Lasertechnik: Neue, anwendungsorientierte Fachmesse

Remote-Schneiden ersetzt Stanzen

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Mit der Lasys in Stuttgart gibt es erstmals eine Fachmesse für Lasersysteme in der Materialbearbeitung, die praxisnah zeigt, was diese können, und wo sie in der Materialverarbeitung wirtschaftlich einzusetzen sind.

Eine neue Laser-Hightech-Schau, die auf den Einsatz des Werkzeugs Laser in der Fertigung zugeschnitten ist, feiert vom 4. bis 6. März auf dem neuen Messegelände in Stuttgart Premiere: die anwendungsorientiert ausgerichtete Lasys, Internationale Fachmesse für Systemlösungen in der Laser- Materialbearbeitung.

„Sie wird werkstoff-, branchen- und anwendungsübergreifend zeigen, was Lasertechnik alles kann“, sagt Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Er geht von rund 200 Ausstellern aus, die in Halle 4 auf rund 10 000 m² Neuheiten und Weiterentwicklungen aus den Bereichen Laser- Makro- und -Mikrobearbeitung zeigen. Dazu gehören insbesondere Anbieter von Systemen, Verfahren und Komponenten für lasergestütztes Schneiden, Schweißen, Löten, Bohren, Härten und Beschichten sowie Markieren und Beschriften. Mit ihrem Angebot wendet sich die im Zwei-Jahres-Turnus stattfindende Schau primär an Fachleute aus der Automobil- und Zulieferindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Metallbe- und -verarbeitung sowie der Feinwerk- und Präzisionstechnik.
Laserschneiden
In der Laser-Makrobearbeitung dominieren derzeit noch Schneidsysteme. Beim Laserschneiden von Metallen und Kunststoffen liegt beispielsweise auch der Schwerpunkt der Robot-Technology GmbH, Kleinostheim (Halle 4, Stand D61). Das Unternehmen zeigt robotergeführte 3D-Beschneidetechnik auf Faserlaser-Basis und einen Scanner- Roboter, der eine neue Düsenwechselstation besitzt, die eine deutliche Zeitersparnis bringen soll. „Prozesse, die früher miitels Stanzen oder anderen Schneidverfahren durchgeführt wurden, können nun effizienter und kostengünstiger realisiert werden“, sagt Geschäftsführer Stefan Maier. „Dies eröffnet auch neue Anwendungsfelder, etwa das Schneiden von Konturen an Stoßfängern im lackierten Zustand mit unserer Scanner-Variante.“
Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden präsentiert in Halle 4, Stand E61, erstmals das Laser- Remote-Schneiden an metallischen Werkstoffen. Mit Hilfe einer roboterbasierten Laseranlage und Scanneroptik kann aus 100 µm dickem Edelstahlblech eine Lochmatrix – 100 Kreise mit 6,5 mm Durchmesser – in weniger als 2 s geschnitten werden. Gegenüber dem Ausschneiden mit klassischer Anlagentechnik mit Lineardirektantrieben bedeutet dies eine Produktivitätssteigerung um nahezu 1000 %. Die verfügbaren Laser hoher Brillanz – Faser- und Scheibenlaser – besitzen die erforderliche Strahlqualität und Leistungsfähigkeit, um in Verbindung mit der Scanner-Technik beispielsweise das Schneiden von Motordichtungen aus Edelstahl oder von Stator- und Rotorpaketen aus Elektroblech zu revolutionieren.
Die Trumpf-Gruppe, Ditzingen, zeigt Systemlösungen für eine Vielzahl an 2D- und 3D-Laserapplikationen, darunter mit der Trulaser 5030 eine Hochleistungsanlage für das 2D-Schneiden (Halle 4, Stand D41). Deren Ein-Schneidkopf-Strategie reduziert Rüstvorgänge und Fehlerquellen und ermöglicht die Bearbeitung gängiger Materialien und Materialdicken ohne Schneidkopfwechsel (s. Seite 38 f.)
Die ebenfalls vorgestellte Laseranlage Trulaser Cell 3010 bearbeitet mit bis zu fünf Achsen größere 3D-Bauteile. Das System soll Musterteile und Prototypen in kleinen und mittleren Serien, wie sie etwa bei Zulieferbetrieben und Entwicklungslaboren vorkommen, nicht nur präzise und wirtschaftlich schneiden, sondern auch bohren und schweißen.
Laserschweißen
Das Schweißen ist zu einer weiteren wichtigen Aufgabe des Lasers geworden. Trumpf zeigt neben dem Tiefschweißen von Metall mit der genannten Trulaser Cell 3010 auch das Feinschweißen von Edelstahlrundrohren sowie das Roboterschweißen von Karosserieteilen im Automobilbau mit dem Trulaser Robot 5020. Ein Messe-Highlight dabei: Die Leistung des neuen 8-kW-Scheibenlasers Trudisk 8002 wird mit Hilfe des herstellereigenen Lasernetworks auf Trulaser Cell 3010 und Trulaser Robot 5020 verteilt. Die zum Schweißen konzipierte modulare 3D-Roboterbearbeitungszelle eignet sich auch zum Auftragsschweißen oder Schneiden.
Die Arges Gesellschaft für Industrieplanung und Lasertechnik mbH, Wackersdorf, stellt ihren Scankopf Remote Welding Elephant vor (Halle 4, Stand B20). Bei diesem System ist die Strahlablenkung hinter der Fokussiereinrichtung angeordnet. Sie ermöglicht in ihrer motorisierten Ausführung mit einem schnellen, präzisen und zwangsgeführten Galvanometerantrieb die beugungsbegrenzte Strahlaufweitung. So lassen sich die Fokusdurchmesser auf dem Werkstück einstellen und damit neue 3D-Anwendungen einführen. Aufgrund einer Apertur von 50 mm ist der Scankopf besonders für den Einsatz mit Hochleistungs-Faserlasern und fasergekoppelten Lasern geeignet.
Ein Trend zu mehr Flexibilität und gesteigerter Wirtschaftlichkeit ist bei Laserbearbeitungszentren zu erkennen. Die Erlas – Erlanger Lasertechnik GmbH, Erlangen, (Halle 4, Stand B32) setzt bei ihren flexiblen MultiAchs-Laserbearbeitungszentren auf fasergestützte Lasersysteme wie Scheiben-, Faser- oder Diodenlaser. Die Bearbeitungszentren können für Aufgaben wie Schweißen, Beschichten oder Härten ausgelegt werden. Auf der Lasys stellt das Unternehmen einen neuartigen Bearbeitungskopf für temperaturgeregeltes Härten mit fasergestützten Lasersystemen bis 6 kW Leistung vor. Dieser lässt sich schnell zum Auftragsschweißen umrüsten. Die Erlanger haben gute Erfahrungen mit Faser- und Scheibenlasern gemacht: „Da ein Großteil der Aufgaben mit niedrigerer Laserleistung und höherem Wirkungsgrad abgedeckt wird, sind die Verbrauchskosten günstiger, insbesondere in der Lohnfertigung“, sagt Marketingleiter Dr. Roland Dierken. Er sieht hauptsächlich im Verbindungsschweißen, etwa von Edelstahl, ein Hauptanwendungsgebiet dieser Technik.
Aufgrund entscheidender Vorteile der Lasertechnik, unter anderem guter Dosierbarkeit der Energie, guter Möglichkeiten zur Prozessüberwachung und Sauberkeit, nimmt ihr Einsatz beim Bearbeiten nichtmetallischer Werkstoffe stark zu. Folglich soll dieses Thema auf der Lasys ausführlich behandelt werden. „Das Laserschweißen von Kunststoffen bietet enormes Entwicklungspotential“, bestätigt Frank Brunnecker, Leiter des Geschäftsbereichs Kunststoffschweißen der LPKF Laser & Electronics AG, Garbsen (Halle 4, Stand D31). „Nachdem sich das Verfahren bei Standardanwendungen im Automobilbereich, etwa beim Dichtschweißen von Sensorgehäusen, etabliert hat, eröffnen sich sowohl aufgrund der Kundenakzeptanz als auch technologischer Weiterentwicklungen neue Anwendungsgebiete.“ Zwei Trends seien festzustellen: Zum einen entdecke der stetig wachsende medizintechnische Bereich die gute Fokussierbarkeit für Anwendungen in der Mikrofluidik, zum anderen gebe es im Automobilbau einen Trend hin zu großen 3D-Baugruppen wie Heckleuchten. Hier biete LPKF mit der Hybridschweißtechnik, die das Laserlicht mit einer zweiten Strahlungsquelle koppelt, eine geeignete Lösung.
Dr. Bernhard Reichenbach bernhard.reichenbach@konradin.de
Bearbeitungskopf lässt sich schnell umrüsten

Neue Technologien
Auf der Lasertechnik-Messe Lasys werden innovative Techniken wie Faserlaser und Scanner in Kombination mit Robotern für Bearbeitungsaufgaben wie das 3D-Beschneiden von Werkstücken aus Metall oder Kunststoff vorgestellt. Die Systeme können Prozesse, die früher mittels Stanzen oder anderen Schneidverfahren durchgeführt wurden, effizienter und kostengünstiger erledigen.

Rahmenprogramm der Messe Lasys
Ein hochwertiges Rahmenprogramm soll zeigen, dass die Lasys 2008 mehr als nur eine internationale Ausstellungsplattform ist: Erstmals finden die Stuttgarter Lasertage (SLT `08), die vom Institut für Strahlwerkzeuge (IFSW) sowie von der Forschungsgesellschaft für Strahlwerkzeuge (FGSW) veranstaltet werden, im Rahmen dieser Messe statt. Die dem Wissenstransfer dienende Veranstaltung hat sich als zentrales Anwenderforum der Laserbranche etabliert. Mit Beiträgen namhafter Vertreter aus Industrie und Wissenschaft werden aktuelle Trends der Lasertechnik und Best-Practice-Beispiele für den Lasereinsatz in der Materialbearbeitung sowie Möglichkeiten des Technologietransfers in die industrielle Praxis aufgezeigt.
In Verbindung mit den SLT `08 richtet die Wissenschaftliche Gesellschaft Lasertechnik e.V. (WLT) am 3. März, dem Vortag des Messebeginns, auf dem neuen Stuttgarter Messegelände die WLT-Laser-Summerschool 2008 aus. Hier sollen jüngste F&E-Ergebnisse aus dem Bereich Lasertechnik vorgestellt und diskutiert werden.
Am 4. März feiert im Internationalen Congress-Center Stuttgart (ICS) das hochkarätig besetzte WLT-Einsteigerseminar „Lasermaterialbearbeitung“ Premiere. Es spricht vor allem interessierte Entscheider an, die noch nie oder kaum mit der Lasertechnik in Berührung gekommen sind.
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