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Ukrainekrieg belastet die Logistik

Ukrainekrieg belastet die Logistik
Lieferengpässe verschärfen sich

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Flugzeug, Schiff, LKW oder Bahn – kaum ein Transportmittel bleibt von der Ukrainekrise verschont. Problematisch neben den neuen Routen und hohen Kosten: das fehlende Personal. Bild: phaisarnwong2517/stock.adobe.com
Kaum haben sich die Unternehmen von der Coronakrise erholt, kommt mit dem Ukrainekrieg eine noch größere Belastung hinzu. Verglichen mit dem unermesslichen Leid der Bevölkerung und der Zerstörung ihres Landes sind Lieferengpässe zwar ein Luxusproblem, doch je nach dem, wie lange der Krieg anhält oder sich ausweitet, braucht die Industrie einen langen Atem.

» Kirsten Seegmüller, freie Journalistin in Leinfelden-Echterdingen

Vom Ukrainekrieg sind vor allem die Luft- und Seefracht betroffen. „Die EU-Länderchefs haben in den Bereichen Finanzen, Energie, Transport und Exportkontrollen Sanktionen gegen Russland beschlossen“, zählt Steffen Wagner auf. Er ist Partner und Head of Transport & Leisure bei der Unternehmensberatung KPMG. Die Folgen sind gestiegene Rohöl- und damit die Kerosinpreise. Zusätzlich machen die Fluggesellschaften einen großen Bogen um den russischen und ukrainischen Luftraum. „Das führt zu längeren Flugzeiten, mehr Treibstoffverbrauch und damit zu weiteren Kostensteigerungen“, resümiert Wagner.

Auch die Seefracht leidet unter Einschränkungen: Das Schwarze Meer ist zwar für die Containerschifffahrt global gesehen nicht so relevant, aber die wenigen Handelsschiffe, die sich dort noch bewegen, riskieren Beschuss und Seeminen und müssen für ihre Routen die zehnfachen Tagespreise zahlen. „Odessa verfügt über eine der größten Containeranlagen am Schwarzen Meer“, betont Wagner. Seit Beginn des Krieges habe kein Handelsschiff mehr diesen Hafen angefahren. „Vor dem Krieg gab es sieben Liniendienste zwischen Hamburg und St. Petersburg sowie drei Linien zwischen Hamburg und Kaliningrad.“ Und als wäre das nicht genug, sorgt der erneute Corona-Lockdown in China dafür, dass sich vor Shanghai und anderen chinesischen Containerhäfen die Schiffe stauen.

Der Schienenverkehr sei keine echte Alternative – zum einen verläuft das Schienennetz zwischen Asien und Europa durch Russland und die Ukraine, zum anderen lassen sich die enormen Mengen nicht einfach von den Containerschiffen auf die Schiene verlagern. Im Nachgang fehlt auch den LKWs die Fracht. Und nicht nur das: „Jeder dritte Kilometer auf deutschen Straßen wird von einer Spedition aus Osteuropa zurückgelegt, deren Fahrer oft aus der Ukraine und Belarus stammen“, so Wagner. Angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine komme es zu einem erheblichen Mangel an LKW-Fahrern. Und last not least sind es oft die kleinen, aber wichtigen Dinge, die fehlen: Der Engpass beim Holz hat bereits Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Paletten.

Kontakt:
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Klingelhöferstraße 18
10785 Berlin
Tel.: +49 30 2068-0
Mail: information@kpmg.de
Website: www.kpmg.de

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