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Spezialisten liefern schlüsselfertige Prozesse

Präzisionswerkzeuge: Dienstleistungen reduzieren Fixkosten
Spezialisten liefern schlüsselfertige Prozesse

„Unsere Dienstleistungen sind ganz individuell auf den einzelnen Kunden zugeschnitten“, betont Dr. Jochen Kress, Mitglied der Mapal-Geschäftsleitung Bild: Mapal
Mit einer neuen Dienstleistung will Mapal Zerspaner unterstützen, neue Bearbeitungsaufgaben mit dem vorhandenen Maschinenpark zu bewältigen. In enger Kooperation mit dem Kunden entwickeln die Aalener komplette Prozesse.

Neben dem effizienten Umgang mit Energie sieht Dr. Jochen Kress die Reduktion von Fixkosten als ein weiteres großes Thema, das Fertigungstechniker künftig beschäftigen wird. Dabei gehe es in erster Linie darum, Risiken zu reduzieren und einen möglichst konstanten Ertrag zu sichern. „Und das vor dem Hintergrund, dass die klassische Serienfertigung in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung verliert, Losgrößen immer weiter schrumpfen, die Variantenvielfalt der Werkstücke hingegen kontinuierlich wächst“, ergänzt der promovierte Ingenieur, der als Mitglied der Geschäftsleitung bei der Aalener Mapal Dr. Kress KG für strategische Produktentwicklung und Vermarktung verantwortlich ist. Dazu komme, dass moderne Hochleistungswerkstoffe immense Anforderungen an die Fertigungstechnik stellten. Flexible Systeme und individuell an die jeweilige Aufgabe angepasste Prozesse sind deshalb die Grundvoraussetzung für effizientes und wirtschaftliches Produzieren.

Gerade in der angespannten wirtschaftlichen Lage ist das Gros der Anwender jedoch zurückhaltend, wenn´s um große Investitionen geht. Statt neue Maschinen zu kaufen, sollen vorhandene Anlagen umgerüstet werden. Flexible und multifunktionale Werkzeugmaschinen machen das Umrüsten ohne Eingriff in die Maschine selbst erst möglich. Dennoch stellt das Umrüsten von Werkzeugmaschinen einen nicht unerheblichen Aufwand dar, der viel Know-how in allen Aspekten des Bearbeitungsprozesses voraussetzt. Hier können die Prozessspezialisten der Werkzeughersteller einen großen Beitrag leisten. Ansätze sind unter anderem das Prozess- und Toolmanagement sowie radikal vereinfachte Werkzeuge. Dabei geht es keinesfalls um primitive Tools, sondern solche, die für den Anwender möglichst unkompliziert zu handhaben sind. Stichworte in diesem Zusammenhang sind unter anderem:
  • weniger Einstellbadarf,
  • leichter und schneller Wechsel von Schneidköpfen oder Wendeschneidplatten,
  • mehr Funktionen in einem Werkzeug,
  • lange Standzeiten und
  • möglichst geringe Nacharbeit der Teile.
Als Spezialist fürs Bearbeiten kubischer Bauteile auf Bearbeitungszentren und Sondermaschinen hat sich Mapal in seiner fast 60-jährigen Firmengeschichte ein großes Anwendungs-Know-how erworben, das weit über den Einsatz von Präzisionswerkzeuge hinaus geht. Die Aalener unterstützen ihre Kunden auch bei der Definition des Bearbeitungsprozesses, bei Fragen zur Spanntechnik oder beim Erstellen der NC-Programme. Nun gehen die Schwaben noch einen Schritt weiter: Sie beraten Kunden nicht nur in allen Belangen des Umrüstens von Maschinen für neue Werkstücke, sondern wickeln unter dem Namen Mapal re.tooling auch komplette Projekte ab.
Im intensiven Dialog mit dem Kunden analysieren die Aalener Spezialisten den vorhandenen Maschinenpark. Gemeinsam werden die Anforderungen an die Bearbeitung und die Vorgaben für den Prozess definiert. Anschließend übernimmt der Werkzeughersteller und Dienstleister alle weiteren Planungs- und Durchführungsaufgaben. Das Spektrum reicht vom Erstellen einer Machbarkeitsstudie über eine Kostenprojektion für das Umrüsten bis zum schlüsselfertigen Einrichten aller relevanten Komponenten und Abläufe. Dazu gehören – je nach Bedarf – auch die nötigen Spannvorrichtungen, eine Störkantenbetrachtung, die Entscheidung, ob manuelle oder hydraulische Spannmittel vorteilhafter sind, sowie das Anbinden aller Elemente an die Maschine. Auf Grundlage von 3D-Daten werden die CNC-Programme erstellt und nach DIN bereitgestellt. Spezielle Makros optimieren Weg und Zeit in der Bearbeitung.
Basierend auf den Rahmenbedingungen des jeweiligen Kunden wählen die Prozesstechniker die wirtschaftlichsten Werkzeuge aus. Bereits vorhandene und geeignete Tools werden integriert. Dabei kommt eine weitere für die Schwaben typische Vorgehensweise ins Spiel: Die Prozessspezialisten sind bestrebt, jede Bearbeitung mit möglichst wenigen Werkzeugen durchzuführen. Um beim Zusammenfassen mehrerer Fertigungsoperationen in einem Tool das Optimum herauszuholen, ist allerdings viel Know-how und Erfahrung gefragt. Denn: Nicht die Erstinvestition entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, sondern die laufenden Kosten. Und die werden unter anderem beeinflusst durch die Standzeit, Bearbeitungsparameter oder die benötigten Magazinplätze.
Der nächste Schritt im re.tooling Prozess ist die Werkzeugdokumentation. Sie beinhaltet Werkzeugpläne, Einstell- und Montageanleitungen, aber auch Haupt- und Nebenzeitberechnungen. Außerdem werden die zu erwartenden Kosten pro Werkstück ermittelt. Schließlich werden Werkzeuge, NC-Programme und Vorrichtungen geliefert – direkt an die Maschine. Dort wird alles montiert und in Betrieb genommen. Die Spezialisten fahren den kompletten Prozess ein, prüfen und optimieren ihn hinsichtlich Taktzeit und Werkstückqualität. Die re.tooling-Dienstleistung endet erst, wenn der Kunde den Fertigungsprozess abgenommen hat. hw
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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