Werkzeugmaschinen

Spindelservice von DMG Mori maximiert Maschinenverfügbarkeit

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Mit seinem Spindelservice sorgt DMG Mori für eine maximale Verfügbarkeit dieser zentralen Komponente. Die vom Maschinenbauer entwickelten und gebauten Spindeln zeichnen sich laut Dr. Christian Hoffart durch Langlebigkeit, Drehmoment und Leistung aus. Der Geschäftsführer von DMG Mori Spare Parts stellt die Serviceleistungen näher vor. ❧ Mona Willrett

Mona Willrett

Herr Dr. Hoffart, welche Besonderheiten bietet der Spindelservice von DMG Mori?

Unser Spindelservice hat das Ziel, die Maschinenverfügbarkeit bei unseren Kunden zu maximieren. Das Angebot reicht von der kostengünstigen Reparatur mit Originalersatzteilen in einem unserer Werke, über das Spindelmobil für Reparatureinsätze vor Ort beim Kunden, bis hin zum Austausch von Neu- oder Tauschspindeln innerhalb von 24 Stunden. Weltweit halten wir mehr als 6000 Spindeln vorrätig. Damit erzielen wir eine tagesaktuelle Verfügbarkeit von 96 bis 99 Prozent. Für Schlüsselmaschinen bieten wir eine Spindelreservierung, das sogenannte Spindelhotel. Die vorbeugende Wartung komplettiert unser ganzheitliches Angebot, für das wir eine Fair-Preis-Garantie geben.

Welche Spindeln gehören zu den restlichen ein bis vier Prozent und was passiert, wenn kurzfristig eine solche Spindel gefragt ist?

Zu den ein bis vier Prozent gehören größtenteils Spindeln älterer Generationen, die wir im Bedarfsfall in der Regel innerhalb kurzer Zeit beschaffen oder aus unseren Außenlagern in Dallas, Shanghai sowie Iga per Express einfliegen lassen. Zudem besteht immer noch die Option der kundenspezifischen Reparatur. Hierbei kann es sich auch um Sonderspindeln handeln, die wir auf Kundenwunsch verbaut haben. In diesem Fall raten wir dem Endkunden ohnehin eine Ersatzspindel schon beim Maschinenneukauf zu erwerben.

Was zeichnet DMG Mori Spindeln gegenüber denen von Drittanbietern aus?

Unsere Spindeln stehen für Langlebigkeit, für Drehmoment und Leistung, für ein optimales thermisches Verhalten und eine geringe Ausfallquote. Wir entwickeln sie stetig weiter und dank unseres großen Spindelsortiments finden Kunden stets maßgeschneiderte Lösungen entsprechend ihrer Anwendung. Als Hersteller der Spindeln profitieren wir auch im Spindelservice von diesem Know-how, weshalb wir qualitativ mindestens eine Liga oberhalb von Drittanbietern etabliert sind. Wir reparieren – wie gesagt – ausschließlich mit Originalersatzteilen und können die Gefahr von Folgeschäden ausschließen. Ein Drittanbieter hat nicht die Möglichkeit, brandneue Ersatzspindeln zu liefern. Sehr viele Kunden, die Erfahrungen mit einem Drittanbieter gemacht haben, kehren wieder zu uns zurück. Entweder war die Qualität nicht zufriedenstellend oder der vermeintlich bessere Preis war am Ende aufgrund kostenpflichtiger Nachbesserungen deutlich höher als bei uns. Unsere Erfahrung zeigt, dass all das zu einem besseren und nachhaltigeren Ergebnis führt. Niemand kennt das Herz der Maschine so gut wie der Hersteller.

Verwendet DMG Mori ausschließlich eigene Spindeln oder kaufen Sie auch zu?

Ein langjähriger Partner und Zulieferer ist Kessler. Bei deren Spindeln handelt es sich immer um gemeinsame Neu- oder Weiterentwicklungen von DMG Mori und Kessler. Auf Kundenwunsch verbauen wir auch Spindeln von externen Anbietern.

Zusammen mit Schaeffler haben Sie einen neuen Werkstoff für Spindellager entwickelt. Welche Vorteile bieten diese Lager?

Die Entwicklung resultierte in außergewöhnlich hohen Härtewerten von über 65 HRC. Belastbarkeit, Verschleiß-Festigkeit und Temperaturstabilität dieser Spindellager sind extrem hoch. DMG Mori Spindeln haben eine um die 13-fache verlängerte nominelle Lebensdauer bei einer „elastohydrodynamischen“ (kurz EHD) Schmierung. Die dynamische Tragfähigkeit wurde – verglichen mit 100Cr6-Wälzlagerstahl – um den Faktor 2,4 erhöht. Die Temperaturbeständigkeit ist bis 400 °C gewährleistet. Es gibt keine mir bekannte Spindel des Wettbewerbs, die nur ansatzweise so belastbar und leistungsstark ist.

Lassen sich diese Lager auch bei älteren Spindeln nachrüsten oder sind sie ausschließlich für die neuen Spindeln gedacht?

Bedingt durch die großzügig dimensionierte Lagerkonstruktion, sind bei Bestandsspindeln konstruktive Veränderungen nötig. Sollte es diese Anforderung und Notwendigkeit geben, wäre es in einigen Fällen möglich. Bis dato wird die neue Lagergeneration mit Vacrodur jedoch nur bei einer Spindel-Type der älteren Generation hochgerüstet.

Nach welcher Laufzeit ist durchschnittlich ein Spindelservice erforderlich?

Das hängt von der Beanspruchung der Spindel ab. Sowohl der überwiegende Drehzahlbereich als auch das zu bearbeitende Material spielen eine wichtige Rolle. Die Master-Spindeln der neuen Generation haben aktuell eine Ausfallrate von unter einem Prozent. Jährlich 11.000 dieser Spindeln bestätigen die Kundenzufriedenheit.

Welche Rolle spielt beim Spindelservice das Thema Fernüberwachung, um ein sich entwickelndes Problem früh zu erkennen?

Auch beim Spindelservice spielt unser Netservice eine zunehmend große Rolle, gerade im Hinblick auf Automationslösungen. Mit Hilfe der Machine Protection Control – kurz MPC – werden die Vibration, die Temperatur und das Drehmoment überwacht. Das System verfügt über eine Maschinenschnellabschaltung im Falle eines Crashs. Bei Fertigungsproblemen kann unser Service aktiv unterstützen, indem die MPC-Schwingungsdaten kontrolliert werden. Über spezielle Softwarelösungen kann der Kunde außerdem die Daten seiner Spindel in Echtzeit anzeigen lassen und auswerten.

Sind die Kunden bereit, sich und ihre Anlagen dafür zu öffnen?

Die Anbindungsquote des Netservice liegt in Europa aktuell bei etwa 45 Prozent. Wir erleben ein zunehmendes Interesse daran, weil Kunden die Vorteile vermehrt zu schätzen wissen. Im Zuge der Industrie 4.0 wird die Anbindung stark zunehmen und bereits Ende des Jahres deutlich über 50 Prozent liegen. Weitere Märkte wie China befinden sich noch im Rollout; wir erwarten dort langfristig eine ähnliche Entwicklung.

Wenn es beim Kunden zum Schadensfall kommt – wie ist der ideale Ablauf?

Die Meldung des Schadens wird bei der regionalen Servicegesellschaft eingereicht. Dann folgen Schadensanalyse und Ersatzteilidentifikation. Der Service erstellt basierend darauf ein Angebot für Ersatzteile und Servicedienstleistung, das der Kunde bestätigt. Die Ersatzteillieferung erfolgt innerhalb von 24 Stunden und der Serviceeinsatz für den Austausch schließt sich direkt an.

Wo führen Sie Wartungs-/Instandsetzungsarbeiten an Spindeln durch?

Für die Instandsetzung haben wir drei Spindel Competence Center in Deutschland: in Pfronten, in Bielefeld und in Wernau.

Für Master-Spindeln bieten Sie eine 36-monatige Gewährleistung ohne Stundenbegrenzung. Gilt diese Frist nur für Neuspindeln oder auch für überholte?

36 Monate Gewährleistung gelten ausschließlich für Neuspindeln aktueller Maschinen. Überholte Spindeln erhalten weiterhin neun Monate Gewährleistung ohne Stundenbegrenzung.

Wie groß ist der Anteil an Master-Spindeln aktuell in den ausgelieferten Maschinen?

Über 95 Prozent aller unserer spanenden Maschinen werden mit Motorspindeln der Master-Serie ausgestattet. Der überwiegende Teil davon stammt aus den Produktionsstandorten in Iga und Pfronten, die pro Jahr 7000 und 4000 dieser Spindeln herstellen.

Neu- und Tauschspindeln versprechen Sie innerhalb von 24 Stunden. Wie lange muss ein Kunde durchschnittlich für eine Reparatur rechnen und wie groß ist die Kostenersparnis im Schnitt?

Die eigentliche Reparatur der Spindel – ab Wareneingang im Werk – dauert rund drei Werktage zuzüglich zwei Tage für den Aus- und Einbau durch einen Servicetechniker. Die Kostenersparnis liegt im Durchschnitt bei 40 Prozent gegenüber einer Neuspindel.

Bieten Sie Ihre Serviceleistungen nur für neue Maschinen an oder für alle?

Die Serviceleistung bieten wir für alle Maschinen an – sowohl den technischen Support als auch die Ersatzteilversorgung. Unsere Kunden erwarten absolute Zuverlässigkeit, höchste Werkstückgenauigkeit und Langlebigkeit. Hundert Prozent zufriedene Kunden haben bei uns oberste Priorität. Jeder Kunde ist uns wichtig und damit auch sein bestehender Maschinenpark.

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