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Hoffnungsträger fürs Speichern von Strom

Regenerativ erzeugter Wasserstoff gilt als Schlüssel ins Zeitalter der ökologischen Energieversorgung
Hoffnungsträger fürs Speichern von Strom

Nur mit Strom aus erneuerbaren Energien wird das Elektroauto zum Null-Emissions-Fahrzeug. Windkraft ist dabei der ideale Partner Bild: Daimler
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Wasserstoff und Brennstoffzellen sind ideale Partner für erneuerbare Energien und die Elektromobilität. Da sich in H2 fluktuierende Stromquellen, etwa aus Windkraft, in großer Menge speichern lassen, gilt das ungiftige Gas als ideale Lösung auch für die Zwischenspeicherung von Strom. Über Chancen für die Energiezukunft berichten Experten auf dem Brennstoffzellen-Fachforum f-cell am 26. und 27. September in Stuttgart.

Zu mindestens 30 % soll im Jahr 2020 die elektrische Energie aus erneuerbaren Energiequellen kommen. So schreibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2009 vor. Zudem sollen die rund eine Million Elektrofahrzeuge, die nach dem Willen der Bundesregierung bis dato auf deutschen Straßen fahren könnten, überwiegend mit regenerativem Strom unterwegs sein. Wenn aber gleichzeitig alle Atomkraftwerke abgeschaltet und die Trassen für den Transport beispielsweise von Windstrom nicht hinreichend vorhanden sind, rückt vor allem Wasserstoff als Energieträger ins Blickfeld.

Das mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugte Gas hat den Vorteil, dass es sich in großer Menge speichern lässt. Experten sind sich einig, damit ein Kardinalproblem der nachhaltigen Mobilität lösen zu können: die Zwischenspeicherung fluktuierender Stromquellen aus Wind- und Sonnenkraft.
Als ein Paradebeispiel gilt das Hybrid-Kraftwerk, das derzeit bei Prenzlau entsteht. Die Enertrag AG aus Dauerthal in der Uckermark will damit nachweisen, dass eine sichere und nachhaltige Energieversorgung auf Basis von erneuerbaren Energien – speziell der Windenergie – möglich ist. Das Kraftwerk erzeugt Wasserstoff klimaneutral mit Hilfe von Windenergie und setzt ihn bei Bedarf wieder zur Stromerzeugung ein. Herzstück ist ein 500 kW-Druck-Elektrolyseur. Dieser stellt mit aktuell nicht benötigtem Windstrom H2 durch Elektrolyse von Wasser und Sauerstoff her.
Der Wasserstoff wandert dann entweder zur H2-Tankstelle und sodann in den Tank emissionsfreier Brennstoffzellen-Fahrzeuge oder zusammen mit Biogas in ein Blockheizkraftwerk, wo daraus Wärme und Strom für die Nutzung in Gebäuden entstehen. Werner Diwald, Vorstand der Enertrag AG, hält es sogar für möglich, den Wasserstoff in das vorhandene Erdgasnetz einzuspeisen. Gasturbinen oder Brennstoffzellen könnten das Gas vor Ort in Strom umwandeln. „Strom, Wärme, Kraftstoff“, formuliert Diwald sein Credo, „wir müssen das gesamte Energie-Versorgungssystem betrachten, dann finden wir überzeugende, nachhaltige Lösungen.“
Wie das Hybrid-Kraftwerk produziert, darüber berichtet der Enertrag-Vorstand auf dem internationalen Brennstoffzellen-Fachforum f-cell am 26. und 27. September in Stuttgart. Während Diwald dort referiert, wird das Prenzlauer Kraftwerk seinen ersten „grünen“ Wasserstoff produzieren.
Dass Wasserstoff „ein wichtiger Baustein für den Energiemarkt der Zukunft wird“, ist auch Prof. Bernd Höhlein von der Energieagentur.NRW überzeugt. In seinem f-cell-Vortrag wird er auf die Kosten der Wasserstoff-Nutzung für eine mögliche künftige Elektromobilität mit Brennstoffzellenantrieb eingehen. Wie sich Wasserstoff großtechnisch erzeugen lässt, informiert der Siemens-Experte Dr. Manfred Waidhas: „H2 ist nicht nur ein sehr vielseitiger Energieträger, sondern auch das einzige Energiespeichermedium, das auch bei Energie mit einer Leistung von über zehn Gigwattstunden noch funktioniert.“
Insgesamt erwartet die Teilnehmer des in diesem Jahr elften Brennstoffzellen-Fachforums rund 70 Vorträge und eine parallele Messe mit rund 50 Ausstellern, teilt die Wirtschaftsförderung Stuttgart GmbH mit. Längst hat sich das Symposium als internationaler Treffpunkt etabliert. Mehr als 800 Teilnehmer aus über 20 Nationen von 4 Kontinenten nutzen das Stuttgarter Forum zum Gedankenaustausch, um den Markt und die neuensten technologischen Entwicklungen zu beobachten. dk
Weitere Informationen: www.f-cell.de
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