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Hydraulik: Hänchen bahnt anwendungsoptimierten Zylindern den Weg

Hydraulik
Hänchen bereitet anwendungsoptimierten Zylindern den Weg

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Moderne Einsatzgebiete erfordern zunehmend effizientere, genauere und vor allem anwendungsoptimierte Hydraulikzylinder. Präzise an die jeweilige Anwendung in ihrem Kontext angepasst, lassen sich ideale Antriebe entwickeln und produzieren.

Jörg Beyer
Freier Journalist in Tübingen

„Den einen perfekt passenden Hydraulikzylinder für alle Fälle gibt es nicht. Es gibt aber Zylinder, die für eine bestimmte Anwendung besonders geeignet sind“, beschreibt Geschäftsführer Stefan Hänchen die Denkweise der Herbert Hänchen GmbH & Co. KG. „Das heißt immer andere, sich manchmal sogar widersprechende Maßstäbe zu berücksichtigen. Zum Beispiel technische Leistungswerte, konstruktive Möglichkeiten, Fertigung und Kosten“, so Hänchen. Ziel sei es, Overengineering zu vermeiden. Dann erhalte der Kunde genau so viel Zylinder, wie er brauche.

Erfolgen kann dies durch die Kombination von Fertigungstechnologien, eine optimierte Zylinderkonstruktion oder mit dem passenden Werkstoff. Beispielsweise ist ein Parameter für die individuelle Auslegung die Belastung. An einen Zylinder im 24-Stunden-Betrieb in einer Kunststoffspritzmaschine stellen sich viel höhere Anforderungen als an einen, der ein schweres Tor alle zwei Wochen öffnet und schließt. Dazwischen gibt es eine enorme Bandbreite an möglichen Lösungen. Dabei macht es einen Unterschied, ob ein Zylinder einmal oder fünfmal gefertigt wird oder über mehrere Jahre hinweg regelmäßig. Dieser Unterschied spiegelt sich dann auch in den Stückkosten.

Leistung und Kosten sorgsam austariert

Diese differenzierte, kundenorientierte Arbeitsweise unterscheidet Hänchen von den allermeisten Mitbewerbern. Die Frage nach dem individuellen Anwendungsprofil steht deshalb bei Hänchen am Anfang des Auswahlprozesses für ein bestimmtes Produkt. Die Standardzylinder im Produktkonfigurator HäKo sind qualitativ so ausgelegt, dass sie auf viele verschiedene Anwendungen passen. Das Bedeutet: Braucht der Kunde nur wenige Zylinder, kann er hier einen guten Zylinder schnell konfigurieren, der seine Anwendung gut bedient. Denn jede Sonderauslegung kostet Zeit und Geld. Bei extremen Anforderungen designt Hänchen mit dem Kunden einen speziell auf die Anwendung angepassten Zylinder. Und wenn eine regelmäßig wiederkehrende Stückzahl benötigt wird, lohnt es sich, den HäKo-Zylinder als Basis zu nehmen und diesen auf die Anwendung hin qualitativ sowie kostentechnisch zu optimieren.

Es gibt im Sondermaschinenbau die Ingenieurstradition des Overengineering, etwa mit dem Sicherheitsfaktor zwei, drei oder sechs zu arbeiten – nur um ganz sicher zu sein. Doch wo Anforderungen präzise ermittelt werden, ist die Entscheidung möglich, welche Qualitätsfeatures genügen. Es muss eben nicht immer das technisch maximal Machbare sein, sondern die passende Lösung. Dabei begleitet der schwäbische Hydraulikhersteller die Kunden schon in der Auslegungsphase. Hier wird etwa entschieden: Braucht es ein Highend-Dichtungssystem oder eine einfache Standarddichtung, wird die leistungsfähige Serienkonstruktion benötigt oder reicht ein abgespeckter individueller Zylinder? Über 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Hydraulikzylindern sind eine optimale Basis für die Beratung bei einer individuellen Lösung. Dies ist ein Rightsizing, kein Downsizing. Es ist eine Anpassung der Konstruktion an die Gegebenheit – auch aus ökonomischer Sicht.

Rightsizing

Für spezielle High-End-Anwendungen können die Ostfilderner Standardtechnologien ohne Sonderkonstruktionen erweitern und ausdifferenzieren. Einfache Aufgaben etwa mit wenigen Lastwechseln erlauben vereinfachte Zylinderkonstruktionen ohne Einschränkung der in der Anwendung wirksamen Qualität. Dies ist aber nur sinnvoll, wenn die Zylinder in höherer Stückzahl oder als wiederkehrende Serie produziert werden.

Optimierte Geometrie kann Kosten und Bauraum sparen

Eine Geometrieoptimierung zur Anpassung des Zylinders direkt an eine spezielle Maschine kann neben Kosten auch Bauraum sparen. Entscheidend sind Dauerbelastungsprofile oder Analysen am Einsatzort. Beispielsweise sind Zylinder, die in Fertigungshallen eingesetzt werden, meist weniger Umgebungsbelastungen wie etwa Schmutz oder Hitze ausgesetzt als Zylinder in Gießereien oder im Freien. Diese Vorgabe entscheidet dann oft über spezielle Dichtungsmaterialien, zusätzliche Abstreifringe oder andere Konstruktionsmerkmale, die Hänchen den Kunden vorschlägt.

Fertigung

Leistungsfähige Fertigungszentren erlauben es, die Konstruktionsmerkmale besonders bei größeren Stückzahlen umzusetzen, die auf Serien optimiert sind. Schon ab fünf Stück lohnt es sich, angepasste Fertigungswege zu berücksichtigen, sofern Folgeaufträge vorgesehen sind. Dabei bestehen vielfältige Möglichkeiten: Sowohl Zylinderrohre als auch Verschlüsse lassen sich in einer roboterbasierten Komplettbearbeitung in einem Schritt fertigen. Um das zu ermöglichen, hat Hänchen die Fertigungssysteme für diese Bearbeitung optimiert und angepasst. Auch die vielfältigen Möglichkeiten einer langstangigen Fertigung und Bearbeitung, etwa durch Honen, schaffen hier zusätzliche Möglichkeiten.

Stückzahl-optimierte Prozesse

Solche stückzahl- und anwendungsoptimierten Hydraulikzylinder sind ein Schlüssel für sehr leistungsfähige Lösungen in kostensensitiven Bereichen. Im Fokus stehen Zylinder, die nur die wirklich notwendigen Eigenschaften haben. Auch beim Material bestehen Optimierungsmöglichkeiten, indem etwa passende Meterware im Lager bereitgestellt wird. Hier bietet Hänchen zeitgemäß für wiederkehrende Stückzahlen Lagerkapazitäten zur günstigen Bereitstellung von Roh- und Halbfertigprodukten. Und auch ähnliche Zylinderausführungen können in kleineren Stückzahlen in einem gemeinsamen Prozess optimiert werden, etwa wenn der Kolbendurchmesser gleich ist und so gleiche Rohre und Stangen bei allen Zylinderausführungen zum Einsatz kommen.

Qualität

„Es gibt aber gewisse Hänchen-Prinzipien, von denen wir überzeugt sind“, führt Stefan Hänchen fort. Und ganz direkt betont er: „Wir produzieren nicht blind jede Zylinderanfrage, sondern wollen eine Funktion liefern. Dies kann zu einem intensiven Beratungsprozess mit dem Kunden führen.“ Ein Kunde wollte beispielsweise Zugankerzylinder für eine Anwendung mit hohen Belastungen. Schließlich einigte sich Hänchen mit ihm auf einen Rundzylinder, der in den Einbauraum seiner Anwendung passte, weil der Anbieter das als funktionell wichtig erachtete. Stefan Hänchen: „Wir lehnen in spezielle Situationen die Lieferung von Zylindern ab, wenn sie nach unserem Wissensstand nicht sinnvoll umsetzbar sind. Ein Beispiel könnte ein Zylinder mit veralteter Dichtungstechnik wie die Dachmanschette sein. Denn der Kunde soll einen Zylinder erhalten, der durch die Balance von Leistung und Kosten für seine Anwendung optimal ist.“

Kontakt:

Herbert Hänchen GmbH & Co. KG

Brunnwiesenstraße 3

73744 Ostfildern

Tel. +49 711 441390
www.haenchen.de

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