastensystem für die mechatronische Auslegung zu etablieren. Die Vorteile: kürzere Entwicklungszeit, geringere Fehlerrate und sinkende Kosten. Wir fragten Maximilian Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung zu den Möglichkeiten.

Ein formuliertes Ziel Ihres Unternehmens ist „Effizientes Engineering“, was muss man sich darunter vorstellen?

Effizientes Engineering umfasst alle Themen, mit denen wir Engineering-, das heißt Konstruktionsprozesse als wichtigen Teil des gesamten Produktentstehungsprozesses effizienter machen können. Das geschieht auf Basis interdisziplinärer Lösungen, unserem Beratungs-Know-how und Implementierungsunterstützung. Mit diesen drei Säulen sichern wir die Datendurchgängigkeit und beschleunigen die Prozesse.
Das Eplan-Engineering Center (EEC) will die Brücke schlagen zwischen Elektrotechnik, Mechanik, Automatisierung und Dokumentation. Gibt es schon Kunden, die das in der Breite umsetzen und wie?
Üblicherweise starten unsere Kunden erst einmal mit einer Disziplin, meist mit der Elektrik oder mit der Steuerungssoftware. So werden Schritt für Schritt erste „Etappenziele“ erreicht und der Kunde kann gleichzeitig aktuelle Projekte termingerecht abwickeln. So hat die SMS Siemag im ersten Schritt ihr Hardware-Engineering per EEC automatisiert – rund 80 Prozent der Eplan-Dokumente und SPS-Zuweisungslisten werden automatisch generiert. Der zweite Schritt war die Datendurchgängigkeit von SAP nach EEC und somit eine Erhöhung der Engineering-Qualität. Hingegen steht in der Mechanik zunächst die Definition von Plattformen und modularen Baukastensystemen an.
Wie würden Sie Ihr USP hier beschreiben?
Das Eplan Engineering Center ist eine ausgereifte, generische Konfigurationsplattform, die seit Jahren in unterschiedlichen Branchen im Einsatz ist. Unsere Kunden erhalten ein Standardsystem, das sich für eine komplette Prozessunterstützung sehr leicht anpassen lässt. Andererseits bieten wir eine vollständig offene Plattform, die Steuerungen, CAD Systeme, etc. verschiedener Hersteller integriert und so eine maximale Investitionssicherheit für die Abbildung von Standards und Regelwissen bietet.
Wo liegt denn der Fokus, in der Mechanik oder in der Automatisierungstechnik?
Das hängt eigentlich immer vom Kunden ab. Mit dem Engineering Center können wir wahlweise mit der Konfiguration im Vertrieb von Maschinen oder der Planung von Anlagen beginnen. In der Auftragsbearbeitung unterstützen wir die Generierung von 3D-Modellen, Stücklisten, Arbeitsplänen, Stromlaufplänen, Steuerungssoftware oder Dokumentation aus den Konfigurationen, die in der vorgelagerten Phase vorgenommen wurden. Den Einstieg in das Thema Konfiguration legen wir gemeinsam mit dem Kunden fest. Er kann im Vertrieb starten, aber auch mit der Generierung von SPS-Software.
Existiert denn schon diese Durchgängigkeit, indem sich ein verändertes Bauteil in allen Ebenen aktualisiert?
Ja, definitiv. Wenn das Bauteil oder die Komponente richtig parametriert ist, dann zieht eine Veränderung dieser Parameter, beispielsweise der Anzahl der Sensoren, die entsprechenden Änderungen in der mechanischen CAD-Zeichnung, im elektrischen Schaltplan und in der SPS-Steuerung konsistent und automatisiert nach sich.
Lassen sich so auch komplette Baugruppen einfügen oder austauschen im Sinne von Zeitersparnis?
Auch hier ein klares Ja, verbunden mit der Einschränkung, dass natürlich unterschiedliche Schnittstellen dann entsprechend manuell nachgezogen werden müssen, falls eine neue Baugruppe zusätzliche Funktionen oder Elemente beinhaltet.
Passt das EEC denn auch zum Sondermaschinenbau, wo eine Lösung der anderen eben nicht gleicht?
Das Eplan Engineering Center passt perfekt zum Sondermaschinenbau, weil wir genau dort die Potenziale haben, durch Standardisierung von einzelnen Teilfunktionen – nicht der kompletten Maschine – die Komplexität der Gesamtanlage besser zu beherrschen. Zusätzlich erlaubt die Parametrierung die flexible Anpassung der Einzelkomponenten an individuelle Kundenanforderungen.
An welche Zielgruppe adressieren Sie ihre Lösungen?
Wir adressieren unsere Lösung an Komponentenhersteller wie an Maschinen- und Anlagenbauer – ganz gleich in welcher Branche – die neben einem reinen Serienprodukt auch Varianten oder Sonderprodukte anbieten, konkret ist das die große Mehrzahl.
Stichwort mechatronische Stückliste: Alle Systeme der Plattform (P8, Fluid und PPE) können gekoppelt werden – wo sind die Vorteile?
Der größte Vorteil liegt darin, dass die Datenhaltung mechatronisch wird. Alle Daten aus Mechanik oder Projektierung werden über ein PDM-System verwaltet. Das sichert eine disziplinübergreifende Nutzung der Projektdaten und reduziert Abstimmungsfehler im Konstruktionsprozess: Ob Software-Entwicklung, Consulting, Customizing oder komplexe PLM-Konzepte.
Seit einem halben Jahr verantworten sie die Geschicke von Eplan und Mind8. Wie würden Sie Ihre Ziele formulieren?
Zunächst möchten wir mit dem EEC durch den oben beschriebenen Methodenwechsel die Standardisierung und Automatisierung weiter vorantreiben und diesen Markt ausbauen. Zweitens sind – was unsere Marktanteile angeht – vor allem in den BRIC-Staaten noch Wachstumspotentiale greifbar, auch wenn wir heute schon gut aufgestellt und in 50 Ländern der Welt vertreten sind. Schließlich steht auch die Entwicklung weiterer Schnittstellen in Richtung ERP- und PLM auf meiner Agenda; mit dem Ziel einer noch höheren Effizienz der Prozesse unserer Kunden.
Was davon konkret zeigen Sie auf der Hannover Messe und welche Ausblicke können die Besucher erfahren/erahnen?
Ein Highlight wird die Premiere des neuen Eplan Pro Panel sein, das wir erstmals in Halle 17 / Stand D40 in voller Ausbaustufe präsentieren. Damit wurde eine Engineering-Lösung für den Schaltschrankbau geschaffen, die auch die Fertigung integrativ unterstützt. Stichwort Fertigung: Im Rahmen von Best-Practice-Live zeigen wir einen brandneuen Verdrahtungsroboter in Aktion. Anhand der Daten aus dem Eplan Engineering Center wie Verdrahtungsschema, Klemmenliste und Geräteliste übernimmt der Roboter nicht nur das Aderrouting, sondern alle fertigungsrelevanten Schritte inklusive Verdrahtung.
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