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VDW-Chef Dr. Schäfer über die Ziele mit der Messe Grinding Hub

Schleiftechnik
VDW-Chef Dr. Schäfer über die Ziele mit der Messe Grinding Hub

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„Der Industrie war es wichtig, die Messe mitgestalten zu können“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) in Frankfurt/Main. Bild: VDW
Die Schleiftechnik soll mit der Grinding Hub in Stuttgart eine neue Messe-Heimat finden. Veranstaltet wird die neue Branchenschau gemeinsam vom Werkzeugmaschinenverband VDW und der Messe Stuttgart. Wie es dazu kam und welche Ziele die Macher mit der neuen Messe verfolgen, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW.

» Mona Willrett, Redakteurin Industrieanzeiger

Herr Dr. Schäfer, wie ist das jüngste Messeprojekt des VDW entstanden?

Anfang 2021 sprachen uns verschiedene Firmen an und äußerten den dringenden Wunsch, einen neuen Treffpunkt für die internationale Schleiftechnikindustrie zu etablieren. Im Dialog mit namhaften Unternehmen haben wir die Grinding Hub konzipiert, den Namen gefunden und einen Termin festgelegt. Wir freuen uns sehr darauf, diese neue Messe zu organisieren – von der Branche für die Branche.

Wie kam es zu der Kooperation mit der Messe Stuttgart?

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort haben wir uns nach Prüfung verschiedener Optionen schon sehr bald für die Messe Stuttgart als Kooperationspartner entschieden. Gründe dafür waren unter anderem die zentrale Lage des Messegeländes mitten im deutschen Markt, die jahrelange Erfahrung der Messegesellschaft mit Investitionsgüterveranstaltungen sowie unsere gute Zusammenarbeit in etlichen anderen Projekten.

Die neue Messe ist im Dialog mit namhaften Unternehmen entstanden. Welche Wünsche und Anregungen hat die Industrie ins Lastenheft geschrieben?

Den vielleicht wichtigsten Punkt haben Sie schon selbst angesprochen: Den Unternehmen war es enorm wichtig, mit ihren Anliegen überhaupt Gehör zu finden und die Messe von Anfang an im Dialog mitgestalten zu können. Dabei sind viele große und kleine Aspekte in die Planung eingeflossen – hervorzuheben ist hier das hybride Konzept, das zeitgemäße Formate verspricht und die Präsenzveranstaltung durch digitale Angebote ergänzt.

Warum sollten die Besucher unbedingt zur Premiere nach Stuttgart kommen?

Die Grinding Hub wurde von Grund auf als neue Messe für die Schleiftechnik konzipiert. Mehr als 370 Aussteller aus 23 Ländern werden bei der Premiere im Mai alles bieten, was der Schleifer braucht. In diesem Umfang das erste Mal seit vier Jahren. Das darf sich keine Expertin und kein Experte entgehen lassen.

Wie werden die Solution Parks aussehen und was werden sie bieten?

Der Grinding Solution Park Wissenschaft und der Grinding Solution Park Industry sind zwei Gemeinschaftsstände, die am Beispiel unterschiedlicher Highlight-Themen das Zusammenspiel zwischen Praxis und Forschung in der Schleiftechnik zeigen. Auf der einen Seite präsentieren namhafte Forschungsinstitute ihre aktuellen Projekte, auf der anderen Seite geht es um anwenderbezogene Lösungen aus der unternehmerischen Praxis. Wichtig ist für uns, Synergien zu schaffen, Kontaktmöglichkeiten zu bieten und zu zeigen wie Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand gehen.

Welche Partner unterstützen Sie beim Projekt?

Dank der starken wirtschaftlichen und regionalen Verbundenheit zur Schweiz konnten wir den Schweizer Verband der Maschinen-, Metall- und Elektroindustrie Swissmem als ideellen Träger gewinnen. Er vertritt einen wichtigen Markt für die Schleiftechnik und bereichert das Grinding Hub-Team mit vielfältiger Branchenkompetenz aus Markt- und Technologiesicht. Neu an Bord ist zudem seit Januar die Schleiftagung, hinter der seit Jahresbeginn das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen steht. Durch diese Kooperation gelingt uns eine noch intensivere Vernetzung innerhalb der Schleiftechnikbranche sowie zwischen Industrie und Forschung .

Das WZL sieht den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit als Innovationstreiber. Wie und wo werden diese Themen auf der Messe erlebbar sein?

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind zwei Schwerpunkte, die inzwischen die gesamte Industrie erfassen. Praktisch alle Aussteller widmen sich diesen Themen, weil sie vom Kunden nachgefragt werden. Vom Rundschleifen übers Finishing bis hin zur Maschinenperipherie und Messtechnik ziehen sie sich durch die gesamte Prozesskette. Innovationen und Trends unterschiedlichster Art werden daher überall auf der Messe zu finden sein – ganz besonders aber im StartupHub, das jungen und innovativen Unternehmen eine Plattform bietet.

Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Entwicklung des Messeprojekts?

Seit dem offiziellen Launch der Messe ist kaum ein Jahr vergangen. Wir haben mit Hochdruck daran gearbeitet, alles für einen guten Start zu tun. Die erfolgreiche Anmeldephase spricht dafür, dass dies im ersten Schritt gelungen ist. Alle Marktführer der Schleiftechnik sind an Bord. Wie gesagt: Rund 370 namhafte Aussteller aus über 23 Ländern, die der Erstveranstaltung aus dem Stand ihr Vertrauen ausgesprochen haben, untermauern den Anspruch der Grinding Hub, sich als internationales Drehkreuz der Branche zu etablieren.

Welche Erwartungen haben Sie an die neue Branchenschau?

Die Vorfreude ist groß. Nach über zwei Jahren Zwangspause für die meisten Messen erwarten alle Beteiligten mit Ungeduld das persönliche Wiedersehen vor Ort. Digitale Formate haben einfach nicht die gleiche Qualität und Reichweite wie Präsenzveranstaltungen. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren bis vor kurzem so gut wie lange nicht mehr. Jetzt stehen wir durch den Krieg in der Ukraine jedoch vor deutlich gestiegenen Risiken. Das betrifft weniger das direkte Geschäft mit Russland, das nur zwei Prozent der Exporte ausmacht, als vielmehr die Unsicherheiten durch die abermals gestörten Lieferketten und die hohen Preise für Energie und Rohstoffe. Zurzeit sind die Folgen noch nicht absehbar.

Wo steht die deutsche Schleiftechnik im internationalen Vergleich?

Die Schleiftechnik ist international eine kleine, aber feine Branche mit einem Anteil von sieben Prozent an der weltweiten Werkzeugmaschinenproduktion. 2020 wurde weltweit Schleiftechnologie im Wert von 4,3 Mrd. Euro produziert. Deutschland steht hinter China und vor Japan auf Platz 2 der größten Anbieter, mit einem Anteil von rund einem Fünftel. Die größten Absatzmärkte sind China, die USA und Deutschland mit Anteilen von 33, 15 und neun Prozent. Deutschland hat im vergangenen Jahr Schleiftechnik im Wert von 820 Mio. Euro produziert. Nach vorläufigen Zahlen entspricht das einem Rückgang von fünf Prozent gegenüber 2020. Über vier Fünftel der Produktion gingen in den Export, der mit einem Rückgang von acht Prozent noch stärker gesunken ist. Entsprechend waren die meisten der Top-15-Absatzmärkte rückläufig.

Welche weitere Entwicklung erwarten Sie hier?

Inzwischen haben sich etliche Europäer bereits aus dem Tal heraus gearbeitet, etwa die für die Grinding Hub wichtigen Märkte Österreich und Italien. Frankreich, der aus deutscher Sicht viertwichtigste Markt, sowie die Schweiz müssen aber noch aufholen. Der Import an Schleiftechnik notierte 2021 13 Prozent höher als im Vorjahr und lag bei rund 245 Mio. Euro. Wichtigster Lieferant war die Schweiz mit rund 37 Prozent. Dahinter folgten Tschechien und China.

Kontakt:
VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.
Lyoner Str. 14
60528 Frankfurt/M.
Tel.: +49 69 756081–0
vdw@vdw.de
www.vdw.de

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