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„Wir beherrschen die komplette Prozesskette“

Renishaw-Chef Rainer Lotz setzt auf Modernisierung von Koordinatenmessmaschinen
„Wir beherrschen die komplette Prozesskette“

Renishaw, der Pionier in der Messtaster-Technik, will in Zukunft verstärkt auf die Modernisierung von Koordinatenmessmaschinen setzen. Geschäftsführer Rainer Lotz sieht darin einen großen Nutzen für den Anwender, der mit modernisierten Anlagen seine Qualität und Effizienz steigern kann.

Herr Lotz, Sie sind seit rund drei Jahren Geschäftsführer bei Renishaw in Pliezhausen. Man könnte Sie als klassischen Quereinsteiger bezeichnen, denn ihre vorherige Tätigkeit hatte wenig mit Messtechnik zu tun. Aus welcher Branche kommen Sie?

Ich war die Jahre vor Renishaw im Bereich der professionellen Beleuchtungstechnik und davor in der hydrometrischen Messtechnik tätig.
Was hat Sie an der metrischen Messtechnik gereizt?
Als Ingenieur für Feinwerktechnik hat man automatisch eine Affinität zur Messtechnik. Das Ausloten des Machbaren im Bereich der metrischen Messtechnik hat viel mit der Feinwerktechnik zu tun. Das gilt für den technischen Lösungsansatz und die Anwendung gleichermaßen.
Was ist die Kernkompetenz von Renishaw? Was können Sie, was andere nicht können?
Wir engagieren uns stark in der Produktentwicklung und besitzen eine hohe Fertigungstiefe. Dadurch entstehen Lösungen für Kunden, die über die letzten Jahrzehnte die metrische Messtechnik grundsätzlich weiter entwickelt haben. Und wir haben in vielen Bereichen Trends gesetzt.
Ist Renishaw der Trendsetter bei Messtastern? Sagt Renishaw, wo es lang geht in diesem Markt-Segment?
In diesem Segment ist Renishaw nicht nur Pionier, sondern bis heute auch der Trendsetter. Ein Beispiel ist unsere Rengage-Technik, die auf Dehnmessstreifen basiert und die nun auch auf Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommen kann.
Wie positioniert sich Renishaw in diesem Markt?
Wir sehen uns in diesem Bereich als Technologie-Marktführer. Dabei behalten wir natürlich die Kosten im Auge.
Welche Branchen bedient Renishaw?
Unsere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau und Automotiv. Durch neue Geschäftsfelder wie Spektroskopie, Dentaltechnik und Neurologie findet eine wichtige Diversifizierung unserer Zielmärkte statt. Gegenwärtig sind es gerade diese Geschäftsfelder, die positive Akzente setzen.
Wie ist die wirtschaftliche Situation bei Renishaw?
Renishaw ist ein gesundes Unternehmen, das sich über Jahre hinweg eine hohe Unabhängigkeit erwirtschaftet hat. Als Aktiengesellschaft berichtet unser Konzern natürlich auch im üblichen Rahmen über die erzielten Unternehmensergebnisse.
Die Wirtschaftskrise zieht immer weitere Kreise. Inwiefern ist Renishaw davon betroffen?
Die Marktsegmente, die gegenwärtig den Großteil unseres operativen Geschäfts ausmachen, sind mittlerweile stark von der Krise betroffen. Das trifft und genauso wie unsere Kunden. Folglich müssen auch wir mit Kostenreduzierung und Stellenabbau auf die dramatischen Veränderungen der letzten Monate reagieren.
Welche Bedeutung hat die Qualitätssicherung in Krisenzeiten? Darf an dieser Stelle gespart werden, so wie an anderen Stellen auch?
Ich denke, dass in Krisenzeiten umgedacht werden muss. Im Zuge von Kostenreduzierung ist es mit bloßem Einsparen nicht getan. Die Qualitätssicherung muss umso mehr ein echter Bestandteil des Gesamtprozesses werden. Dadurch werden automatisch Kosten gespart und die Effizienz gesteigert. Neue Produkte und unser Serviceangebot zielen genau auf diesen Punkt ab.
Sie bringen derzeit das Programm-Paket Modus auf den Markt. Die neue Software unterstützt alle Taster-Typen und soll den Messtechnik-Alltag des Anwenders vereinfachen. Was ist das Besondere an dem neuen Produkt?
Das Programm Modus ist eine kostengünstige Softwarealternative, die bereits im Basispaket einen hohen Funktionsumfang bietet. Gepaart mit unserem Serviceangebot bedeutet das für den Anwender mehr Einheitlichkeit und somit höhere Effizienz. Das schafft er über eine einzige Software.
Soll die Software in Zukunft eine wichtigere Rolle bei Renishaw spielen?
Software hat bei uns schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Durch ein größeres Angebot von Anwendersoftware im Bereich Werkzeugmaschine, Messmaschine und Kalibrierung wollen wir das in Zukunft noch steigern.
Ende letzten Jahres wurden das operative Geschäft sowie alle Mitarbeiter der Qualis Service GmbH von Renishaw übernommen. Welches Ziel verfolgen Sie mit der Übernahme?
Wir bieten mittlerweile im Bereich der Koordinatenmesstechnik die komplette Datenprozesskette an. Diese reicht vom Sensor über den Prozessor bis zur Software. Mit dieser Prozesskette können wir auch bestehende Messmaschinen modernisieren. Beratung und Durchführung solcher Modernisierungen sind ohne einen entsprechenden Service nicht denkbar. Genau diese Aufgabe übernehmen die früheren Mitarbeiter der Qualis Service GmbH.
Ist das Thema Modernisierung neu bei Renishaw?
Nein. Allerdings haben wir uns im Bereich Modernisierung bisher auf die Unterstützung von Maschinenherstellern durch Serviceunternehmen beschränkt. Dies ging bis zur Zusammenarbeit vor Ort beim Anwender. Heute bieten wir Lösungen direkt an, die der bekannten Qualität von Renishaw entsprechen.
Kommt der Modernisierungsgedanke dem Kunden entgegen – wenn ja, warum?
Es gibt viele Kunden, die durch eine Modernisierung ihrer Koordinatenmessmaschinen klar die Qualität steigern. Zudem können im Betrieb die Kosten reduziert werden. Wer sich dafür interessiert, den beraten wir im Vorfeld kostenlos.
In einer Woche beginnt die Fachmesse Control in Stuttgart. Welche Neuheiten werden auf Ihrem Stand zu sehen sein?
Die Control wird für uns unter den Themen Service und Retrofit stehen. Als Neuentwicklungen präsentieren wir neben dem Software-Paket Modus das Produkt Revo für die Oberflächenmessung. Eine Weltneuheit ist das absolute Mess-System Resolute für die rotative und lineare Wegmessung.

Kosteneffizienz
Koordinatenmessmaschinen sind teuer. Deswegen arbeiten viele Firmen so lange wie möglich mit ihren alten Geräten weiter. Dabei müssen sie Qualitätseinbußen und vor allem längere Messzeiten in Kauf nehmen. Messzeiten schlagen allerdings auch kräftig zu Buche. Der Ausweg aus diesem Dilemma heißt Modernisierung. Moderne Hard- und Software bringen alte Messmaschinen wieder in Schwung und verhelfen dem Anwender zu mehr Effizienz.
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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