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Hannover Messe 2022: Wasserstoff wird zum Öl von morgen

Hannover Messe 2022: Energy Solutions
Nachhaltigkeit treibt die Industrie

Die sukzessive steigenden CO2-Abgaben stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Die Aussteller der Hannover Messe bieten Produkte und Technologien, mit denen sich Treibhausgase einsparen lassen. Dazu zählen Effizienzsteigerungen des eigenen Energie- und Ressourcenverbrauchs, die Nutzung regenerativer Energien und alternative Mobilitätskonzepte mittels Wasserstoff und Elektromobilität.

» Nora Nuissl, stv. Chefredakteurin Industrieanzeiger

Dekarbonisierung und nachhaltige Energiekonzepte dominieren die Hannover Messe 2022. Die aktuellen Ereignisse in Europa treiben die Brisanz um den Klimawandel nur noch weiter voran, wie bei der Preview zur weltgrößten Industrieschau deutlich wurde. Wenn es um die CO2-neutrale Produktion und die Energie-Versorgungssicherheit in Europa geht, spielen regenerative Energien und grüner Wasserstoff eine Schlüsselrolle.

„Wir bieten bereits seit Jahren die größte europäische Plattform für die Wasserstoff- und Brennstoffzellenwirtschaft“, erzählte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender des Messeveranstalters Deutsche Messe AG, im Vorfeld der diesjährigen Hannover Messe.

Anwendung von grünem Wasserstoff in der Industrie

Vor allem die Anwendung von grünem Wasserstoff in der Industrie gewinne an Bedeutung. Mehr als 200 Unternehmen präsentieren in diesem Jahr in den Hallen 11 bis 13 in Hannover Lösungen für eine nachhaltige Energieversorgung mittels Wasserstoff aus regenerativen Energien – darunter Iberdrola, Saint Gobain, Emerson, Elring Klinger, Plug Power, Siemens, Phoenix Contact, Enapter, Bosch, Hexagon Purus, Nel Hydrogen, Hydrogenious und GP Joule.

„Viele Unternehmen gehen hier bereits mit konkreten Lösungen voran. So entsteht beispielsweise im Industrie-4.0-Leitwerk des Hannover-Messe-Ausstellers Bosch (Halle 13, Stand D55) ein Wasserstoffkreislauf. Dabei wird grüner Wasserstoff gewonnen, der für industrielle Prozesse genutzt wird“, erklärt der Messechef. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen aus der Nähe von Stuttgart treibt das Thema Wasserstoff bereits seit Jahren voran, vor allem mit Blick auf Brennstoffzellenlösungen.

Wasserstoff treibt die Mobilitätswende

Auch der nordfriesländische Anbieter von Energie- und Mobilitätslösungen, GP Joule, stellt sein Portfolio an Dienstleistungen und Produkten rund um Wasserstoff auf der Messe in Halle 13, Stand D30 vor. Das Unternehmen entwickelt beispielsweise im Geschäftsbereich ‚Think Wasserstoff‘ Wasserstoff-Ökosysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu zählen die Einbindung von regenerativ erzeugtem Strom, die Erzeugung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse am Standort des Kunden sowie die Verdichtung, Speicherung und Transport des Wasserstoffs zur jeweiligen Wasserstofftankstelle. Auch die Vermarktung an Wasserstoff-Tankstellen für Fahrzeuge wie Busse, LKW und PKW sowie die Beratung in Bezug auf Wasserstoffmobilitätslösungen gehören zum Angebot des Unternehmens.

Ebenfalls viele Lösungen rund um Wasserstoff zeigen Aussteller des diesjährigen Partnerlandes Portugal. Das EU-Land hat sich als erstes Land der Welt verpflichtet, bis 2050 CO2-neutral zu sein.

Portugal setzt auf grünen Wasserstoff

Neue Lösungen für die Elektromobilität

In puncto Elektromobilität bringen Aussteller wie Lapp (Halle 11, Stand C03 ) ihre Neuheiten nach Hannover mit. Der Verbindungstechnikanbieter aus Stuttgart demonstriert seinen Mobility Dock, der speziell für den Einsatz für unterwegs konzipiert ist. An einer Standard-Haushaltssteckdose angeschlossen, könne das Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeug damit überall, einfach und sicher geladen werden, heißt es. Das vorhandene Mode-3-Ladekabel wird zwischen Auto und Ladegerät eingesteckt und anschließend an das Stromnetz angeschlossen.

Mit Digitalisierung, KI und Automatisierung gegen den Klimawandel

Eine der Basis-Technologien für Nachhaltigkeit ist jedoch die Digitalisierung. „Um in der Effizienz und Erzeugung das Ziel zu erreichen, was wir uns im Green Deal bis zur Mitte des Jahrtausends vorgenommen haben, benötigen wir Technologien“, konstatiert Köckler. Ein Beispiel, bei dem Digitalisierung direkt in die Nachhaltigkeit einspiele, ist das Erfassen des CO2-Abdrucks entlang gesamter Lieferketten. Das sei häufig der erste Schritt in Richtung Klimaneutralität, so Köckler. Der Technologiekonzern Siemens (Halle 13, Stand D69/1) hat zum Beispiel eine Software entwickelt, die die Emissionsdaten von Produkten entlang der Lieferkette erfasst und sie mit der eigenen Wertschöpfung zu einem realen CO2-Fußabdruck kombiniert.

CO2-Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette

Laut des Anbieters entstehen mehr als 90 % der klimaschädlichen Emissionen entlang der Wertschöpfungsketten, die in der Regel sehr komplex aufgebaut sind. Umso schwerer sei es, dort CO2-Einsparungen zu fördern. „Alle unsere Kunden eint der Wunsch, den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte zu verringern. Doch dazu müssen sie den CO2-Ausstoß ihrer Lieferkette zuerst genau kennen. Und sie müssen wissen, mit welchen Anpassungen sie am meisten CO2 einsparen können“, so Siemens. Bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks nutzt die Software SiGreen Realdaten, anstelle von industriellen Durchschnittswerten. Damit werden Product Carbon Footprints zu einem Mess- und Steuerungsinstrument und können so aktiv mit Verbesserungsmaßnahmen gezielt gesenkt werden, heißt es.

Im zusätzlich von Siemens initiierten offenen und branchenübergreifenden Estainium-Netzwerk soll Herstellern, Lieferanten, Kunden sowie Partnern der Austausch vertrauenswürdiger Daten zum CO2-Fußabdruck ermöglicht werden. Durch seine dezentrale Architektur bietet es ein hohes Maß an Datenschutz. Für die Vertrauenswürdigkeit der geteilten Information sorgt die Distributed-Ledger-Technologie (DLT), mit der sich kryptografische Zertifikate erstellen und austauschen lassen. Dadurch werden die bereitgestellten Daten verifiziert und somit die vertrauenswürdige Aggregation eines CO2-Fußabdrucks über die gesamte Lieferkette ermöglicht – ohne dass die beteiligten Unternehmen strategisch relevante Informationen, beispielsweise über ihre Lieferketten, offenlegen müssen.

Digitalisierung als Treiber zur Erreichung der Klimaziele

Kontakt: 
Deutsche Messe 
Messegelände 
30521 Hannover 
www.hannovermesse.de 



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