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Transportrobotik im Sicherheitsbereich

Intralogistik
Erstes automatisches Transportrobotik-System an einem Flughafen

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Spezielle Transportroboter von EK Automation verfrachten Waren durch den Sicherheitsbereich des Flughafens in Oslo. Damit das Gut unterwegs nicht manipuliert werden kann, spannt ein Sicherheitssystem ein Lichtgitter um die Waren, sodass jeder Zugriff sofort erkannt wird.

Der Abstecher in einen Duty Free Shop gehört heute für viele Fluggäste einfach dazu und hier stoßen die Reisenden wie selbstverständlich auf gefüllte Spirituosen-, Kosmetik- und Süßwarenregale. Damit das so bleibt müssen die Warenströme reibungslos funktionieren. Für die Betreiber ist das eine besondere Herausforderung, denn jedes Logistik-Konzept im Sicherheitsbereich eines Flughafens muss sich strengen Vorschriften unterordnen. Das Hamburger Unternehmen Gebr. Heinemann betreibt am internationalen Terminal des Oslo Airports, das erst im letzten Jahr eröffnet wurde, einen der größten Duty Free Shops in Europa. Die Waren für diesen Shop werden aus dem Zentrallager in Hamburg zum Wareneingang des Flughafens überführt. Von hier aus müssen sie bedarfsgerecht in die Shops transportiert werden.

Für die effiziente Warenversorgung brauchten die Betreiber eine automatisierte Lösung und entschieden sich für die Einführung des weltweit ersten fahrerlosen Transportsystems an einem Flughafen im Duty-Free-Bereich. Mit der Realisierung beauftragte Gebr. Heinemann die EK Automation aus Rosengarten bei Hamburg. Das Unternehmen mit rund 180 Mitarbeitern weltweit hat sich auf automatische Materialfluss- und Lagersysteme spezialisiert und zählt zu den führenden europäischen Anbietern von fahrerlosen Transportsystemen (FTS), die auch Transportroboter genannt werden. Die Spezialisten aus dem hohen Norden entwickeln intelligente und effiziente FTF-Lösungen, die individuell auf Kundenanforderungen zugeschnitten sind.

Simulation ermittelt die optimale Zahl der Transportroboter

Bei dem Projekt am Oslo Airport gab es eine Reihe von besonderen Herausforderungen. „Die Paletten müssen eine Wegstrecke mit Aufzügen über mehrere Etagen und durch lange, schmale Gängen zurücklegen“, erzählt Felix Schad, Projektleiter bei EK Automation. „Das Ganze spielt sich zudem in unterschiedlichen Sicherheitsbereichen des Flughafens ab.“ Und deswegen muss sichergestellt sein, dass die Ware bei der Beförderung durch das FTS nicht manipuliert werden kann. Für die Ausarbeitung des idealen Verkehrskonzepts und die Ermittlung der optimalen Zahl von Transportrobotern beauftragte Gebr. Heinemann die EK Automation mit der Durchführung einer 3D-Simulation. Dabei wurde ein Modell der Räumlichkeiten erstellt, in dem die Prozessabläufe in unterschiedlichen Varianten dargestellt und durchgespielt wurden, um so zur besten Lösung zu gelangen. Mit dieser Vorgehensweise ließen sich frühzeitig ungeahnte Herausforderungen, Planungsrisiken oder Engpässe identifizieren und das automatische Transportsystem konnte exakt auf die räumlichen Gegebenheiten zugeschnitten werden, um so eine maximale Produktivität zu erreichen.

Auf Basis der vorab erstellten Simulation entschieden sich die Verantwortlichen im ersten Schritt für die erforderliche Zahl der FTS. Danach wurde von EK Automation die Streckenführung ausgearbeitet, auf der die Maschinen die Waren automatisch und bedarfsgerecht in den Abflugbereich transportieren. Im Einsatz sind Standard-Gabelstapler, die der Spezialist aus Rosengarten umrüstete. Die Fahrzeuge wurden durch seitlich angebrachte Traversen ergänzt und mit einem Lasernavigations-System ausgerüstet.

Die Waren werden auf Paletten vom Wareneingang des Flughafens zu den Abgabeplätzen befördert. Zur Abholung der Paletten übermitteln Sensoren ein Signal an die Fahrzeuge, die sich mit den gewünschten Produkten automatisch auf den Weg zu den Shops machen. Die Transportleitsteuerung von EK Automation hält ständig und an jedem Punkt der Strecke Kontakt zu den Fahrzeugen. Einzigartig ist das Sicherheitssystem, mit dem die Transportroboter ausgestattet wurden. „Die Paletten, die bewegt werden, sind durch eine innovative Sensorlösung geschützt“, erklärt Schad. „Diese spannt ein Lichtgitter um die Waren und erkennt sofort jeden Zugriff während des Transports durch die Versorgungsgänge.“ Hat tatsächlich ein Zugriff stattgefunden, erfolgt eine Meldung und der Transportroboter steuert einen Kontrollpunkt an, wo Sicherheitsmitarbeiter die erforderlichen Maßnahmen einleiten können.

Wenn es klemmt, ist der Servicetechniker innerhalb von 2 bis 4 h vor Ort

Ein weiterer Bestandteil des Projekts war ein maßgeschneidertes Service-Konzept, das den Betreibern der Duty Free Shops im Servicefall kurze Reaktionszeiten bietet und eine rasche Versorgung mit Ersatz- und Verschleißteilen sichert. Über eine Hotline ist EK Automation an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr für den Anwender in Oslo erreichbar. Bei Bedarf werden die Spezialisten aus Rosengarten zunächst mittels Fernwartung zugeschaltet und entscheiden dann, ob sie per Remote-Lösung helfen können oder ob ein Servicetechniker vor Ort erforderlich ist. Dafür setzt EK Automation einen lokalen Partner ein, der je nach Tageszeit innerhalb von zwei bis maximal vier Stunden vor Ort ist, um Abhilfe zu schaffen. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir diesen Partner frühzeitig in das Projekt eingebunden und qualifiziert haben“, versichert Marco Bemmlotte, Head of Customer Relationship Management bei der E&K Automation GmbH. „Erste Einsatzfälle belegen, dass unsere Funktionskette im Servicefall in Abstimmung mit dem Kunden und dem lokalen Partner reibungslos funktioniert.“

Felix Schad und Marco Bemmlotte sind sich im Rückblick einig, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner maßgeblich zum Erfolg des Transportrobotik-Projekts beigetragen hat. Auch Auftraggeber Marco Rebohm, Director Global Logistics bei Gebr. Heinemann, zieht ein positives Fazit: „Das FTS, das wir zusammen mit unserem Projektpartner EK Automation unter Berücksichtigung aller relevanten Prozesse und Anforderungen entwickelt haben, sorgt für effiziente und zuverlässige Transporte in einer baulich restriktiven und dynamischen Umgebung.“ Auch der vom Gesetzgeber geforderte manipulationssichere Transport von Waren im Sicherheitsbereich sei gewährleistet. Dafür sorge die ausgeklügelte Scanner-Technik. (ub)



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