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BMW organisiert weltweite Ersatzteilversorgung mit Staplerflotte von Still

Lagertechnik
BMW organisiert weltweite Ersatzteilversorgung mit Staplerflotte von Still

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Im neuen Verteilzentrum von BMW in Wallersdorf sorgt eine Staplerflotte des Herstellers Still für einen schnellen und sicheren Warenfluss. Insgesamt sind an dem Standort 211 Flurförderzeuge und Routenzüge im Einsatz.

Gerd Knehr
Fachautor in Reutlingen

Im Dezember eröffnete der Autobauer BMW in Wallersdorf ein neues Verteilzentrum und Lager für Ersatzteile. Mit einer Fläche von 235 000 m² ist der Hallenverbund der größte Einzelstandort im Bereich der Aftersales-Logistik der BMW Group. Zusammen mit dem 144 000 m² großen Lager in Bruckberg bei Landshut und dem Dynamikzentrum in Dingolfing bildet er die sogenannte Zentrale Teileauslieferung (ZTA) und ist das weltweite Ersatzteillager des Konzerns. Die Neustrukturierung der ZTA ist eines der größten Lager- und Logistikprojekte in Europa. Dabei wurde die Lagerstruktur, die bislang auf Teilegrößen basierte, auf Zugriffshäufigkeit umgestellt. Gleichzeitig wurde die Lagerkapazität erhöht. Der Logistikdienstleister Imperial Logistics International mit Hauptsitz in Duisburg wurde mit der Bewirtschaftung des Lagers beauftragt. Imperial ist seit Jahren ein Partner der BMW Group und hat viel Erfahrung im Bereich der Automobil- und Ersatzteillogistik.

Für einen optimalen Warenfluss im Zentrallager sorgen elektrische Flurförderzeug des Herstellers Still. Zur Flotte gehören RX60-Elektrostapler mit einer Tragkraft von 5 t, die im Wareneingang gleich vier Gitterboxen mit schweren Bremsscheiben auf einmal vom Lkw aufnehmen können. Schnelle RX20-Frontstapler transportieren diese in das Blocklager. Bis zu fünf Gitterboxen lassen sich mit dem Dreifach-Hubgerüst transportieren. Die wendigen Dreirad-Elektrostapler sind auch zur Verladung der Lkw und an den Bahnhöfen der Routenzüge im Einsatz. In den dunklen Aufliegern sorgen hellen LED-Scheinwerfer für den nötigen Durchblick.

Bei allen elektrischen Frontstaplern von Still kann der Fahrer die Gabelzinken flexibel verstellen, ohne dabei die Kabine verlassen zu müssen. Außerdem sind alle Fahrzeuge zusätzlich mit der Warneinrichtung „Still Safety Light 4 Plus“ ausgestattet. Dabei handelt es sich um Bodenspots, die von LED-Lampen erzeugt werden und die auch auf einem hellen Boden gut zu sehen sind. „Die Spots befinden sich etwa 5 m vor dem Stapler und warnen vor dem herannahenden Fahrzeug“, so Clemens Festner, Projektleiter der Still Niederlassung in München. „Kollisionen lassen sich so verhindern.“ Ferner wurden alle RX20 mit dem Rückhaltesicherheits-System „HRS-E Duo“ ausgerüstet. Der Bügel ist an der rechten Fahrerseite fest montiert. In fast allen Bereichen werden zur Lagerbewirtschaftung auch elektrische Deichselgeräte von Still eingesetzt. Hier sind Hochhub- und Niederhubwagen vom Typ EXV, ECU und EXU die bevorzugte Wahl.

Ein Batteriewechsel bei den Zugfahrzeugen dauert
nur wenige Augenblicken

Routenzüge spielen am Standort Wallersdorf eine Schlüsselrolle. Bei voller Auslastung kommen im Wareneingang des Verteilzentrums täglich 250 davon an. Im Ersatzteillager bedienen Routenzüge von Still auf festgelegten Wegstrecken die Bahnhöfe der Blocklager für die großvolumigen und mittleren Teile. Außerdem bedienen sie die Bahnhöfe der 54 Versandspuren. Die kraftvollen und robusten Elektroschlepper vom Typ R07 können maximal 25 t transportieren, die auf drei Anhängern verteilt sind. Durch den komfortablen seitlichen Wechsel der Batterien mit einem Stapler oder einem Niederhubwagen werden die Zugfahrzeuge in wenigen Augenblicken mit neuer Energie versorgt. Ein geringer Verschleiß und die langen Wartungsintervalle von 1000 Betriebsstunden sorgen zusätzlich für eine hohe Verfügbarkeit.

Gitterboxen für den Übersee-Versand werden mit LTX70-Elektroschleppern zum Umlegen und Umpacken befördert. Der wendige Dreirad-Schlepper kann bis zu 8 t Gewicht ziehen. Nach dem Umpacken werden die Einweggebinde von den LTX-Schleppern zur Waage transportiert. Eine automatische Parkbremse sorgt dafür, dass der Mitarbeiter auf der Rampe sicher anfahren kann. Technik von Still ermöglicht auch bei der Kommissionierung einen zügigen Ablauf. Im ersten Schritt sendet das BMW-Hostsystem die Picklisten auf die Fahrzeug-Terminals. Mit den installierten Scannern und Etikettendruckern können die Mitarbeiter anschließend die Kommissionierungen schnell und wegeoptimiert zusammenstellen. Im Hochregallager werden Großteile wie zum Beispiel Motorhauben mit FM-X-Schubmaststaplern sicher aus den oberen Regalzeilen geholt und kommissioniert. Mittelgroße Teile wie Bremsbeläge und Luftfilter stellen die Mitarbeiter mit EK-X-Staplern zusammen. Mit diesen Fahrzeugen werden vorzugsweise die unteren Regalzeilen angegangen. Bei BMW hat man sich ein sportliches Ziel gesteckt, denn unter voller Last soll künftig pro Tag ein Volumen von etwa 100 Seecontainern bewältigt werden.

Bei Sonderbestellungen oder vermehrten Unfällen wegen schlechter Witterung können unerwartete Auftragsspitzen eintreten. Da die Zahl der Flottenfahrzeuge variabel ist, kann auf so eine Situation bis zu einem gewissen Grad flexibel reagiert werden. „Allerdings lassen sich die Fahrzeuge nicht so einfach von einem Lagerbereich in den anderen bringen“, bemerkt Tobias Fenzl, Leiter des Bereichs Planung und Beratung bei Imperial Automotive in Süddeutschland. Die Lösung des Problems ist der so genannte Fleetmanager von Still, ein Tool für die transparente Flottenverwaltung. Bei Auftragsspitzen lässt sich mit der Software prüfen, welche Stapler für einen Wechsel überhaupt in Frage kommen. Diese Fahrzeuge lassen sich dann im BMW-Hostsystem umkonfigurieren.

Der FleetManager zeichnet die komplette Historie eines Staplers auf. Dazu gehören die Zahl der Betriebsstunden, die Fahrer-Zuordnung sowie Schäden und Wartungen. Übersichtlich aufbereitete Analysen und Auswertungen lassen sich mit dem Tool jederzeit abrufen. „Für die Planung der Staplereinsätze und die Steuerung der Wartungsintervalle sind diese Daten unerlässlich“, versichert Fenzl. „Außerdem ist die Verfügbarkeit sichergestellt.“ Um mit einem Fahrzeug fahren zu können, muss sich der Mitarbeiter zunächst beim Flottenmanager anmelden und prüfen, ob mit dem Stapler alles in Ordnung ist und kein Defekt vorliegt. Durch die individuelle Zugangsberechtigung können nur geschulte Mitarbeiter mit den Fahrzeugen arbeiten. Sollte sich dennoch ein Unfall ereignen, werden die Stapler automatisch in den Schleichmodus versetzt. Erst wenn der Vorfall gemeldet wurde, wird das Gerät wieder freigeschaltet. Im Störungsfall können die elektronisch übertragenen Daten direkt vom Kundenservice für eine zeitnahe Reparatur ausgelesen werden.



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