Startseite » Themen » Motek »

Vom 5. bis 8. Oktober findet die 39. Motek, internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung, als Präsenzveranstaltung statt

Fachmesse Motek
Vom 5. bis 8. Oktober findet die 39. Motek, internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung, als Präsenzveranstaltung statt

Die Automatisierungsbranche fiebert der Fachmesse Motek entgegen. Der Nachholbedarf am persönlichen Austausch auf den Ständen ist groß. Der Veranstalter P.E. Schall ist davon überzeugt, dass die Präsenzveranstaltung die Erwartungen der Aussteller und Besucher erfüllen kann.

Die letzten Vorbereitungen für die 39. Motek, internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung und die 14. Bondexpo, internationale Fachmesse für Klebtechnologie, laufen auf Hochtouren. Der hohe Buchungsstand zeigt, dass die Branche bereit ist für ein Treffen vom 5. bis 8. Oktober auf dem Messegelände in Stuttgart. „Wir spüren deutlich, wie sehr sich unsere Aussteller auf das reale Fachgespräch mit Kunden und Fachbesuchern freuen“, stellt Geschäftsführerin Bettina Schall fest. Das Thema „Software für die Montage“ und die „Arena of Integration“ werden einen zentralen Platz in Halle 1 einnehmen.

Die Branche, die durch die Motek abgebildet wird, setzt die Digitalisierung und Automatisierung konkret um. Die Smart Factory ist Wirklichkeit. „Die technischen Entwicklungen, die in den letzten Jahren stattgefunden haben, werden jetzt in der Praxis erprobt“, weiß Motek-Projektleiter Rainer Bachert. Robotik, Sensorik, Bildverarbeitung, Handhabung und Transport seien zunehmend autonome, vollständig integrierte Lösungen im Rahmen der Produktions- und Montageautomatisierung. Die Rolle der Software werde dabei immer wichtiger.

„Der Roboter steht schon lange nicht mehr allein“, so Bachert. „Wir werden daher auf der Messe viele Robotik-Gesamtlösungen sehen, auch für neue Märkte.“ Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Zusammenarbeit von Roboter und Werker, die sogenannte Mensch-Roboter-Kollaboration, kurz MRK. Die Zeiten sind vorbei, als der stählerne Werker abgeschirmt hinter hohen Schutzzäunen agierte. Die neue Robotergeneration der Cobots, eine Kurzform für kollaborative Roboter, sind von Beginn an für die Zusammenarbeit mit dem Menschen konstruiert. Mit dieser Technik sind allerdings unverzichtbare Sicherheitsstandards verbunden, damit die Anforderungen des Arbeitsschutzes und die Auflagen der Berufsgenossenschaft erfüllt sind. Auf der Motek wird auch dieses Trendthema beleuchtet. Der Messebesucher kann sich über Lösungen informieren, die für die nötige Sicherheit bei MRK sorgen. Spezielle Sensoren geben dem Roboter zudem das nötige Feingefühl zum Greifen, was in der Montage ein wichtiges Thema ist. Zusammen mit einem zugeschnittenen Bildverarbeitungssystem kann der Roboter seine Umgebung analysieren, auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren und Gefahrensituationen zuverlässig erkennen. Auch in diesem Segment kann sich der Messegast in Stuttgart schnell auf den neuesten Stand bringen.

Erstmals zur Motek 2021 wird mit dem neuen Ausstellungsbereich „Software für die Montage“ eine einmalige Plattform für die Digitalisierung der Fertigung und Montage geschaffen. Die Präsentation ist in mehrere Themen gegliedert und orientiert sich dabei am Produkt-Lebenszyklus. Gezeigt werden Softwarelösungen für das Product-Lifecycle-Management, für den Vertrieb und Service sowie für die Entwicklung und Konstruktion. Einen weiteren Schwerpunkt bilden maschinennahe Programme und Steuerungstechnik.

Machine Learning und künstliche Intelligenz haben mittlerweile Einzug gehalten in den fertigungstechnischen Alltag. Zudem steigt der Bedeutung der Software weiter an. Der Messeveranstalter hat deshalb die Nomenklatur und Produktklassifikation im Bereich „Software für die Montage“ entsprechend ausgearbeitet und erweitert. Unter anderem sind jetzt die Planungs- und Simulations-Software, die Projektmanagement-Software und die Programmpakete für Roboter- und Anlagensteuerung als Produktgruppen aufgeführt. Der Fokus auf den Bereich Software wird auch dadurch deutlich, dass sich das Thema zentral in der Halle 1 abspielen wird, wo die Aussteller ihre Lösungen für den Messebesucher gebündelt präsentieren können.

Und schließlich wird die „Arena of Integration“ (AoI) als Show-Highlight vorbereitet. Die Plattform, auf der Aspekte von Industrie 4.0 mit realen Geschäftsmodellen, Produkten, Prozessen und Services verknüpft werden können, soll in diesem Jahr zum Herzstück des Ausstellungsbereichs „Software für die Montage“ weiterentwickelt werden. „Die Vernetzung von Software und Montagetechnik soll für den Messebesucher anschaulich dargestellt werden“, verspricht Mike Döring, Mitarbeiter beim Messeveranstalter P.E. Schall. „Verschiedene Exponate machen die durch Software abgebildeten Geschäftsprozesse zum Erlebnis.“

Montagebetriebe und deren Lieferanten bilden einen der größten Märkte für betriebliche Software-Lösungen. Für diese beiden Zielgruppen, die auf der Motek traditionell vertretenen sind, ist die Digitalisierung der Montage eine aktuelle Herausforderung. „Entscheider aus Vertrieb und Konstruktion sind als angestammte Aussteller präsent“, so Döring. „Wir bringen sie auf der Messe mit den richtigen Fachbesuchern zusammen und dazu gehören Betriebsleiter, Planer und Einkäufer. So bekommen die Anwender auf ihre konkreten Fragen direkte Antworten der Hersteller von Serien-Varianten-Produkten.“

Die Motek und Bondexpo sind nicht ohne Grund als Messeduo schon seit vielen Jahren etabliert, denn die Montage- und Klebetechnik sind sozusagen untrennbar miteinander verbunden. So fokussiert die komplementäre Bondexpo die industrielle Füge- und Klebtechnologie, mit der sich nahezu alle Materialkombinationen aus identischen oder unterschiedlichen Werkstoffen miteinander verbinden lassen, ohne dass dabei die Materialeigenschaften und die damit verbundenen Vorteile verloren gehen.

Viele technische Entwicklungen sind nur durch den Einsatz innovativer Klebstoffe möglich, etwa bei energiesparenden Leichtbaukonstruktionen im Transportsektor, bei Elektroautos oder bei Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen. „Der Einsatz von Klebstoffen ist aus vielen Industrie- und Handwerksbereichen nicht mehr wegzudenken und wird zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen“, erklärt Dr. Vera Haye, Hauptgeschäftsführerin Industrieverband Klebstoffe e.V. (IVK). „Geklebte Produkte können die Energie- und die Materialeffizienz im Vergleich zu alternativen Produkten verbessern.“ (us)

Kontakt:
P.E. SCHALL GmbH & Co. KG
Gustav-Werner-Straße 6
72636 Frickenhausen
Tel. +49 (0)7025 92060
info@schall-messen.de
www.schall-messen.de


Prof. Dr.-Ing. Jörg Franke ist Leiter des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Bild: FAPS Erlangen

„Das persönliche Gespräch auf Messen ist unübertroffen“

Herr Prof. Franke, wie haben sich die Abläufe und die Arbeit an Ihrem Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik in Erlangen durch die Corona-Pandemie verändert?

Die Abläufe am Lehrstuhl haben sich verändert, der Kern unserer Arbeit in Forschung und Lehre ist von den äußeren Einflüssen allerdings nicht betroffen. Da wir schon seit Jahren alle Mitarbeitenden mit Laptops ausstatten und auch eine flexible Home-Office-Regelung genutzt wird, konnten wir die geistigen Forschungsarbeiten verzögerungsfrei weiterführen. Die experimentellen Arbeiten in unseren Forschungslabors konnten wir mit Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen weiterführen, ohne dabei an Effektivität einzubüßen. Es ist allerdings schwierig, das kreative, informelle Zusammenarbeiten aufrecht zu erhalten. Aber hier werden oft die besten Ideen geboren. Deshalb werden alle Lehrstuhlveranstaltungen unvermindert digital weitergeführt und alle Mitarbeitenden des Lehrstuhls treffen sich am Monatsende über Videokonferenz, um Neuigkeiten auszutauschen und neue Forschungsinhalte zu diskutieren.

Konnten Sie Vorteile aus der Digitalisierung ziehen?

Ja, unsere Erreichbarkeit untereinander an den verschiedenen Standorten des Lehrstuhls ist durch die internetbasierten Kommunikationssysteme deutlich verbessert worden. Wir haben unsere komplette Lehre digitalisiert, um den Lehrbetrieb auch in Zeiten von Social Distancing aufrechtzuerhalten. Unsere digitalen Inhalte rund um die Fertigungsautomatisierung erreichen etwa tausend Studierende. In den überwiegend live gehaltenen Vorlesungen können die Studierenden jederzeit über den Chat Fragen stellen. Gleichzeitig zeichnen wir alle Lehrveranstaltungen auf, sodass sie wiederholt gehört werden können.

Die Pandemie hat der Digitalisierung in vielen Bereichen einen Schub verliehen und deren Notwendigkeit offengelegt. Wie schätzen Sie aktuell den Stand der Digitalisierung im Maschinenbau ein?

Industrie 4.0 ist nicht nur eine weltweite Kampagne zur Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau, sondern demonstriert auch die Deutungshoheit der deutschen Unternehmen in der Digitalisierung der Produktion. Durch Corona findet das über die letzten Jahre aufgebaute Know-how nutzbringende Anwendungen. Gleichzeitig ergeben sich durch neue digitale Geschäftsmodelle viele Chancen. Besonders beeindruckt mich der entflammte Unternehmergeist meiner wissenschaftlichen Mitarbeiter und Studenten, die insbesondere die Methoden und Werkzeuge der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens virtuos nutzen, um diese vielversprechenden Techniken in die produzierenden Unternehmen zu transferieren. In der Vernetzung von Weltmarktführern und Hidden Champions mit kreativen Start-ups und der führenden Produktionsforschung sind wir sicherlich international in der Spitzengruppe vertreten.

In einem weiteren Forschungsprojekt befasst sich Ihr Lehrstuhl mit dem Einsatz autonomer Flugroboter für den innerbetrieblichen, autonomen Warentransport an Kommissionierplätzen. Ist das die Zukunft auch in den Produktionshallen?

Autonome Flugroboter ermöglicht den flurfreien, schnellen und flexiblen Transport von dringend benötigten Ersatzteilen, Werkzeugen und Produktionsmaterialien. Auch der zyklische Transport von Kleinteilen mit Flugrobotern bietet industrielle Anwendungsmöglichkeiten. In Produktions- und Logistikhallen der Zukunft wird sich deswegen der Einsatz autonomer Flugroboter etablieren. Sie übernehmen dabei zum Beispiel Inventurprozesse, aber auch Inspektions-, Überwachungs- und Vermessungsaufgaben.

Unsere Branche erwartet dringend die Wiederkehr des persönlichen, fachlichen Austauschs. Das gilt vor allem für die anstehende Fachmesse Motek in Stuttgart. Wie wichtig sind Präsenzmessen?

Ich messe Präsenzmessen und allgemein dem persönlichen, fachlichen Austausch eine hohe Bedeutung bei. Zwar zeigen bereits digital abgehaltene Veranstaltungen die grundsätzliche Machbarkeit in diesem Format, allerdings ist das persönliche Gespräch auf Messen unübertroffen. Deswegen hoffe ich, dass wir in diesem Jahr noch vermehrt die Gelegenheit haben werden, uns wieder persönlich treffen zu können.


Uwe Schoppen, Redakteur Industrieanzeiger
Bild: Tom Oettle

Messen in der Pandemie

Messeluft schnuppern, persönliche Gespräche am Stand, Produkte zum Anfassen – das alles hat uns gefehlt in den letzten anderthalb Jahren. Der Nachholbedarf ist immens und die Vorfreude groß auf die anstehende Motek. Einerseits. Andererseits stecken wir noch mitten in der Pandemie. Wir dürfen uns nicht in Sicherweit wiegen, nur weil die Motek als Präsenzveranstaltung stattfindet. Hygieneregeln beachten, Abstand halten, Maske tragen – und zwar für alle. Das ist wichtiger als jeder noch so wichtige Kontakt. Und mit einer guten Planung reicht vielleicht auch ein Tag auf der Messe. Es müssen ja nicht gleich drei sein wie vor Corona. Obwohl, da sorgte das gekürzte Reisebudget bereits für mehr Effizienz.

Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 1
Ausgabe
1.2022
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner


Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de