ThinKing Award: Beste Leichtbau-Innovationen aus BaWü ausgezeichnet

ThinKing Award

Beste Leichtbau-Innovationen aus BaWü ausgezeichnet

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Seit fünf Jahren stellt die Landesagentur Leichtbau BW jeden Monat eine einschlägige Innovation vor – insgesamt 46 „ThinKings“ sind es bisher. Nun hat eine Fachjury die beeindruckendsten mit Awards gekrönt – zum Zeichen, welches Potenzial in fortschrittlichem Leichtbau steckt.

„Besonders beeindruckt mich, wie facettenreich der Leichtbau ist“, sagte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Katrin Schütz in ihrem Grußwort zur Preisverleihung am 5. Februar 2019. „Ganz unabhängig davon, wer heute gekürt wird, sind sie in meinen Augen alle Sieger.“ Damit hob die Politikerin darauf ab, dass unterschiedlichste Innovationen aus unterschiedlichsten Branchen in Stuttgart zu sehen waren. Dass dieses Leichtbau-Projekt des Landes inzwischen als Erfolgsgeschichte gilt, belegen die Aktivitäten des Bundeswirtschaftsministeriums. Das BMWi plant zum 1.1.2020 den Start eines „Technologie-Transferprogramm Leichtbau“, das eine ähnliche Strategie verfolgt wie die im Süden umgesetzte Leichtbau-Offensive. Am 3. Juli wird es einen Roadmapping-Workshop in Berlin geben.

Thomas von Löwis vom Rennstall Four Motors, der bereits Bioconcept-Cars gemeinsam mit Porsche erarbeitet hatte, wusste beim Preisverleih indes Technologie mit Humor zu vermischen. „Wer leichter wird, wird beweglicher, schneller und benötigt weniger Energie. Das können wir für uns selbst auch gebrauchen“, meinte er. Und fachlich: „Die meisten Leichtbauprodukte sind aus Aluminium oder Carbonfasern – tolle Materialien. Aber ich denke, es gibt bessere Lösungen.“

Leichbau-König: E-Bike wiegt nur 12 kg

Just der erste ThinKing-Award für 2014/15 wurde aber gerade für eine Konstruktion aus Carbonfasern verliehen: CarboFibretec aus Friedrichshafen hatte ein E-Bike entwickelt, in dessen Carbonrahmen der Antrieb, Akku und Motor versteckt sind. Nur 12 kg wiegt der Prototyp – die Hälfte von üblichen Kontruktionen. Und die Sieger sehen sich in der Lage, das Gewicht bis auf 10 kg zu drücken. Neu sei auch der Antrieb nach dem „Transrapid-Prinzip“, erklärten sie. Mit ihm ließe sich das Bike theoretisch bis auf 100 km/h beschleunigen, was sie aber keinem Radler empfehlen wollten.

Thomas Siebel, verantwortlicher Redakteur der Fachzeitschrift Lightweight Design, ergriff das Wort für die sechsköpfige Fachjury, zu der auch der Chefredakteur des Industrieanzeigers im Konradin Verlag, Werner Götz, gehörte. Siebel erklärte den übergreifenden Charme modernen Leichtbaus. „Das ist vielleicht die Königsdisziplin des Leichtbaus: Ich habe drei Teile, die ihre Funktion erfüllen, und packe sie in ein einziges, leichteres Teil.“ Das gilt für viele Leichtbau-Innovationen, wenn auch nicht alle. Den ThinKing Award 2016 erhielt zum Beispiel die Rosswag GmbH für ihre hybride Kombination aus Schmieden und Lasersintern. Mittels 3D-Druck werden so komplexe Bereiche, etwa mit innenliegenden Strukturen, auf das geschmiedete Teil aufgedruckt. Rosswag stellt dafür das Metallpulver selbst her aus rund 400 im Betrieb bewährten Legierungen, die zur Auswahl stehen.

Stahlbrücke spart 90 % Material ein

Der ThinKing 2017 ging ins Bauwesen. Die Str.ucture GmbH erhielt sie für eine Konzeptstudie zur Überdeckelung der A8 bei Stuttgart in Leichtbauweise. Die Idee sieht vor, eine bereits bestehende, 5 m breite Stahlbrücke mit Seilnetzen auf eine Gesamtbreite von 45 m zu erweitern und zu begrünen. Gegenüber herkömmlicher Bauweise lassen sich so 90 % des Material einsparen und die Baukosten halbieren, hieß es.

Kann man ein Auto innerhalb von nur vier Monaten entwickeln? Dass das geht, hat die Emm! solutions GmbH mit ihrem Konzeptleichtbaufahrzeug Ilo1 gezeigt – und erhielt den ThinKing Award 2018 dafür. Über eine webbasierte Software wurde die Produktion und Entwicklung der Teile gesteuert und die Konstruktionsaufgabe auf ein Netzwerk aus Ingenieuren und Lieferanten verteilt – die Umsetzung schaffte ein Mini-Team, das heute zwölf Mitarbeiter zählt. Der Prototyp mit einem Gewicht von unter 450 kg hat eine Straßenzulassung.

Magnesium mit lokaler PEEK-Schicht trotzt Verschleiß

Der Gewinner des fünften Preises des Abends, dem Community Award, wurde nicht von der Fachjury bestimmt, sondern durch ein Online-Voting ermittelt. 2500 Personen hatten abgestimmt: Gewonnen hat die ELB – Eloxalwerk Ludwigsburg Helmut Zerrer GmbH aus Ludwigsburg für ihr Verfahren, Leichtbauteile aus Magnesium durch den Laser gezielt mit PEEK zu beschichten. Die Bauteile erhalten so eine bis zu 100-fach längere Haltbarkeit gegenüber Verschleiß. „Mit unserer Beschichtung können die Anwender dort Leichtbau betreiben, wo es bisher unmöglich ist“, erklärten die Ludwigsburger den Clou ihres Produkts. (os)

Infos mit Videos: www.thinking-award.de

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