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Niedrige Hallen brauchen kompakte Lösungen

Zentrifugenhersteller Hettich erreicht mehr Effizienz durch automatisches Blechlager
Niedrige Hallen brauchen kompakte Lösungen

Nur 3,80 m – so niedrig ist eine der Lagerhallen der Andreas Hettich GmbH. Viel zu niedrig für ein Standard-Regalbediengerät. Damit der Zentrifugenhersteller seine Blechlagerung dennoch in dieser Halle automatisieren konnte, brauchte er eine pfiffige Lösung. Die Friedrich Remmert GmbH lieferte ein automatisches Blechlager mit kompaktem Förderzeug.

„Wir haben bei einer ganzen Reihe von Blechlager-Anbietern angefragt, aber die meisten hatten keine Lösung für unsere geringe Hallenhöhe“, erinnert sich Dieter Sorg, Leiter CAM bei Hettich. „Remmert hingegen bot uns ein schlüssiges Gesamtkonzept.“

Vor der Integration des automatischen Blechlagers arbeitete Hettich mit einem selbstgebauten manuellen Lager, aus dem ein Stapler die Bleche entnommen hat. Diese Arbeitsweise war extrem zeitaufwendig, da das benötigte Blech nicht selten im unteren Teil des Stapels lag und zur Auslagerung längere Rangierfahrten notwendig waren. Als die Anschaffung einer neuen Laserschneidanlage anstand, überlegten die Verantwortlichen bei Hettich, wie zusammen mit dieser Investition die Prozesse im Bereich der Blechbearbeitung effizienter gestaltet werden könnten. Das Fazit: Eine spürbare Rationalisierung der Abteilung war nur durch die Automatisierung des Blechlagers möglich. „Früher dauerte es oft 20 bis 30 Minuten, bis das gewünschte Blech an der Maschine war, jetzt benötigen wir dafür nur noch ein bis zwei Minuten“, erläutert Sorg.
Das Material wird heute in 180 Kassetten mit je 3 t Nutzlast bevorratet. An das Lager sind ein Bystronic-Byspeed-3015-Laserschneider und eine CNC-Lochstanzmaschine Amada-Vipros-380-King angebunden. Eine Tafelschere wird über eine zusätzliche Auslagerstation manuell mit Blechen aus dem Automatiklager versorgt. Bei diesem Projekt kommt die Remmert-Software PRO WMS Enterprise zum Einsatz. Die Lösung ist eine prozessorientierte Logistiksoftware, die alle Lager- und Bearbeitungsprozesse koordiniert. Die optimale Auslastung der CNC-Maschinen und das Zusammenspiel aller Arbeits- und Prozessschritte sind mit dem Programmpaket gesichert.
„Am Ende waren bei uns drei Anbieter in der engeren Auswahl“, berichtet Klaus Günter Eberle, technischer Geschäftsleiter bei Hettich. „Das Gesamtkonzept, das Remmert uns vorgestellt hat, war im Hinblick auf das Raumkonzept und die Anbindung der vorhandenen Bearbeitungsmaschinen die optimale Lösung für uns.“ Dass der Blechbearbeitungsexperte aus Löhne bereits Erfahrung mit dem eingesetzten Schachtelprogramm Actcut von Alma hatte, war ein weiterer Pluspunkt. Remmert konnte das System einfach über eine bestehende Standardschnittstelle an PRO WMS Enterprise anschließen.
Hettich produziert mit seinen 240 Mitarbeitern und zwölf Auszubildenden am Standort Tuttlingen im Zweischichtbetrieb Zentrifugen, Kühlinkubatoren und Vakuumkonzentratoren. An den beiden Bearbeitungsmaschinen, die das Remmert-Lager beschickt, werden hauptsächlich hochpräzise Blechteile für Zentrifugen gefertigt. Die Produkte von Hettich kommen in sensiblen Bereichen zum Einsatz – unter anderem in Chemie, Pharmazie, Biotechnologie und in der Medizin.
In dem 150 m² großen und nur 3,80 m hohen Lager werden 60 verschiedene Blechsorten in unterschiedlichen Qualitäten und Abmessungen bevorratet. Im Vergleich zur vorhergehenden Lagerung in manuell bedienten Regalen spart Hettich rund 60 % der benötigten Lagergrundfläche. Neben den klein- bis großformatigen Blechen werden in dem Blechlager auch Zuschnitte in Stärken bis 20 mm zwischengelagert. Das Regalbediengerät ist auf eine Leistung von maximal 30 Doppelspielen pro Stunde ausgelegt. Es kann so problemlos den direkt angebundenen Laserschneider, die Lochstanzmaschine und die zusätzliche Auslagerstation mit Blechen versorgen, ohne dass es zu Wartezeiten kommt.
Dreimal pro Woche wird in Tuttlingen außerdem neues Material angeliefert und parallel zur laufenden Produktion in das Remmert-System eingelagert. Laserschneider und Stanzmaschine fordern nach Bedarf Rohmaterial für die anstehenden Produktionsprozesse an. Der Laser wird direkt aus dem Lager beschickt, die Bestückung der Stanzmaschine wird über eine Handlingvorrichtung von Amada umgesetzt. Bemerkenswert ist, dass die Anlage eine Redundanz von 90 % aufweist: Die Lasermaschine kann im Störungsfall dieselben Teile herstellen wie die Stanzmaschine.
„Durch die Integration des neuen Lagers und die direkte Anbindung der Bearbeitungsmaschinen ist die Materialzufuhr heute rund 70 Prozent schneller geworden“, erläutert Dieter Sorg. Umgesetzt wurden die Integration des Lagers und die Anbindung der Blechbearbeitungsmaschinen in wenigen Wochen. „Auch in der Bauphase hat uns Remmert gut unterstützt“, betont Sorg. „Wir konnten mit nur einer Woche Maschinenstillstand die komplette Abteilung umstrukturieren.“
Susanne Unmack Fachjounalistin in Montabaur

Beschleunigte Materialzufuhr

Das kompakte Blechlager auf einen Blick

Durch die Integration des automatischen Remmert-Blechlagers erzielt die Andreas Hettich GmbH folgende Ergebnisse:
  • Implementierung eines kompakten automatischen Blechlagers trotz der geringen Hallenhöhe von nur 3,80 m
  • Raumoptimierte Lagerung von rund 60 verschiedenen Blechsorten in unterschiedlichen Formaten
  • 70 % Zeitersparnis im Bereich Materialzufuhr zu den angeschlossenen Produktionsmaschinen
  • Schnelle Bereitstellung der Bleche an die Bearbeitungsmaschinen und der zusätzlichen Auslagerstation durch ein Regalbediengerät mit bis zu 30 Doppelspielen pro Stunde
  • Direkte Anbindung von CNC-Blechbearbeitungsmaschinen unterschiedlicher Hersteller an das Lager
  • Vollständige Umstrukturierung der Abteilung bei lediglich einer Woche Produktionsstillstand
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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