Energieeffizienz

Photovoltaik-Ausbau erreichte nur 60 % der Zielvorgaben

Der nationale Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern hinkt stark: PV-Module wie hier in Freiburg, Baden-Württemberg, sind selten. Bild: Gyula Gyukli/Fotolia
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Erneuerbare Energien | 2015 lag die neu installierte Leistung von Photovoltaik- (PV-) Modulen auf gewerblichen Dachanlagen bei nur 1,5 GW, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Verglichen mit dem im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angestrebten jährlichen Ziel von 2,4 bis 2,6 GW installierter Leistung wurden somit im vergangenen Jahr nur 60 % des vorgesehenen Ausbaus erreicht. „So verfehlen wir unsere klima- und industriepolitischen Ziele“, warnt Dr. Carsten Tschamber vom Solar Cluster Baden-Württemberg und fordert einen raschen Kurswechsel.

2016 steht ein weiterer Rückgang bevor
Dem weltweiten Boom von Solarstrom zum Trotz, hinkt der nationale Ausbau vor allem mit Einbrüchen bei der Installation von PV-Anlagen im Leistungsbereich zwischen 10 bis 100 kW hinterher: Hier halbierten sich die Zahlen im Vergleich zu 2014. Auch die Ausbauzahlen bei Anlagen ab 1 MW verblieben auf dem zu niedrigen Niveau von vor zwei Jahren. 2016 wird wieder ein schwieriges Marktumfeld für die PV-Branche in Deutschland erwartet. Prognosen gehen von einem weiteren Rückgang aus: 1,4 GW sollen 2016 zugebaut werden und damit nur gut die Hälfte des politisch festgelegten Korridors. Zum Vergleich: 2012 waren es noch rund 7 GW.
Arbeitsplätze in Solarbranche gefährdet
Ein weiterer Einbruch hätte schwerwiegende Folgen für die deutsche Solarbranche. „Die Auslandsgeschäfte können den Einbruch auf dem deutschen Markt zum Teil abfedern. Wir brauchen aber einen starken Heimatmarkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Tschamber. In den letzten Jahren gingen in Deutschland tausende von Arbeitsplätzen in der Branche verloren. Vom weltweiten Boom profitieren nun andere. Etwa die USA: Dort stieg die Zahl der Beschäftigten in der Solarindustrie im Februar 2015 auf 170 000 Mitarbeiter an und umfasste damit fast doppelt so viele wie die dortige Kohleindustrie mit 93 000 Mitarbeitern. Als Konsequenz aus dem weltweiten Umschwung überdenken Großinvestoren hierzulande und in Übersee inzwischen ihre Anlagestrategie und wenden sich den erneuerbaren Energien zu.
Forderung nach politischem Kurswechsel
Die deutsche Politik müsse daher einen Kurswechsel vornehmen und dürfe die Zukunftsbranche in Deutschland nicht abwürgen, fordert Tschamber. Zu den notwendigen Maßnahmen sollte unter anderem gehören, die finanzielle Belastung des Eigenverbrauchs zu streichen und die Zwischenspeicherung von Strom in Batteriesystemen nicht mit Abgaben zu belasten. Auch müsse die Verordnung zur Freiflächenausschreibung nicht 400 MW, sondern mindestens 800 MW pro Jahr umfassen, um den Ausbaukorridor zu erreichen. Auch in Baden-Württemberg muss der Ausbau der Photovoltaik zügig angekurbelt werden, wenn die Zielsetzung des Landes von 8 GW installierter Leistung bis zum Jahr 2020 noch erreicht werden soll. Dafür müssen im süddeutschen Staat pro Jahr mindestens 500 bis 600 MW zugebaut werden.
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