Erstes eigenes Produkt für China in China entwickelt

EBM Papst meldet Rekordumsatz

Mit rund 40 Mio. Euro erweitert EBM-Papst die Kapazitäten an den deutschen Standorten in diesem Jahr – hier die Produktion eines Axialventilators. Insgesamt beträgt das geplante Investitionsvolumen etwa 150 Mio. Euro. (Bild: EBM-Papst)
Anzeige
Der Ventilatoren- und Motorenhersteller EBM Papst wächst zweistellig auf 1,5 Mrd. Euro. Kam im vorigen Geschäftsjahr der größte Wachstumsschub aus Deutschland, sieht das Familienunternehmen in diesem Jahr Asien als das größte Zugpferd. Um die Produktionskapazitäten auszuweiten, sollen in China sowie in Mexiko oder den USA jeweils eine neue Fabrik entstehen.

Ein deutlich besser als geplantes Geschäftsjahr weist der Ventilatoren- und Motorenhersteller EBM Papst aus, betonte Rainer Hundsdörfer, Vorsitzender der Geschäftsführer der Mulfinger Unternehmensgruppe. Der Umsatz am 31. März zu Ende gegangenen Geschäfsjahres lag mit 1,501 Mrd. Euro um 11,2 % höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Mit ein Grund für den neuen Umsatzrekord ist die weltweit gestiegene Nachfrage nach energieeffizienten Ventilatoren und Motoren. Laut Hundsdörfer wurde in sechs der acht Hauptbranchen ein hohes Wachstum erzielt. Dank dieser breiten Differenzierung sei das Unternehmen gegen Marktschwankungen gewappnet. Von der Ergebnisseite her stehe man „sehr solide“, sagte Hundsdörfer, der in Schulnoten ausgedrückt die Ertragslage mit einer Zwei benoten würde.

Zugpferd Inlandsmarkt
Den größten Zuwachs auf Regionen bezogen trug der Inlandsmarkt mit 435 Mio. Euro (+15,2 %) bei. Die ausländischen Umsatzerlöse stiegen um 9,7 % auf 1,065 Mrd. Euro. Vor allem in Asien hat EBM Papst mit 225 Mio. Euro (+11,2 %) deutlich zugelegt. Dazu beigetragen habe auch das seit 2012 bestehende Entwicklungszentrum in Shanghai, in dem erstmals ein eigenes chinesisches Produkt entwickelt worden wäre. 40 Ingenieure stehen dort auf der Gehaltsliste, China-weit sind es bereits 1500 Mitarbeiter. Aktuell plant der Mittelständler eine weitere Asien-Fabrik, eventuell in China, sowie in Nordamerika. Dort sind Mexiko und die USA Favoriten für die Standortwahl. Inzwischen beschäftigt das Familienunternehmen rund die Hälfte seiner rund 11700 Mitarbeiter im Ausland. Allein im vorigen Geschäftsjahr wurden 810 neue Arbeitsplätze (+7.4 %) geschaffen.
86 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung
40 % des Umsatzes erzielt der Luftspezialist mit Produkten, die jünger sind als vier Jahre. 86 Mio. Euro und damit vier Mio. Euro mehr als im Vorjahr investierte das Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Die Quote liegt mit rund 6 % des Gruppenumsatzes über dem im Branchenvergleich üblichen Durchschnitt. Damit sei es im Vorjahr gelungen, so Hundsdörfer, eine Vielzahl wegweisender Produkte für Bereiche wie etwa Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, Maschinenbau, Haushaltsgeräte, Automotive und Verkehr oder Heiztechnik zu entwickeln und erfolgreich im Markt zu etablieren.
Mit „sechs bis sieben Prozent Wachstum“ plant der Vorsitzende der Geschäftsführung das laufende Geschäftsjahr 2014/1015 „weniger ambitionös“, wie er sagte. Vorausgesetzt, die politische Lage bleibe stabil. Rainer Hundsdörfer erwartet einen Umsatzzuwachs von rund 4,5 % auf 1,565 Mrd. Euro Hierfür fließen in den kommenden Monaten rund 40 Mio. Euro in die Kapazitätserweiterung allein an den deutschen Standorten. Insgesamt plant EBM-Papst in diesem Jahr mit einem Investitionsvolumen von etwa 150 Mio. Euro.
In Marktsegmenten breit diversifiziert
Weiter verfolgt wird die Strategie einer breiten Diversifizierung bestehender Marktsegmente. Die größten Wachstumspotenziale sieht das Unternehmen aufgrund des ungebrochenen Trends bei Greentech-Ventilatoren im Bereich der Heiz-, Klima- und Kältetechnik, im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei Automotive/Verkehr. Ein schwieriges Marktumfeld aufgrund des starken Wettbewerbs mit asiatischen Low-Cost-Standard-Herstellern erwartet EBM-papst weiterhin im Segment der Telekommunikations- und IT-Industrie.
In Asien erwartet ebm-papst im kommenden Jahr mit 7 % das größte Wachstumsplus, insbesondere durch Lösungen zu Luftreinigung, Klimatisierung, Mobilität und Umweltschutz. Zunehmend, so Hundsdörfer, greife in Asien und China das Thema der Energieeffizienz.
Auf dem amerikanischen Kontinent ist für den Ventilatorspezialisten weiterhin ein hohes Potenzial für seine Greentech- Energiespartechnik gegeben. Zwar ist der Markt in vielen Bereichen durch den Einsatz einfacher Ventilatoren gekennzeichnet, doch findet zusehends ein technologisches Umdenken hin zu energieeffizienten Hightechprodukten mit langer Lebensdauer statt. EBM Papst wird aus diesem Grund seine Produktionskapazitäten für den nordamerikanischen Markt mittelfristig erhöhen. Im aktuellen Jahr rechnet das Unternehmen bereits mit einem Umsatzwachstum von 8 %.
Für Europa verhalten optimistisch
Die Umsatzperspektive für Europa inklusive Deutschland) betrachtet das Unternehmen moderat bei 2 bis 3 %. „Wir sehen in Europa eine konjunkturelle Erholung und sind verhalten optimistisch – sofern sich die Situation in der Ukraine beruhigt“, so Hundsdörfer.
Seine F&E-Aktivitäten wird EBM-Papst mit etwa 90 Mio. Euro weiterhin auf hohem Niveau betreiben und seine Technologie- und Marktführerschaft ausbauen. Der Schwerpunkt der Entwicklung wird auch im aktuellen Jahr im Bereich Ressourcenschonung und Energieeffizienz liegen, die Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet der Strömungstechnik. Mittelfristiges Ziel ist es, die globalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, wie bereits in China vollzogen, weiter auszubauen. Das Entwicklungszentrum in Shanghai wurde 2012 mit der neuesten Prüfstandstechnik für Luftleistung, Akustik, Umwelt und Motortechnik ausgestattet.
„Sauberster Strom ist der, der nicht gebraucht wird“
Rainer Hundsdörfer ist davon überzeugt, dass die Energiewende in Deutschland nicht gelingen kann, wenn ständig nur die „Energieerzeugerseite“ thematisiert wird. „Der sauberste Strom ist immer noch der, der nicht gebraucht wird“, sagte der Geschäftsführer. Neben der Industrie seien die privaten Haushalte der größte Verbraucher von Strom in Deutschland. Heizen, Warmwasserbereitung, Kochen und Kühlen mache fast 100 % des privaten Energieverbrauchs aus. Beim Thema Einsparungen und Effizienz entscheide sich, ob Deutschland seine CO2-Ziele erreiche oder nicht. „Daher ist es unsere Aufgabe, endlich die Energieverbraucherseite ins Zentrum der gesellschaftlichen Diskussion zu stellen“, so der EBM-Papst-Chef. „Politischer Glamour bei der Elektromobilität und fehlende Fokussierung auf den Verbrauch – das sind die falschen politischen Botschaften, wenn es um den Klimaschutz geht“, sagte Hundsdörfer. dk
Anzeige

Industrieanzeiger

Titelbild Industrieanzeiger 18
Ausgabe
18.2019
LESEN
ABO

E.ON: Energie für Unternehmen

E.ON für Unternehmen

Energielösungen für Unternehmen

Video aktuell

Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de