Teilereinigung

App hilft bei der Prozessplanung

Anzeige
Nicht nur im Automobilbau stellen veränderte Komponenten auch die Reinigungstechnik vor große Herausforderungen. Zudem soll hohe Qualität zu möglichst geringen Kosten erzeugt werden.

Doris Schulz Fachautorin in Korntal

Die Sauberkeit von Bauteiloberflächen zählt heute in nahezu allen Branchen zu den wichtigen Qualitätsmerkmalen. Dabei standen in den vergangenen Jahren vor allem partikuläre Verunreinigungen im Mittelpunkt. Inzwischen werden jedoch auch filmische-chemische Verschmutzungen, etwa durch Öle, Fette, Kühlschmierstoffe, Korrosionsschutz- und Trennmittel sowie andere Fertigungshilfsstoffe zunehmend als qualitätsbeeinflussend wahrgenommen. Denn sie können für nachfolgende Fertigungsschritte wie das Kleben, Schweißen, Härten, Beschichten, Lackieren, Bedrucken oder die Montage ebenso störend sein wie für die sichere Funktion der Bauteile im Einsatz.

Klar definierte Angaben für eine ausreichende Bauteilsauberkeit mit Soll- und Grenzwerten sind daher unverzichtbar. Sie zu erfüllen, setzt eine detaillierte Analyse der Prozesskette, einen abgestimmten Reinigungsprozess und kontinuierliche Kontrollen voraus. Das Ziel dabei ist, die fürs Weiterverarbeiten sowie den Einsatz eines Produkts ausreichende Sauberkeit sicherzustellen. Um das zu erreichen, gilt es

  • die Eingangsverschmutzung im Blick zu haben,
  • die Reinigungsprozesse richtig auslegen,
  • Soll- und Grenzwerten sinnvoll und klar festzulegen sowie
  • die Prozesse kontinuierlich zu überwachen und zu steuern.

Allerdings werden Teilehersteller und Betreiber von Reinigungssystemen immer öfter auch mit der Sauberkeitsanforderung „öl- und fettfrei“ konfrontiert. Diese Vorgabe beschreibt jedoch keine quantifizierbare Sauberkeitsspezifikation. Ein weiteres Problem besteht hier auch darin, dass es für viele Fragestellungen in diesem Zusammenhang noch keine geeigneten Messverfahren gibt. Industrie, Verbände und Forschungseinrichtungen arbeiten an entsprechender Messtechnik, an Handlungsempfehlungen und Regelwerken. Dazu zählt unter anderem die Richtlinie „Filmische Verunreinigen beherrschen“, die vom Fachverband industrielle Teilereinigung (FiT) erarbeitet wurde.

Automation auf dem Vormarsch

Hohe und stabile Qualität bei geringstmöglichen Kosten – diese Forderung führt auch in der industriellen Bauteilreinigung zu einem immer höheren Automatisierungsgrad – vom Teilehandling in nass-chemischen Batchprozessen bis zum Einbinden in verkettete Fertigungsumgebungen. Mithilfe einer prozess- und bedarfsgerechten Automatisierung lassen sich erhebliche Optimierungs- und Einsparpotenziale ausschöpfen.

Auch App- und Cloudlösungen fürs Steuern und Überwachen der Anlagen sowie für eine effektive Produktionsplanung und -koordination werden auf der Parts2clean vorgestellt. Sie speichern die in der Anlagensteuerung gesammelten Daten, sorgen für deren Auswertung und die intelligente Verknüpfung dieser Informationen. Das wiederum hilft dabei, verschiedene Operationen automatisch zu steuern und zu regeln. Andererseits ermöglichen solche Lösungen Vorhersagen bezüglich der noch verfügbaren Standzeit von Anlagenkomponenten, beispielsweise von Filtern, oder auch nach wie vielen Chargen oder Betriebsstunden die nächste Wartung fällig ist.

Reinigungstechnik fürs Auto von morgen

Mit der Elektrifizierung des Antriebsstrangs, dem Leichtbau oder dem autonomen Fahren steht auch die Automobil- und Zulieferindustrie vor zahlreichen neuen Herausforderungen. Veränderte Fertigungs- und Fügeverfahren sowie die digitale Transformation spielen dabei eine zentrale Rolle. Die nötigen Komponenten, um Fahrzeuge sparsamer, CO2- und emissionsärmer zu machen, reagieren auf Verschmutzungen meist empfindlich. Das zwingt auch die Reinigungstechnik zu angepassten Lösungen. Um eine größere Anzahl von Bauteile entsprechend der höheren Anforderungen reinigen zu können, treiben die Lösungsanbieter unterschiedlichste Entwicklungen voran.

Die klassischen nasschemischen Prozesse, die die Reinigung in der Automobil- und Zulieferindustrie dominierten, sind häufig nicht mehr geeignet. Aktuelle Produkt- und Prozessentwicklungen erfordern hier Reinigungsverfahren, die einfach, platzsparend und kostengünstig in Fertigungs- und Montagelinien integriert werden können. Ein weiterer Aspekt ist, dass bei vielen Bauteilen eine qualitativ hochwertige, partielle Reinigung der kritischen Werkstückbereiche ausreicht, um die erforderliche Qualität der Folgeprozesse sowie die Funktion der Komponenten sicherzustellen. Diese Anforderungen lassen sich vielfach mit trockenen Reinigungsverfahren erfüllen, etwa mithilfe von Druckluft, Vakuumtechnik, Plasma, CO2-Schneestrahl oder Laser.

Unabhängig vom Antriebskonzept gibt es weitere Trends im Fahrzeugbau, die sich auf die Bauteilreinigung auswirken. Dazu zählt der verstärkte Einsatz von Multimaterialkonstruktionen – beispielsweise Aluminium mit neuen Verbundwerkstoffen oder faserverstärkte Hochleistungskunststoffen in Kombination mit unverstärkten. Außerdem wird sowohl bei Metall- als auch bei Kunststoffkomponenten wesentlich mehr geklebt und geschweißt. Dadurch stehen filmische Verunreinigungen deutlich stärker im Fokus. Eine dauerhaft stabile Verbindung kann nur hergestellt werden, wenn Rückstände zuverlässig entfernt und die Funktionsoberflächen entsprechend aktiviert werden. Auch dabei ermöglichen Trockenreinigungsverfahren eine gezielte, prozesssichere und effiziente Inline-Behandlung.

Bei additiv gefertigten, metallischen Bauteilen besteht die Lösung häufig aus der Kombination eines trockenen mit einem anschließenden nasschemischen Prozesses.

Anzeige

Industrieanzeiger

Titelbild Industrieanzeiger 29
Ausgabe
29.2019
LESEN
ABO

E.ON: Energie für Unternehmen

E.ON für Unternehmen

Energielösungen für Unternehmen

Video aktuell

Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de