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Riesenrad mit kleinem Fußabdruck

Nachhaltiges Antriebssystem
Riesenrad mit kleinem Fußabdruck

Das neue transportable Riesenrad RR 40 von Gerstlauer Amusement Rides minimiert mithilfe der Power and Energy Solutions von SEW-Eurodrive sowohl Energiebedarf als auch den Bedarf an elektrischer Anschlussleistung des Aufstellplatzes.

» Gunthart Mau, Referent Fachpresse, SEW-Eurodrive, Bruchsal

Ein Riesenrad zu montieren war einst ein kompliziertes Unterfangen: Das erste Riesenrad – das US-amerikanische „Ferris Wheel“ das von George Washington Gale Ferris Jr. als Herzstück des Midway auf der Weltausstellung von 1893 in Chicago, Illinois, entworfen und gebaut wurde – musste beim Bau aufwendig mit Gerüsten gestützt werden und ging mit sieben Wochen Verspätung in Betrieb.

Heute sieht das anders aus: Das transportable Riesenrad RR 40 der Firma Gerstlauer aus dem schwäbischen Münsterhausen stellt sich praktisch selbst auf. Hydraulikzylinder fahren die vier zentralen Stützen einfach von einem Sattelauflieger hoch und ein kleiner Kran genügt, um die anderen Komponenten von weiteren vier Tiefladern aus zu montieren. Das Riesenrad wird mithilfe von vier Reibrädern gedreht und geht dank LED-Beleuchtung und eines neuartigen Antriebssystems von SEW-Eurodrive sehr sparsam mit Energie um.

SEW-Lösung speichert früher verlorene Bremsenergie zwischen

Die vier Stirnradgetriebemotoren der Baureihe DRN von SEW-Eurodrive an den Reibrädern haben einen hohen Wirkungsgrad und beziehen ihren Strom über Frequenzumrichter vom Typ Movidrive modular. Diese wiederum sind über einen DC-Zwischenkreis hinter zwei Versorgungsmodulen MDP92A des Bruchsaler Antriebstechnikspezialisten an das örtliche Netz angeschlossen. Wurde früher die Bremsenergie von Riesenrädern in Wärme umgewandelt und ging somit verloren, wird sie nun mithilfe der SEW-eigenen „Power and Energy Solutions“ zwischengespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen: Acht Doppelschichtkondensatormodule nehmen aus den Versorgern freiwerdende Energie bis zu 2.650 kW auf und senken so die Energiekosten des „grünen“ Riesenrads um 20 bis 30 %.

Durch dieses neue Versorgungskonzept entsteht ein weiterer Vorteil: Während ein vergleichbares Riesenrad einen Anschluss benötigt, der deutlich über 250 kW zur Verfügung stellt, reicht für das neue System bereits ein um 140 kW kleinerer Netzanschluss aus. Das schont nicht nur die Umwelt sondern auch das Budget des Schaustellerbetriebs, da der Netzanschluss entsprechend kostengünstiger ist. Außerdem kann der Betreiber sein Fahrgeschäft auch an Plätzen aufstellen, an denen das bisher wegen fehlender elektrischer Infrastruktur nicht möglich war.

Cleveres Energiemanagement beim Riesenrad senkt Kosten

Der DC-Zwischenkreis mit seinen Supercaps gleicht auch Spitzenlasten aus: Sie fallen am Netzanschluss um den Faktor fünf geringer aus als sonst üblich. Trotz wesentlich geringerer Anschlussleistung steht den Antrieben stets die volle Leistung zur Verfügung. Und weil die modernen Versorgungsgeräte besonders dafür ausgelegt sind, wird durch einen Leistungsfaktor von 0,95 das Netz viel weniger mit Oberwellen belastet – das ist wiederum gut für die Netzqualität. Das Zusammenspiel von Energiespeicher, Antriebsregelung und DC-Zwischenkreis wird durch einen Movi-C Controller von SEW gesteuert. Dort kommt das Softwaremodul Movikit PowerMode zum Einsatz. Es erfasst die Leistungs- und Energiedaten, übernimmt das Management des Zwischenkreises, des AC-Anschlusses und des Energiespeichers mit Funktionalitäten wie Gerätesteuerung, Energiezähler oder Echtzeit-Datenerfassung.

24 Riesenrad-Gondeln bieten Besuchern einen Panoramablick über München

Das sparsame Riesenrad RR 40 mit einer Gesamthöhe von rund 43 m ist die neue Attraktion des alteingesessenen Münchner Schaustellerbetriebs Heinrich Willenborg GmbH, der auf transportable Riesenräder spezialisiert ist. 24 Gondeln, die über zackenförmige Träger außen am Rad montiert sind, bieten jeweils acht Fahrgästen einen ungehinderten Panoramablick.

Die Antriebstechnik der Bruchsaler Spezialisten von SEW-Eurodrive sorgt dabei für maximale Effizienz. „Gerade im Sonderanlagenbau ist es ganz wichtig, dass man Partner an seiner Seite hat, die wissen, worum es geht und den nötigen Service bieten“, betont Dominik Miller, der bei Gerstlauer das neue mobile Riesenrad gemeinsam mit dem Technischen Büro Augsburg von SEW-Eurodrive konzipierte. Beide Firmen blicken auf mittlerweile gut zwei Jahrzehnte erfolgreicher Zusammenarbeit zurück.

Kontakt:
SEW-Eurodrive GmbH & Co KG
Ernst-Blickle-Str. 42
76646 Bruchsal
www.sew-eurodrive.de


Im Überblick

Früher wurde Bremsenergie von Riesenrädern in Wärme umgewandelt und ging so verloren, heute wird sie mithilfe der SEW-Lösungen zwischengespeichert.


Power and Energy Solutions

Bei seinem neuen Riesenrad setzt Gerstlauer innovative Lösungen für das aktive Energiemanagement beim Betrieb des Riesenrads ein. Das neue Leistungs- und Energiemanagementsystem „Power and Energy Solutions“ von SEW-Eurodrive sorgt dafür, dass die Bremsenergie aus dem Umrichterzwischenkreis nicht verloren geht, sondern von einem Energiespeicher aufgenommen wird. Vor allem jedoch hilft es laut Hersteller, die Anfahrlastspitzen zu verringern. Dadurch wird die Spitzenlast, die das Riesenrad aus dem elektrischen Versorgungsnetz zieht, sehr stark reduziert. Das Speichersystem trägt zu einer hohen Anlagenverfügbarkeit bei, indem Energie aus den Speichern – auch noch bei einem Netzausfall – zur Verfügung steht.

Mehr Informationen zum System finden Sie hier: www.sew-eurodrive.de/power-energy-solutions

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