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Wie digitale Technik das Spritzgießen vereinfacht

Digitalisierung erleichtert die Bedienung
Spritzgießen wird immer einfacher

Wirklich einfacher wird der Prozess nicht. Doch die Spritzgießmaschinenhersteller nutzen die Digitalisierung auf vielfältige Weise, um die Bedienung zu erleichtern. Die Fakuma 2021 gewährte Einblicke bis weit in die Zukunft hinein.

» Olaf Stauß, Redakteur im Konradin-Verlag

Steuern mit „Wittmann HoloVoice“

„Die Gestica wurde als ‚Steuerung der Zukunft‘ erstmals 2016 präsentiert“, sagte Guido Frohnhaus auf der Fakuma 2021, Geschäftsführer Technik bei Arburg. Heute sei ihr Funktionsumfang größer als die der Steuerung Selogica, die Arburg seit 1993 nutzt und stetig weiterentwickelt. Das zeigt, wie sehr die Digitalisierung – auch via Software – das Bedienen von Spritzgießmaschinen und -prozessen verändert. Die auf der Fakuma präsentierten Anlagen warten mit einer Fülle von Regelungs- und Assistenzfunktionen auf, die den Prozess optimieren und die Bedienung erleichtern. Die Hersteller geben damit auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel: Nicht mehr nur der Experte soll in der Lage sein, den Spritzgießprozess zu steuern.

Als eines der Gestica-Features hebt Arburg beispielsweise immer wieder die Füllsimulation direkt an der Maschine hervor. Es habe sich gezeigt, dass diese Funktion stark „zur Qualifizierung der Bediener“ beitrage, weil sie vertiefte Einblicke in den Prozess eröffne. „Wir sagen heute, dass zu 90 Prozent der erste Schuss an der Maschine sitzt.“

Option: Big Data hilft optimieren

Wettbewerber Engel Austria bietet mit „sim link“ eine vergleichbare Funktion an, hebt aber andere Synergien hervor: Über die Schnittstelle lassen sich die Einstellparameter direkt in die Steuerung übertragen, die Simulationen mit Moldflow oder Cadmould ermittelt haben. „Sim link vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen den Simulationsexperten und den Prozesstechnikern“, sagt Paul Kapeller, Leiter Produktmanagement Digital Solutions. „Damit stellen wir sicher, dass die Erkenntnisse aus der Simulation auch tatsächlich genutzt werden.“ Noch tiefer steigt Engel mit dem Dienstleistungsangebot „performance.boost analytics“ ein: Eine Analyse von Big Data beim Kunden durch Datenexperten soll die Produktion optimieren helfen – ein sehr individueller Ansatz.

Maschine versteht Deutsch und Englisch

Andere Hersteller experimentieren damit, die menschliche Stimme und Mixed Reality für das Spritzgießen zu nutzen. Dr. Boy ließ Messebesucher die Spracheingabe für Spritzgießautomaten testen – und soll auf Neugier und „hohes Nachfragepotenzial“ gestoßen sein. Wittmann Battenfeld ließ Erkenntnisse aus der Forschung in ein Anlagenexponat einfließen: Rund 1500 Sprachkommandos wurden ermittelt, mit denen ein Bediener den Fertigungsprozess durchtesten und die automatische Produktion starten würde. „Maschine, starte Einspritzen“ oder „Roboter, fahre auf Ablageposition“ sind typische Kommandos, die er in sein kabelloses Headset spricht. Er behält seine Hände frei und kann Aktionen auslösen, ohne auf die Endgeräte von B8– und R9-Steuerung (Maschine und Roboter) zugreifen zu müssen.

Steuern mit „Wittmann HoloVoice“

Eine VR-Brille, hier eine Microsoft Hololens 2, lässt die Arbeit für den Bediener gar zum Erlebnis werden. Durch die Brille sieht er die Umgebung wie gewohnt. Doch Roboter und Maschine kommunizieren mit ihr über ein OPC-UA-Interface. Nun bekommt er Infos und diverse Objekte in 3D einprojiziert. Er nimmt Alarm- und Statusmeldungen wahr und erkennt dreidimensional eingeblendete Sicherheitsbereiche. Der Bediener sieht exakt, wo sie sich befinden und wie weit der Roboter entfernt ist von ihnen. Ein Blick auf die Bedienterminals erübrigt sich.

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