Torlinientechnik: Tor oder kein Tor - das ist die Frage

Torlinientechnik

Tor oder kein Tor – das ist die Frage

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Die Torlinientechnik wurde in der Bundesliga bereits 2015/16 eingesetzt. Die Technologie dahinter ist raffiniert und während des Spiels direkt für Zuschauer sichtbar.

❧ Laura Cyprian

Auch wenn einige Fans gegen diese Neuerung sind, da sie BigBrother, Verschwörungen und Manipulation fürchten, ist diese Technik heute fast Standard. Doch wie genau funktioniert sie? Anbieter für Torlinientechnik gibt es einige, ebenso wie diverse Systeme.

Im Januar 2016 wurde der Einsatz von Torlinientechnik beschlossen und wenige Monate später entschied sich die UEFA für Hawk-Eye (in Deutsch: Falkenauge), was bezüglich der Kosten 136 000 Euro gekostet haben soll. Hawk-Eye Innovations ist ein Unternehmen der Sony Group und die Torlinientechnologie ist bereits aus dem Tennis bekannt und findet dort schon jahrelang Verwendung. Auch in der englischen Premier League wurde Hawk-Eye bereits in der Saison 2013/14 erstmals getestet und aufgrund positiver Rezensionen anschließend weiter verwendet. Im Fußball werden für diese Technik Kameras benötigt, die extra dafür (normalerweise) am Stadiondach installiert werden. Die High-Speed-Kameras erfassen den Ball in Tornähe auf wenige Millimeter genau und können so in Echtzeit berechnen, ob der volle Ballumfang hinter der Torlinie war. Verschiedene Kamerawinkel sollen für Eindeutigkeit sorgen, da meist sechs Kameras aus verschiedenen Perspektiven eine Bildsumme errechnen. Ist der Ball im Tor, kriegt der Schiedsrichter dies automatisch und innerhalb von Sekunden über ein akustisches Signal an den Kopfhörern und eine Vibration seiner Armbanduhr sowie das Wort ‚GOAL‘ auf deren Oberfläche mitgeteilt. Zusätzlich zu den sechs Kameras pro Tor ist in jedem Strafraum noch eine Replay-Kamera vorhanden, die die Möglichkeit bietet, den Zuschauern eine kurze Filmsequenz mit der Torsituation zu zeigen. Allerdings sei das Hawk-Eye-System laut einiger Kritiker teilweise problematisch, wenn der Torwart mit seinen Händen am Ball ist oder der Ball durch andere Spieler etc. verdeckt wird.

Alternativen?

GoalControl ist eine Torlinientechnik vom gleichnamigen Hersteller, die ebenfalls mit Kameras arbeitet und bereits bei der WM 2014 in Brasilien eingesetzt wurde. Laut Hersteller wird die Ballposition in Tornähe kontinuierlich und automatisch in drei Dimensionen erfasst. Die Meldung an den Schiedsrichter und andere Rahmenbedingungen sind gleich oder ähnlich zu Hawk-Eye.

GoalRef des Fraunhofer IIS wäre eine Alternative zu Hawk-Eye, die nicht mit Kameras arbeitet. Das System wurde bereits bei der Klub-WM 2012 getestet und ist ein Modell, bei dem das Tor auch direkt an die Uhr des Schiedsrichters gesendet wird. Festgestellt wird ein Treffer durch Spulen im Ball und ein Magnetfeld im Tor. Die passiven Spulen im Ball sind stetig einsatzbereit und müssen nicht aufgeladen oder vorbereitet werden. Sie befinden sich zwischen Blase und Außenhülle des Balls. Laut Hersteller verhält sich der Ball gleich wie ein normaler Fußball und die Integration in jeden gängigen Fußball sei möglich. Die Spulen im Fußball bauen mittels Induktion ein eigenes Feld auf, sobald sie in das Tormagnetfeld gelangen. Das Magnetfeld des Balls wird durch die Magnetfeldänderung am Tor und die dort angebrachten Antennen registriert. Das Lesen und Bewerten der Daten übernimmt die Auswerteeinheit. Ist der volle Ballumfang hinter der Torlinie, bekommt der Unparteiische das Signal. Dementsprechend braucht man für diese Technologie ein entsprechend ausgestattetes Tor, einen Ball mit den dazugehörigen Spulen, die strombasierte Auswerteeinheit mit Funk und die Schiedsrichteruhr. Der Hersteller wirbt damit, dass das System ballartige Gegenstände und Fußbälle auseinanderhalten könne und Verdeckung durch Gegenstände kein Problem sei. Durch das automatisierte System sei überdies kein menschliches Eingreifen notwendig.

Zukunftsentwicklung

Trotzdem die Torlinientechnik bereits einige Jahre im Einsatz ist, gibt es weiterhin Kritiker. Der Vertrag mit Hawk-Eye und der UEFA ist auf drei Jahre beschränkt. Wenn dieser 2019 endet, sind sicherlich einige Weiterentwicklungen der Konkurrenz und auch von Hawk-Eye zu erwarten. Man darf gespannt sein.

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