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Vollmer-Chef Dr. Stefan Brand über Nachhaltigkeit im Maschinenbau

Nachhaltig fertigen im Machinenbau
Vollmer-Chef Dr. Stefan Brand über Nachhaltigkeit und ihre Bedeutung für den künftigen Erfolg

„Wir müssen umdenken“, sagt Dr. Stefan Brand. „Immer schneller, höher, weiter funktioniert nicht mehr“, betont der Geschäftsführer des Werkzeug-Schärfspezialisten Vollmer. Um auch künftig in einer lebenswerten Umwelt erfolgreich wirtschaften zu können, sei ein Bewusstseinswandel unumgänglich. Das Nachhaltigkeitskonzept des Biberacher Maschinenbauers ruht auf sieben Säulen. Im Zentrum steht dabei stets der Mensch.

» Mona Willrett, Redakteurin Industrieanzeiger

Herr Dr. Brand, wenn über nachhaltige Fertigungsprozesse gesprochen wird, geht´s oft darum, mit der gleichen Energiemenge mehr Teile zu produzieren. Greift das nicht viel zu kurz?

Der Stromverbrauch alleine ist es nicht. Wenn eine Maschine durchläuft, arbeitet sie am effizientesten. Deshalb sollten wir einerseits danach streben, die ganze Fertigungskette zu optimieren, andererseits aber auch den kompletten Lebenszyklus von Produkten betrachten – von der Rohmaterialgewinnung über die Entwicklung, Produktion und Nutzung bis hin zu Recycling oder Entsorgung. Klar, diese Betrachtung ist extrem komplex. Deshalb greifen Gutachter so gerne auf Größen zurück, die sie einfach bewerten können. So war das auch in einer Untersuchung der EU, in der 2008 sogenannte Experten zum Ergebnis kamen, Werkzeugmaschinen seien der drittgrößte Energieverschwender der Welt. Dazu wurden aber lediglich die Daten der Typenschilder betrachtet. Das greift definitiv viel zu kurz. Hinzu kommt: Werkzeugmaschinen stehen am Anfang einer Wertschöpfungskette und sind ‚Enabler‘ für viele nachhaltige Prozesse und Produkte.

Wie lässt sich die Nachhaltigkeit von Fertigungsprozessen verbessern?

Das Wichtigste ist, das Bewusstsein zu verändern. Es muss klar sein, dass wir immer schneller auf eine Wand zulaufen. In den letzten Jahrzehnten hat sich – vor allem im Konsumerbereich – eine Wegwerfmentalität etabliert, die ich nicht gut finde. Das kann so nicht weitergehen. Vollmer-Produkte sind sehr langlebig und wir gewährleisten lange Ersatzteilverfügbarkeit. Das hat natürlich seinen Preis. Außerdem versuchen wir den Ressourceneinsatz auf das Notwendige zu beschränken, indem wir unsere Maschinen aus Baukästen mit einer begrenzten Anzahl von Teilen aufbauen. Und auch bei den Energieträgern fokussieren wir uns auf wenige und versuchen ineffiziente Energieformen wie Druckluft möglichst zu vermeiden oder zu verringern. Letztlich entscheidet aber die Anwendung.

Auf welchen Säulen ruht das Nachhaltigkeitskonzept von Vollmer?

Die sieben Säulen unseres Nachhaltigkeitskonzepts sind: Nachhaltige Technik. Echter Service. Treue Kunden. Zuverlässige Lieferanten. Loyale Mitarbeiter. Eine lebenswerte Umwelt. Und unser Unternehmen. Aber im Grunde gibt es nur zwei wirklich wichtige Gruppen. Das sind die Kunden, die alles bezahlen, und die Mitarbeiter, die alles machen. Wenn man diese beiden Gruppen vernünftig behandelt, dann ist das auch fürs Unternehmen gut.

Wo legt Vollmer aktuell Schwerpunkte?

Wir haben in den letzten Jahren viele technologische Schwerpunkte gesetzt. Mittlerweile haben wir alle Technologien im Haus – vom Schleifen übers Erodieren bis zum Laser. Unser Ziel war, Kunden technologieoffen beraten zu können und mit ihnen gemeinsam die jeweils beste Lösung zu finden. Diese Technologien entwickeln wir kontinuierlich weiter. Außerdem verfeinern wir unser Modulsystem, so dass wir möglichst unterschiedliche Anwendungen mit den gleichen Komponenten bedienen können. Letztlich mit dem Ziel, auch abseits des Werkzeugs Einsatzfelder zu finden. Das sehe ich auch als nachhaltig: Bestehende Lösungen zu nutzen, um neue Aufgaben zu erfüllen, ohne neue Werkzeuge oder Maschinen entwickeln zu müssen.

Vollmer hat einen Arbeitskreis Nachhaltigkeit gegründet. Was hat Sie dazu motiviert und welche Ziele verfolgen Sie damit?

Wir haben den Arbeitskreis zum einen gegründet, weil das Thema gesellschaftlich wichtig ist. Wir müssen verstehen, dass wir seit Jahrzehnten Raubbau an unserem Planeten betreiben. Um das zu ändern, müssen wir zunächst ein neues Mindset schaffen. Dazu ist im Arbeitskreis das ganze Unternehmen abgebildet. Aus jedem Bereich sind Mitarbeiter dabei, die zum einen ein neues Bewusstsein ins Unternehmen tragen und andererseits Themen, Ideen und Vorschläge ihrer Kollegen aufnehmen und einbringen sollen.

Wie hat das Unternehmen vom Arbeitskreis bereits profitiert?

Das sind derzeit noch kleine Dinge. Beispielsweise haben wir am alten Standort – obwohl wir neu bauen werden – die gesamte Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Jeder Mitarbeiter hat einen hochwertigen Kaffeebecher mit Deckel bekommen, Plastikbecher gibt´s bei uns nicht mehr. Jetzt im Winter haben wir die Kühlschränke abgestellt. Das sind alles Kleinigkeiten, aber Kleinvieh macht auch Mist. Außerdem trägt es dazu bei, das Bewusstsein zu schärfen. Und dieses neue Bewusstsein kann dann – im Idealfall – auch die Basis sein für neue Ideen, um unsere Maschinen und Produkte zu verbessern. Wichtig ist uns, dass alle Ideen und Vorschläge der Mitarbeiter gehört und diskutiert werden. Und dann wird entschieden, was wir kurzfristig umsetzen können und was erst am neuen Standort kommt.

Wie kann Vollmer seine Kunden dabei unterstützen, nachhaltiger zu agieren?

Die Langlebigkeit und die sichere Ersatzteilversorgung sind die Basis für die hohe Verfügbarkeit unserer Maschinen und bedeuten eine hohe Investitionssicherheit. Außerdem diskutieren wir mit unseren Kunden, wo und wie wir sie noch besser unterstützen können. Der eigentliche Schärfprozess ist ziemlich ausgereizt, aber in den Nebenzeiten liegt noch viel Potenzial. Einer der größten Trends der nächsten Jahre wird deshalb die Automatisierung sein – nicht nur des Schärfprozesses, sondern der Betriebsabläufe insgesamt. Angesichts der zu erwartenden Deglobalisierung müssen die Maschinen an unseren Hochlohnstandorten möglichst 24/7 laufen. Über die Handlingsysteme hinaus müssen sie zudem autarker werden, bessere Möglichkeiten zur Datenauswertung und -nutzung bieten und so gestaltet sein, dass die Bediener immer komplexere Prozesse beherrschen können.

Müssten wir – um Ressourcen zu schonen – nicht langlebigere Produkte herstellen, die sich besser reparieren lassen, statt sie einfach auszutauschen?

Werkzeugmaschinen sind in Sachen Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Modernisierung – im Vergleich zu vielen Konsumerprodukten – heute schon sehr gut unterwegs. Trotzdem haben auch wir noch Potenziale, die wir heben können. Das Stichwort heißt Zirkularökonomie. Aber schon heute sind Werkzeugmaschinen an ihrem Lebensende zum größten Teil recycelbar. Problematisch sind lediglich die Elektronikkomponenten. Da müssen wir Wege finden, auch sie zu recyceln oder sie länger nutzen zu können.

Wie passt das zur gängigen Theorie, nur konstantes Wachstum führe zum Glück?

Eines ist klar: Wir müssen umdenken. Immer schneller, höher, weiter – das funktioniert nicht mehr. Unbegrenztes Wachstum nennt man in der Medizin Krebs. Aber diesen Wandel müssen wir mit Umsicht und Pragmatismus gestalten. Dogmas sind hier fehl am Platz und werden am Ende mehr Probleme als Lösungen schaffen. Ein Beispiel: Die Elektromobilität in der aktuellen Form ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Natürlich kann man sagen, wenn wir uns nicht ambitionierte Ziele setzen, werden wir nichts erreichen. Aber diese einseitige Fokussierung begrenzt Innovation. Das sollte nicht sein. Ziele sollten technologieoffen formuliert sein. Die Aufgabe der Politik sehe ich darin, diese Ziele zu definieren und zu überwachen, dass sie erreicht und nicht umgangen werden. Welche Wege zum Ziel führen, sollte die Politik jenen überlassen, die mit der Materie vertraut sind. Wir könnten die Probleme der Welt lösen, wenn alle an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen würden. Solange aber einige nach dem Prinzip ‚Der Stärkere gewinnt‘ ihre Interessen maximal durchsetzen wollen, schaffen wir das nicht.

Wie gelingt es, die oft als widersprüchlich geltenden Begriffe Ökonomie und Ökologie unter einen Hut zu bringen?

Wir werden schon bald keine Ökonomie mehr haben können, wenn wir uns nicht in Richtung Ökologie verändern. Diese Veränderung ist aber auch nicht von heute auf morgen möglich. Vielleicht sind die gestiegenen Gaspreise kein ideales Beispiel, weil sie uns von einer Führungsriege aufgezwungen wurden. Aber irgendwann sind die Ressourcen ohnehin erschöpft. Die aktuelle Entwicklung nimmt dieses Szenario nur vorweg. Wir müssen also reagieren. Ökonomie und Ökologie – das ist für mich kein Widerspruch mehr.

Welche Entwicklungen sind noch erforderlich, um den Einfluss einzelner Prozessglieder auf die gesamte Wertschöpfungskette bewerten zu können?

Um die komplette Wertschöpfungskette zu optimieren, müssen Daten über Systemgrenzen hinweg vernetzbar sein. Das klingt einfach, ist aber hochkomplex. Wenn wir unterschiedliche Prozesse vergleichen wollen, brauchen wir Schnittstellenstandards. Die lange Tradition vieler Unternehmen, ihre gewachsenen Strukturen und Systeme lassen sich aber nicht einfach in Standards pressen. Hinzu kommt: Standardisierung ist für manchen ohnehin ein schwieriges Thema. Einige sagen noch immer: ‚Wenn meine Daten bekannt sind, bin ich vergleichbar und verliere meinen Wettbewerbsvorteil.‘ Diese Denkweise können wir uns aber nicht länger leisten. Wir müssen die Datenströme vereinheitlichen – ein Ansatz dazu ist die Umati-Initiative von VDW und VDMA. Das birgt enormes Potenzial für uns alle.

Oft hat man den Eindruck, als innovativ gilt nur noch, was digital funktioniert. Entstehen durch diesen Fokus nicht auch neue Risiken und Abhängigkeiten?

Bits und Bytes erzeugen kein Bauteil. Aber die Digitalisierung hilft, Prozesse zu optimieren. Sie ist eine wichtige Komponente, sicher nicht die Einzige, die wichtig ist. Was die Risiken betrifft: Da ist schon einiges zu beachten. Vor allem das Thema Cyber Security. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Sicherheit unserer Systeme zu optimieren. Kriminelle Energie einigermaßen im Griff zu behalten, ist eine große Aufgabe. Zu den weiteren Fragen, die es zu klären gilt, gehört: Wer darf welche Daten wie nutzen? Was passiert bei einem längeren Stromausfall? Wer ist verantwortlich, wenn bei Computer-gesteuerten Prozessen Fehlfunktionen auftreten? Wir befinden uns da in einem n-dimensionalen Raum, den es stetig zu füllen gilt. Wir müssen uns der Gefahren bewusst sein und entsprechend vorbeugen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass das Internet einer der größten Energieverbraucher der Welt ist. Entsprechend sorgsam sollten wir diese Ressource einsetzen. Trotzdem: Wir werden die Herausforderungen unserer Zeit ohne Digitalisierung nicht bewältigen können.

Was hat Sie motiviert, in das Start-up Ultra-Tec zu investieren?

Wir wollen neue Anwendungsfelder finden, um unser klassisches Geschäft nachhaltig betreiben zu können. Die Technologie von Ultra-Tec kann uns helfen, die Türen von Unternehmen zu öffnen, an die wir bislang nicht heran kamen. Insofern passt das sehr gut zu uns. Mit dem Ultraschall-Entgratverfahren lassen sich Grate an unterschiedlichsten Bauteilen entfernen. Das können Metall- oder Kunststoffteile sein, Teile aus dem Maschinenbau, der Uhrenindustrie oder der Medizintechnik. Das Verfahren deckt ein riesiges Feld ab. Das Tolle ist, es verbraucht nur drei bis fünf Prozent der Energie bisheriger Entgratverfahren. Wir sehen da enorme Potenziale. Deshalb haben wir uns zu 75 Prozent an Ultra-Tec beteiligt.

Was bedeutet es für Sie, ein familiär geprägtes Stiftungsunternehmen zu sein?

Die familiäre Prägung macht uns aus, und sie macht uns stark. Mit weltweit rund 860 Mitarbeitern haben wir genau die Größe, die wir gut finden. Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen. Als Stiftungsunternehmen mit einem genügsamen Gesellschafter sind wir in einer privilegierten Lage und sehr froh, unseren bisherigen Weg weiter gehen zu dürfen. Unser primäres Ziel ist nicht kurzfristiger Gewinn, sondern unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen. Mit dem Stiftungsmodell hat unsere Senior-Chefin Fräulein Vollmer eine gute Nachfolgeregelung getroffen und den Fortbestand des Unternehmens in ihrem Sinne und im Sinne ihres Vaters gesichert. Heinrich Vollmer gab seiner Tochter auf dem Sterbebett den Auftrag: ‚Kümmere Dich um die Mitarbeiter und die Firma.‘ Das tat sie, seit sie 1962 ins Unternehmen eintrat und 1964 die Geschäftsleitung mitübernommen hat – zu einer Zeit also, in der es absolut unüblich war, dass eine Frau ein Maschinenbauunternehmen leitet. Bis heute sieht Fräulein Vollmer die Mitarbeiter als Familie. Auch wenn sie mittlerweile nicht mehr ins Tagesgeschäft eingebunden ist, so ist sie im Unternehmen und bei den Mitarbeitern nach wie vor präsent und hoch geschätzt. Mit ihren 98 Jahren nimmt sie noch immer ihre Funktion im Aufsichtsrat wahr, ist an allem interessiert und diskutiert mit.

Welche Aufgaben hat die Sieglinde-Vollmer-Stiftung?

Die Stiftung ist unser Fundament. Sie besitzt indirekt 80 Prozent des Unternehmens, 20 Prozent sind im Besitz der Nichten von Fräulein Vollmer. Die Stiftungszwecke – die Förderung junger Menschen in künstlerischen und technischen Berufen, die Förderung der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften sowie das soziale und kulturelle Engagement in und um Biberach – sagen viel über die Werte unseres Gründers und seiner Tochter. Die Ausbildung und Förderung junger Menschen waren und sind eine Herzensangelegenheit der Firmenleitung. Und wozu das führen kann, zeigt Ultra-Tec. Das Verfahren wurde von einem 17-Jährigen entwickelt, den wir vor vier Jahren im Rahmen des Sieglinde-Vollmer-Preises – er wird für besondere Leistungen in den MINT-Fächern vergeben – kennenlernten. Damals war uns schon klar: Diesen jungen Mann müssen wir im Auge behalten.

Wie gehen Sie mit dem Thema Fachkräftemangel um?

Konstruktiv. Man kann den Finger in manche Wunde legen, aber wenn man nichts tut, darf man sich auch nicht beklagen. Es muss uns gelingen, junge Menschen wieder für die Berufsbilder im Maschinenbau zu begeistern. Das ist keine Sache einer einmaligen Aktion. Wir zeigen uns. Wir sind offen. Jeder darf uns besuchen. Wir machen Führungen. Wir erklären unsere Technologien. Wir zeigen, wie ein Produkt entsteht… Und unsere Besucher nehmen den Eindruck mit, dass Maschinenbau weder dreckig noch laut ist, sondern hochmodern und sehr spannend. Aktuell bilden wir rund 80 Jugendliche aus, bei etwa 600 Mitarbeitern hier am Standort. Um genügend gute Bewerber zu finden, pflegen wir seit 2005 Kooperationen mit verschiedenen Schulen. Ich werde oft von Kollegen nach dem ROI gefragt. Der lässt sich nicht so einfach messen, aber wir haben – trotz des für eine Kleinstadt ungewöhnlich großen Wettbewerbs durch namhafte Unternehmen – nach wie vor genügend Bewerber. Dazu kommt: Aus vielen Mitarbeiterfamilien waren und sind mehrere Generationen für uns tätig.

Welche Rolle spielt an dieser Stelle VCampus?

Auf den Führungsebenen von Unternehmen gibt’s schon lange Ausschüsse, bei denen Fachkräfte zusammenkommen, um sich weiterzubilden und sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Wir haben uns gefragt, warum es das nicht auch für den Nachwuchs gibt? So entstand VCampus. Das Konzept sieht vor, Auszubildende – und Ausbilder – anderer Unternehmen zu uns einzuladen und ihnen an zwei oder drei Tagen vielfältige ausbildungsrelevante Informationen an die Hand zu geben. Vor allem sollen sie aber auch die Möglichkeit erhalten, zu netzwerken und sich auszutauschen. Anfangs gab es seitens anderer Unternehmen die Sorge, wir wollten Auszubildende abwerben. Als sie dann aber erkannten, dass das Thema Fachkräftemangel eine gesellschaftliche Aufgabe ist, die wir nur gemeinsam stemmen können, war die Resonanz sehr positiv. Deshalb bieten wir VCampus künftig alle zwei Jahre an.

Wie steht´s um den geplanten Neubau?

Eigentlich wollten wir Anfang 2020 mit dem Neubau beginnen. Nach den Ereignissen und der Unsicherheit rund um Corona konnten wir im Februar 2020 aber nicht anders entscheiden, als das Projekt zunächst ruhen zu lassen. Jetzt beschäftigen uns steigende Energie- und Baupreise. Deshalb fragen wir uns im Moment, wie viel des ursprünglichen Konzepts wir derzeit guten Gewissens in einem Schritt umsetzen können und wie sich das Gesamtprojekt in Bauabschnitte gliedern lässt. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir 2024 endlich starten können. Die Zeit bis dahin brauchen wir, um die Bauabschnitte sinnvoll zu strukturieren. Wir planen so, dass am Ende das ursprüngliche Konzept stehen wird. Klar, aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, das Projekt wie geplant durchzuziehen, aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

Welche Rolle spielt der Neubau im Nachhaltigkeitskonzept von Vollmer?

Eine tragende. Der Neubau ist der große Block in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Stichworte sind hier unter anderem Photovoltaik, Erdwärme, Brennstoffzelle oder LED-Beleuchtung. Dort werden wir all das umsetzen, was wir bislang am alten Standort nicht umsetzen konnten.

Als in Biberach tief verwurzeltes Unternehmen – wie können Sie dazu beitragen, Stadt und Region auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft zu stärken?

Das Schöne an familiengeprägten Unternehmen ist, dass sie sehr standorttreu und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Wenn das dann von den Verantwortlichen der Stadt zurückgespiegelt wird, dann kann man viel bewegen. Das sieht man hier in Biberach, einer der leistungsstärksten Regionen Deutschlands. Das ist hier in dieser Form nur möglich, weil Industrie, Handwerk, Handel und Stadt Hand in Hand arbeiten und wichtige Themen gemeinsam gestalten. Ein Beispiel: Wir sind gerade dabei – gemeinsam mit der Hochschule Biberach sowie anderen Unternehmen und Institutionen – ein MINT-Cluster zu gründen. Die Überlegung war: Es gibt eine Jugend-Kunstschule und eine Jugend-Musikschule – warum gibt es keine Jugend-MINT-Schule, mit der man junge Menschen spielerisch an die Naturwissenschaften und an die Technik heranführen kann? Aber auch in anderen Bereichen werden wir uns weiterhin – entsprechend unseres Stiftungszwecks – in der Region engagieren. Wir stehen klar zum Standort und wollen unseren Mitarbeitern auch künftig einen interessanten und sicheren Arbeitsplatz bieten. Wir arbeiten zwar global, sind aber lokal orientiert.

Wie wird Vollmer 2025 aussehen?

Wir haben unsere Strategie 2025+. Wenn wir unseren Weg ohne große Veränderungen der Rahmenbedingungen gehen können, bin ich sehr positiv gestimmt. Zu unseren Zielen gehört, weiterhin ein innovatives und wertschätzendes Unternehmen zu sein, das seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt.

Kontakt:
Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH
Ehinger Str. 34
88400 Biberach/Riß
Tel.: +49 7351 5710
info@vollmer-group.com
www.vollmer.de

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