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Stromausfall durch das E-Mobil?

Studie beleuchtet Netzrückwirkungen der Elektromobilität
Stromausfall durch das E-Mobil?

„Schlechte“ Ladeströme (rote Kurve) können andere Verbraucher stören (Bild: FH Bingen)
Bis 2020 sollen – gemäß dem Plan der Bundesregierung – rund eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Doch welche Auswirkungen hat dies auf die allgemeine Stromversorgung? Eine aktuelle Studie der FH Bingen warnt vor Netzausfällen.

Was bedeutet die Stromabnahme durch Elektrofahrzeuge für das öffentliche Stromnetz? Welche Rückwirkungen auf das Versorgungsnetz sind messbar und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Diese Fragen untersuchte der Elektrotechnikprofessor Dr. Peter Plumhoff in einer Verbrauchsstudie und seine Ergebnisse verdienen Beachtung. „Obgleich beim Laden von Elektrofahrzeugen am öffentlichen Netz festgelegte Grenzwerte gelten, stören einige der bisher am Markt erhältlichen Fahrzeuge die elektrische Energieversorgung“, sagt Plumhoff. Ein Knackpunkt dabei sei die Umwandlung von Wechselstrom aus dem Versorgungsnetz in Gleichstrom für die Batterie. „Der Strom verliert seine Sinusform und wird verzerrt“, so der Hochspannungsexperte weiter. Dies könne sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Netz zu Störungen anderer Verbraucher führen, oder als Folge einer Überlastung zur Unterbrechung der beim Ladevorgang genutzten elektrischen Verbindung. So könne im privaten Bereich während eines Ladevorgangs Herd oder Heizung ausfallen, oder, mit anderer Dimension, im öffentlichen Netzbereich bei einer Kabelüberlastung die Stromversorgung eines ganzen Stadtteils unterbrochen werden, nennt der Professor mögliche konkrete Störungen. Als Basis für die Untersuchung diente unter anderem die Auswertung von 300 Datensätzen von elf Fahrzeugtypen, die fast ausschließlich über Schuko-Stecker geladen werden.

An vielen Orten Deutschlands entstehen zurzeit Ladestationen für Elektromobile mit meist zwei Steckdosen, um die prognostizierte Zunahme der Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Werden die Ziele des Nationalen Entwicklungsplanes erreicht, ist davon auszugehen, dass 2020 etwa eine Million Elektromobile auf deutschen Straßen unterwegs sind und der Anteil danach jährlich um etwa eine Million steigen wird. Sehr unterschiedliche Elektromobile vom ausschließlich elektrisch betriebenen Auto über Hybrid-Fahrzeuge mit geringer elektrisch betriebener Laufleistung und Elektrofahrzeuge mit verlängerter Reichweite sind im Einsatz. E-Scooter, Transporter und Omnibusse mit Elektroantrieb ergänzen die Palette. Alle diese Fahrzeuge müssen aufgeladen werden.
Mit Blick auf diese ehrgeizigen Ziele und die Studienergebnisse plädiert Peter Plumhoff dafür, dass auch auf die Netzqualität geachtet wird und das Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG) auch für Ladesäulen und Elektromobile sinngemäß angewandt wird.
In der nahen Zukunft sollen die bisherigen Untersuchungen auf eine breitere Basis gestellt werden. Dafür sucht der Plumhoff den Kontakt zu weiteren Kooperationspartnern, die einen Fuhrpark mit E-Mobilen oder Ladesäulen betreiben.
Quelle: FH Bingen
Industrieanzeiger
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