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Bis Ende 2022 soll der digitale Lieferschein Einzug halten

Logimat: Der digitale Lieferschein kommt
BVL und GS1 Germany starten Projekt zum Cloud-basierten Handel

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Alle Informationen gebündelt in der Cloud: Der digitale Lieferschein soll der Zettelwirtschaft bald ein Ende setzen. Bild: Blue Planet Studio/stock.adobe.com
Immer noch begleiten Lieferscheine in Papierform die Warenlieferungen von Konsumgüterherstellern an den Handel. Aufgrund der vielfältigen Funktionen können sie nicht ohne Weiteres digitalisiert werden. Ein Projekt des BVL und GS1 Germany soll das nun ändern.

Bei der Anlieferung im Handel fungiert der Lieferschein häufig als Quittung, die dem Verkäufer den ordnungsgemäßen Empfang der Lieferung bestätigt. Die Rückführung der Belege an den Versender erfolgt in der Regel durch das Fahrpersonal des Logistikdienstleisters. Meist geschieht dies in Papierform.

Bereits 2020 starteten die Bundesvereinigung Logistik (BVL) und Barcode-Anbieter GS1 Germany das Projekt „Digitaler Lieferschein“, um die aufwendigen manuellen Prozesse digital zu optimieren. Nach einem erfolgreichen „Proof of Concept“ im Jahr 2021 mit 20 Unternehmen aus Konsumgüterindustrie, Handel und Logistik gehen die Partner nun in die Realisierung.

Alle Teilnehmenden sollen in einer ersten Stufe über eine zentrale Cloudplattform Lieferscheine und später weitere Transportdokumente digital austauschen. Ziel ist es, die Plattform in enger Abstimmung mit Industrie, Handel und Logistik bis Ende 2022 aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.

„Die Besonderheit der Lösung ist ihre Neutralität und der Community-Ansatz, der die Interessen aller Prozessbeteiligten berücksichtigt“, so Martin Schwemmer, Geschäftsführer der BVL. Offene, standardisierte Schnittstellen ermöglichen Versendern, Empfängern und Logistikdienstleistern die diskriminierungsfreie technische Anbindung. Dabei können sie bereits bestehende Applikationsanbieter nutzen, wenn diese die entsprechenden Funktionalitäten in ihren Systemen ergänzen. So lassen sich digitale Transportdokumente über eine zentrale Instanz zwischen unterschiedlichen Supply-Chain-Partnern austauschen und nach standardisierten Verfahren mit Informationen anreichern.

Zettelwirtschaft wird abgeschafft

„Dieser kollaborativ entwickelte Ansatz soll die aufwändige Zettelwirtschaft im Logistikalltag abschaffen und birgt so ein hohes Potenzial für schnellere, kostengünstigere Prozesse zu Gunsten aller Beteiligten“, erklärt Thomas Fell, Lead GS1 Germany. Zusätzlich bietet diese Lösung Möglichkeiten für eine Skalierung in weiteren Branchen, Märkten und Ländern sowie für weitere Anwendungen.

Neue Webseite für Interessierte

Potenzielle Nutzer des digitalen Lieferscheins sowie IT-Dienstleister, die sich für Services mit dem digitalen Lieferschein interessieren, finden auf https://bvl-digital.de/cloud4log ab sofort weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten.

Die Ergebnisse des im dritten Quartal 2021 durchgeführten Proof of Concept stehen ebenfalls auf der Website zur Verfügung. Damals wurde der zuvor mit der Projektgruppe abgestimmte Prozess praktisch erprobt. Dabei kam eine in Kooperation mit T-Systems prototypisch entwickelte Cloud-Plattform zum Einsatz.

Den Teilnehmenden gefiel vor allem die kontaktlose Übergabe des Zugriffslinks auf dem digitalen Lieferschein mithilfe eines QR-Codes, die digitale Unterschrift an Lade- und Abladestelle sowie die Einsparung des Lieferscheindrucks. Zu den Vorteilen zählt ihrer Meinung nach auch die zeitnahe und vollständige Verfügbarkeit von Abliefernachweisen inklusive der gut lesbaren Informationen zu Anlieferdifferenzen. Last but not least: Die Dauer einzelner Lieferprozesse verkürzte sich mitunter um bis zu zehn Tage.

Kontakt:
Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.
Schlachte 31
28195 Bremen
Tel.: +49 421 17384-0
Mail: bvl@bvl.de
Website: www.bvl.de

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