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Ladegerät von Lapp Mobility spart Platz, Gewicht und Kosten

Elektromobilität
Ladegerät von Lapp Mobility spart Platz, Gewicht und Kosten

Oft benötigen E-Autofahrer mehrere Ladekabeltypen, um ihr Fahrzeug an den jeweils verfügbaren Steckdosen aufzuladen. Das Team der Lapp Mobility GmbH hat hierfür den Mobility Dock entwickelt: Das platzsparende Ladegerät ermöglicht in Kombination mit jedem Typ-2-Ladekabel das Laden an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose.

» Nora Nuissl, stv. Chefredakteurin Industrieanzeiger

Im Jahr 2021 wurden laut des Kraftfahrt-Bundesamts rund 1,3 Mio. Elektrofahrzeuge neu zugelassen, knapp 55 % sind reine Stromer. Der Anteil an Elektro-Pkw stieg damit auf 1,3 % (ein Plus von 100 % gegenüber 2020) und der an Hybrid-Pkw auf 3,4 % (+ 66,2 %) im Gesamt-Pkw-Markt in Deutschland an.

Mangelhafte Ladeinfrastruktur und komplizierte Ladeprozesse sind jedoch noch Hindernisse. Elektroautofahrer führen daher etwa neben dem Mode-3-Ladekabel für die Ladesäule (auch Typ-2-Ladekabel genannt) ein zusätzliches Mode-2-Ladekabel mit, um notfalls auch an einer Haushalts- oder Industriesteckdose laden zu können. Das Team der Lapp Mobility GmbH, einem Corporate Start-up des Verbindungstechnologiespezialisten Lapp, hat daher ein Ladegerät entwickelt, das man in Kombination mit einem Mode-3-Ladekabel genauso an einer Haushaltssteckdose anschließen kann wie das Mode-2-Ladekabel. Der Mobility Dock wiegt mit Maßen von 255 x 135 x 105 mm³ nur 730 g und ist laut Anbieter sehr platzsparend im Kofferraum.

Einfache und sichere Handhabung des Ladegeräts

Um den Ladevorgang zu starten, wird das Mode-3-Ladekabel in die Typ-2-Steckdose des neuen Ladegeräts gesteckt. Dieses wiederum wird für den Ladevorgang mit verbundenem Ladekabel in die Schuko-Haushaltssteckdose gesteckt. Eine LED zeigt den Gerätestatus an. Dabei sind alle Komponenten stabil und fest verankert. Zur Sicherung an der Gebäudewand an der Geräteseite ist eine Stütze integriert, die durch Betätigung eines Druckknopfs entriegelt wird. Damit erfolgt die Feinjustierung der Stütze an der Gebäudewand. Das gesteckte Mode-3-Ladekabel wird über eine Mechanik am Gehäuse verriegelt und kann über den auf der Rückseite befindlichen Entriegelungshebel wieder gelöst werden. So lasse sich das Mode-3-Ladekabel mit geringem Kraftaufwand aus dem Ladegerät ziehen.

Die Kommunikation des Ladegeräts zum Fahrzeug erfolgt über eine im Gerät integrierte Kontrolleinrichtung, die den Ladestrom bis maximal 10 A einstellt und den Ladevorgang steuert. Somit werde eine Ladeleistung von maximal 2,3 kW erreicht. Das Gerät überwacht die Gerätetemperatur sowie die Temperatur an der Schuko-Haushaltssteckdose. Wird eine erhöhte Temperatur am Netzstecker erkannt, reguliert das Ladegerät selbständig die Ladeleistung, um eine Überhitzung zu vermeiden. Als weitere Schutzfunktion für den Anwender ist eine Erdleiterüberwachung sowie das Erkennen von Gleichstrom- und Wechselstromfehlern im Ladegerät enthalten. Gleichstrom- und Wechselstromfehler werden bis 6 mA DC und 30 mA AC erkannt und abgesichert. Dies entspricht den Vorgaben der Gerätenorm IEC 62752.

Platzsparendes und mobiles Ladegerät

Durch die im Gehäuse integrierte Typ-2-Steckdose ist der Mobility Dock mit dem europäischen Ladekabelstandard kompatibel und kann von jedem Elektro- und Hybridfahrzeug in Europa genutzt werden. Das Gehäuse ist allseitig Strahlwassergeschützt (gemäß IP 55) und für Stürze aus jeder Lage aus einer Höhe von 1 m ausgelegt. Die Abdeckkappe für die Typ-2-Steckdose schützt das Ladegerät zusätzlich vor Verschmutzung.

„Unser Mobility Dock ist ein wichtiger Baustein, um der Elektromobilität einen weiteren Schub zu geben.“
Frank Hubbert, Geschäftsführer der Lapp Mobility GmbH

Maßgeschneiderte Ladegeräte und Ladekabel

Das Unternehmen hat bereits für den BMW i3, den Hyundai Kona oder den E-Caddy von Abt sowie für den Carsharing-Anbieter Drive Now in Kopenhagen maßgeschneiderte Ladeprodukte entwickelt. Auch für Jaguar Land Rover wird ein Ladesystem produziert. Hubbert betont: „Wir liefern unsere Produkte europaweit und haben in diesem Jahr bereits große Aufträge aus den wichtigen E-Mobilitätsmärkten Schweiz und Norwegen erhalten.“

Die Lapp Mobility GmbH verfügt über ein umfangreiches Programm an Produkten rund um das Laden von Elektrofahrzeugen. Das Mode-3-Ladekabel für die Ladesäule, das standardmäßig im Kofferraum eines Elektroautos mitgeführt wird, gibt es bei Lapp in verschiedenen Kabelformen. Neben den gängigen glatten Kabeln gibt es auch Spiralkabel und die sogenannte Helix. Das ist ein Typ-2-Ladekabel, das durch Erhitzung in eine permanente Helixform gebracht wird. Das biete den Vorteil, dass sich das Ladekabel nach dem Ladevorgang automatisch in seine Form zurücklegt und sich somit gewissermaßen selbst aufräumt. Das aufwendige Aufrollen von Hand entfällt damit, heißt es.

Weitere Ladelösungen von Lapp

Für das Laden zu Hause hat der Stuttgarter Verbindungstechnologieanbieter Lapp mit der Mobility Wallbox Home Pro zudem eine Wallbox im Portfolio, die von der KfW mit 900 Euro gefördert wird. Das passende Mode-3-Ladekabel wird im Set mitgeliefert. Das sei eine besonders kostengünstige Möglichkeit, zu Hause zu laden. Dieses Ladekabel mit integrierter Control-Box (IC-CPD) kann mit einer Halterung an der Garagenwand angebracht und entweder an einer normalen Haushaltssteckdose oder an einer CEE-Steckdose angeschlossen werden. Möchte man das Mode-2-Ladekabel unterwegs dabeihaben, nimmt man es einfach von der Wand und legt es als mobile Ladestation in den Kofferraum.

Das neue Ladegerät ist seit April 2022 erhältlich, unter anderem im Online-Shop Lapp Mobility: www.lappmobility.lappgroup.com/shop.
Mehr Infos zum Mobility Dock gibt es auch unter: www.lappmobility.com

Kontakt:
Lapp Mobility GmbH
Oskar-Lapp-Str. 2
70565 Stuttgart
www.lappmobility.lappgroup.com


Frank Hubbert ist Geschäftsführer bei der Lapp Mobility GmbH in Stuttgart.
Bild: Lapp

„Autofahrer möchten keine zwei Ladekabel im Kofferraum transportieren“

Ist der Mobility Dock ein von Lapp eigengetriebenes Projekt oder wurde die Lösung aufgrund des Bedarfs im Markt entwickelt?

Es gibt am Markt für diese Art der Ladelösung nur die sogenannten „Ladeziegel“. Das ist ein unhandliches und teures Mode-2-Ladekabel im Kofferraum. Wir sind der Ansicht, dass Autofahrer keine zwei Ladekabel im Kofferraum transportieren möchten. Daher haben wir nach einem internen Ideen- und Design-Sprint begonnen, den Mobility Dock zu entwickeln.

Der Mobility Dock ist seit April erhältlich: Wie wird er im Markt angenommen?

Derzeit liefern wir den Mobility Dock ausschließlich über erste ausgewählte Handelskunden und unseren Webshop aus. Hier ist die Nachfrage hoch, da es bis heute solch ein „pfiffiges“ Produkt am Markt nicht gibt und die Neugierde sehr groß ist. Die ersten zwei Tranchen mit fast 1.000 Stück sind bereits ausgeliefert.

Wir planen darüber hinaus einen Verkauf an die Automobilhersteller, die den Mobility Dock als Zubehör wiederum ihren Kunden anbieten. Der Verkauf erfolgt dann überwiegend über die Autohäuser der jeweiligen Marken. Hierzu richten wir derzeit in unserem E-Shop der Lapp Mobility GmbH eine Kaufmöglichkeit für Fahrzeughändler ein, damit diese schnell und einfach (digital) ihre Bestellungen aufgeben können. Der Versand an die Händler erfolgt dann innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen.

Wieviel kostet die Lösung?

Der Endkundenpreis ist 289 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Derzeit bieten wir den Mobility Dock mit einen Markteinführungspreis von 259 Euro an.

Ist bereits ein weiterer Ausbau des Portfolios in diese Richtung (platzsparende Ladelösungen) geplant?

Wir planen eine Erweiterung des Mobility Dock um Varianten für die Märkte in der Schweiz, Dänemark und UK bis zu Jahresbeginn 2023, da in diesen Ländern die Vorgaben der Anschlüsse an das Haushaltnetz von denen in Deutschland abweichen. Somit kann der Mobility Dock in allen Ländern in Europa, außer Norwegen, eingesetzt werden.

Wir werden bald den Mobility Dock mit einem besonders leichten Ladekabel mit zehn Meter Länge oder mehr anbieten, sodass die E-Autofahrer den Mobility Dock während des Urlaubs in zum Beispiel ihrer Ferienwohnung zum Einsatz bringen können. Denn oftmals werden die Fahrzeuge vor der Ferienwohnung ohne vorhandene Wallbox oder einen anderen Anschluss in unmittelbarer Nähe abgestellt.

Darüber hinaus denken wir über Ladelösungen im Bereich Vehicle to Load (V2L) nach, sodass der Anwender Strom aus seinem E-Auto abzapfen kann. Hier wird also nicht die Batterie des Fahrzeugs geladen, sondern dass E-Auto versorgt einen externen Verbraucher (E-Fahrrad, Elektrogrill, Musikanlage, Laptop, Staubsauger oder auch ein zweites E-Auto) mit Strom mit 220 V.



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