Patent-Verwerter: Mit Know-how Geld verdienen Aus Ideen Lizenzen machen

Patent-Verwerter: Mit Know-how Geld verdienen

Aus Ideen Lizenzen machen

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Statt dauerhaft nur die Kosten für Patente aufzuwenden, verdienen immer mehr Unternehmen Geld durch die aktive Verwertung ihres geistigen Eigentums.

Ulrich Koch ist Generalbeauftragter Vertrieb der Patev GmbH, München/Karlsruhe

Viele mittelständische Technologieunternehmen sitzen auf einem ungehobenen Schatz – ihrem Patentportfolio. Konzerne machen mehr daraus: Sie erzielen durch die aktive Verwertung von Schutzrechten jährlich Millionenerlöse. Durch neue Verwertungsdienstleistungen können jetzt auch Mittelständler vom expandierenden Lizenzmarkt profitieren.
Neben der Zahl der Patentanmeldungen ist der Lizenzmarkt in den letzten Jahren enorm gewachsen, und der Boom im Handel mit der sogenannten Intellectual Property hält ungebrochen an. Weltweit wurden mit Lizenzen allein im Jahr 2000 Einnahmen von rund 100 Mrd. US-$ erwirtschaftet. Das ist eine Verzehnfachung zum Stand von 1990. Für das Jahr 2010 wird ein Gesamtmarkt für Lizenzgebühren von bis zu 400 Mrd. US-$ erwartet.
Trotz der enormen weltweiten Umsätze, die mit der Lizenzierung von Schutzrechten erwirtschaftet werden, gibt es nach wie vor keine transparente Marktsituation. Das liegt sowohl an den Marktteilnehmern als auch an den zu handelnden Schutzrechten. Vielfach wollen die anbietenden Unternehmen nicht mit dem Verkauf von Technologie in Verbindung gebracht werden. Findige Wettbewerber könnten hier Rückschlüsse auf die Unternehmensstrategie ziehen. Auch die Käufer und Lizenznehmer sind häufig über ein Zuviel an öffentlicher Anteilnahme ihrer technologischen Defizite nicht erfreut. So soll die Wahrnehmung von Seiten der Kunden auf der motorentechnischen Kernkompetenz bei den Automobilherstellern ruhen und nicht bei der Zulieferindustrie liegen. Die Nutzung öffentlicher Tauschbörsen für solche Schlüsseltechnologien wären hier ausgesprochen kontraproduktiv.
Wissen versilbern, bevor es verschimmelt
Weitere Charakteristika sind die engen Zeitfenster für er-folgreiche Patentverwertungen. Eine technologische Lücke muß schnell geschlossen werden oder der Zeitpunkt zur Verwertung ist vertan. Der Wechsel von NC-Akkumulatoren zu Li-Ionen-Speichern im Mobilfunk wurde innerhalb kürzester Zeit auf dem Markt durchgesetzt. Wer hier nicht schnell durch geeignete Lizenzen reagieren kann, dem läuft der technologische Markt davon. Schutzrechte auf Halde zu lagern oder sie zur Unzeit anzubieten, hat also keinen Sinn.
Darüber hinaus erfordert die Verwertung von Patenten ein Höchstmaß an technologischen Kompetenzen. Nur wenn bei einem möglichen Target für das zu verwertende Know-how die geeignete Anschlusstechnologie vorhanden ist, wird der Deal auch zeitgerecht zum Erfolg führen. Daher wird der Markt für Lizenzen in Europa inzwischen von wenigen hoch spezialisierten Maklern beherrscht.
Wichtig für mittelständische Unternehmen ist dabei die Fähigkeit der Makler, auch vertikalen Technologietransfer zu ermöglichen. Das heißt, es muß im Rahmen der Patentverwertung die ungewollte Lizenzierung von Wettbewerbern im eigenen Markt vermieden werden. Es sollten bei den potenziellen Lizenznehmern vielmehr die Unternehmen identifiziert werden, die zwar die angebotene Technologie benötigen, gleichzeitig aber in alternativen Märkten mit anderen Kundenkreisen aktiv sind. Nur dann bringt die Schutzrechtsverwertung wettbewerbsneutrale Mehrerlöse.
Die vor einigen Jahren begonnen Ansätze, Patenverwertung über internetbasierte und datenbankgestütze Börsen zu organisieren, können im wesentlichen als gescheitert betrachtet werden. Aufgrund der besonderen Marktsituation im Handel mit Patenten bleibt nur die gezielte Identifikation und Verhandlung als erfolgversprechende Verwertungsoption. So haben auch einige Konzerne mit ihren riesigen Verwertungsportfolios den Weg eingeschlagen, eigene Abteilungen dafür aufzubauen. Diese betätigen sich als freie Makler allerdings nur, um die eigenen Technologien zu verwerten. Doch großen mittelständischen Unternehmen ist dieser Weg häufig zu aufwendig. Sie wählen sich einen Partner, der den gesamten Prozess übernimmt.
Patentverwerter handeln mit Technik-Wissen
Gerade für die mittelständische Industrie erweist sich diese Outsourcing-Lösung als kostengünstige Chance die Möglichkeiten der Patentverwertung aktiv zu nutzen. Da hier häufig nicht kontinuierlich Schutzrechte zur Verwertung anstehen, rechnet sich der Aufbau eigener Kompetenzen in diesem Feld nicht. Handelt es sich bei den zu verwertenden Patenten auch noch um Technologien, die nicht zur Kerntechnologie des Unternehmens zählen, sind die unternehmenseigenen Verwertungschancen ohnehin gering.Wenn man die Unternehmensberatungen, die sich mehr oder weniger nebenbei auch dem Problem des Technologietransfers verschrieben haben, außer acht läßt, wird die internationale Szene von wenigen professionellen Verwertungsunternehmen dominiert. Auf dem noch jungen deutschen Markt wurde die Patev GmbH, München/ Karlsruhe, mit einem auf industrielle Bedürfnisse zugeschnittenen Verwertungskonzept bekannt. Daneben gibt es hierzulande einige öffentlich geförderte Einrichtungen wie zum Beispiel die auf freie Erfinder spezialisierte Patentstelle der Fraunhofer-Gesellschaft oder die von Privaterfindern genutzten Steinbeis-Transferzentren.
Patente anzumelden und aufrecht zu halten, kostet viel Geld. Gerade die mittelständische Industrie muss vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation und dem Ausblick auf die internationale Konkurrenz die Frage nach der Rendite der Schutzrechte stellen. Nur durch die doppelte Nutzung der Patente als Verbietungsrecht und Erlösbringer der eigenen Produkte sowie als Lizenzquelle, können attraktive Erlöse erzielt und so die Mittel für die weiteren Entwicklungen generiert werden. Durch das Outsourcing der Verwertung kann so aus der Kostenstelle Patent ein lukratives Profitcenter werden.
Checkliste: Diese Leistungen können Sie von einem Patent-Verwerter erwarten
Identifikation der Patentassets
Der erste Schritt in einer erfolgreichen Verwertung ist die Auswahl eines geeigneten Verwertungsportfolios. Dabei ist das Bestandsportfolio zu berücksichtigen, um dem Wettbewerb auch bei aktiver Verwertung der eigenen Schutzrechte keine offenen Flanken zu bieten.
Relevanzanalyse des Patentportfolios
Auch bei sorgfältig ausgewählten Verwertungsportfolios kommt den einzelnen Portfolioanteilen eine unterschiedliche große Bedeutung für die Verwertung zu. Eine Analyse zur Relevanz der Schutzrechte hinsichtlich einzelner Produkte und Technologien hilft, sich auf die wirklich wichtigen Assets zu konzentrieren.
Verwertungsportfolios
Häufig besteht ein Verwertungsportfolio aus einer Vielzahl von Schutzrechten. Hier muss die technologische Struktur aufbereitet und für den zukünftigen Käufer oder Lizenznehmer dargestellt werden.
Identifikation und Qualifizierung von Kontakten
Die zentrale Kompetenz des Verwertungsdienstleisters liegt in der zielgenauen Identifikation und Qualifizierung von potenziellen Lizenznehmern oder Käufern für das zur Verwertung freigegebene Schutzrechtsportfolio. Hier sollte der Verwerter nicht nur über ein Netzwerk von Industriekontakten verfügen, sondern auch systematische Verwertungszugänge besitzen.
Hersteller des Kontakts
Die Kontaktaufnahme zum potenziellen Lizenznehmer sollte möglichst ohne die Nennung des Auftraggebers erfolgen. Erst bei nachweislichem Interesse des Käufers erfolgt die Offenlegung des Anbieters der Lizenz.
Betreuung und Wertermittlung
Ein besonders heikler Punkt ist die Betreuung der Lizenzverhandlungen und die Wertermittlung für die Preisfindung. Diese Gutachten sollten transparent aufbereitet sein, um als Verhandlungsgrundlage dienen zu können.
Kosten
In der Regel wird eine Vereinbarung für eine Erfolgsbeteiligung mit Grundpauschale getroffen.
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