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Strahltechnik: Retrofit statt neuer Anlage

Strahltechnik
Retrofit statt neuer Anlage

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Die spanische Gießerei AML hat an einer Hängebahnstrahlanlage einen Magnetabscheider zur Entfernung von Sand aus dem Strahlmittel in Betrieb genommen.

Lucas Emanuel Klein
Business Development Rump Strahlanlagen, Salzkotten

In Spanien und Portugal hat Rump Strahlanlagen Anfang 2017 eine Retrofit-Kampagne auf den Weg gebracht. Zwei Außendienstler haben die Produktionsstandorte von Kunden besucht und die dort in Betrieb stehenden Strahlanlagen unter die Lupe genommen. Im Fall von Aceros Moldeados de Lacunza (AML), einer Gießerei in Nordspanien, stellen sie fest, dass die vorhandene Hängebahnstrahlanlage überdurchschnittlich hohe Verschleißerscheinungen an Turbinen, an Komponenten des Strahlmittelkreislaufs und an der Innenauskleidung aufwies. Dies konnte auf den Sandanteil im Strahlmittel zurückgeführt werden, der durch Sandanhaftungen der Werkstücke in die Maschine gebracht und im Windsichter nicht ausgeschieden wurde.

Der Sand im Strahlmittel hat auf Grund seiner extrem abrasiven Eigenschaft in einer Strahlanlage die gleichen Auswirkungen wie der sprichwörtliche Sand im Getriebe: Wurfschaufeln nutzen sich trotz rundem Strahlmittel innerhalb von drei Wochen ab und es gibt Zersetzung aller Komponenten, die mit Sand in Kontakt kommen. Die dadurch erhöhten Kosten für den Strahlprozess durch gesteigerten Verschleißteil- und Wartungsbedarf haben sich bei AML im Laufe der Zeit immer stärker bemerkbar gemacht.

Der Außendienst von Rump hielt Rücksprache mit der Konstruktionsabteilung in Salzkotten – und die Ingenieure waren sich einig, dass keine Neuanlage notwendig ist, um die Probleme bei AML in den Griff zu bekommen. Die Lösung für den Kunden in Spanien lag vielmehr in der Nachrüstung eines auf den Strahlmitteldurchsatz und Sandanteil angepassten Magnetabscheiders, der den Sand entfernt.

Ganz einfach ist es allerdings nicht, auf einer Fremdanlage und beschränkter Hallenhöhe einen solchen Aufsatz zu installieren. Nur die enge Absprache der Ingenieure und Retrofit-Spezialisten von Rump mit den Verantwortlichen bei AML machten es möglich, einen maßgeschneiderten Magnetabscheider zu konstruieren und zu fertigen. Die Konstruktion des Upgrades erfolgte im Juli in Ostwestfalen, und pünktlich zur iberischen Sommerpause konnte der Magnetabscheider in das Werk von AML geliefert werden.

Innerhalb weniger Tage haben die Rump-Ingenieure zusammen mit Mitarbeitern von AML den Magnetabscheider installiert, in Betrieb genommen und das Bedienpersonal eingewiesen. Sobald die Turbinen liefen und der Strahlprozess in Gang kam, wurde das vom Magnetabscheider den Turbinen zugeführte Strahlmittel gesichtet – mit dem Ergebnis, dass kein Sand im Strahlmittel zu finden war.

Der zweistufige Magnetabscheider hat eine Durchsatzkapazität von 600 kg/min, wobei bis zu 80 kg Sand pro Minute abgeschieden werden können. Der gesamte Aufsatz hat ein Gewicht von 1320 kg und einen Anschlusswert von unter 1 kW. Der Magnetabscheider separiert heute bei AML automatisch Sandrückstände aus dem Strahlmittel ab. Dadurch wird der Eintritt von Sandpartikeln in das Strahlmittel unterbunden, was besonders in den Turbinen den Verschleiß reduziert und die Verfälschung des Strahlbilds durch den Sand verhindert. Die Standzeiten der Turbinen werden sich entsprechend erhöhen und die Wartungsintervalle verlängern, was die Instandhaltungsintensität und somit die Betriebskosten der Strahlanlage deutlich reduziert. Sechs Wochen nach der Inbetriebnahme wurde festgestellt, dass die Wurfschaufeln sechs Wochen länger halten, die Werkstücke weniger Staub tragen und die Strahlzeit um 25 % gekürzt wurde.


Die Retrofit-Optionen im Überblick:

Die Modernisierung einer Strahlanlage ist im Vergleich zur Neuanschaffung oft die kosteneffizientere Lösung. Ein solches Retrofit kann bei Rump Strahlanlagen durch unterschiedliche Maßnahmen realisiert werden:

  • Austausch der Strahlturbinen oder Ergänzung von zusätzlichen Strahlturbinen
  • Modifikation oder Verstärkung der Strahlkammer und anderer verschleißanfälliger Teile
  • Überarbeitung oder Optimierung des Strahlmittelkreislaufs und der Strahlmittelnachfüllung
  • Modifikation oder Verstärkung der Fördersysteme, Ergänzung um Roboter- und Beschickerlösungen
  • Erhöhte Bedienersicherheit durch Sensorik, Schallschutz- und Abgrenzungsmaßnahmen
  • Installation eines Nachfüllbunkers für ein konstantes Betriebsgemisch
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