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„Ein Land, in dem es noch Freude macht, Unternehmer zu sein“

Dr. Eric Scheidegger vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft:
„Ein Land, in dem es noch Freude macht, Unternehmer zu sein“

Dr. Eric Scheidegger, Geschäftsleitungsmitglied im Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und Leiter der Direktion für Standortförderung: „Seit 2003 ist das Interesse aus Deutschland markant gestiegen.“
Die Schweiz registriert immer mehr deutsche Firmen, die sich in der Eidgenossenschaft niederlassen wollen. Dr. Eric Scheidegger vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Leiter der Direktion für Standortförderung, nennt die Gründe.

Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied Tilman Vögele-Ebering tilman.voegele@konradin.de

Wie haben sich in der Eidgenossenschaft die Industrie-Ansiedlungen aus dem Ausland entwickelt?
Die deutschen Großunternehmen, für die die Schweiz komparative Standortvorteile bietet – wie Kunden- oder Zulieferantennähe, hochqualifizierte und gleichzeitig motivierte Mitarbeiter – sind schon lange hier angesiedelt. Und es gibt immer noch Großunternehmen aus Deutschland, die in der Schweiz Direktinvestitionen tätigen.
Laut dem Jahresbericht der Schweizer Wirtschaftsförderung setzen zunehmend Mittelständler auf die Eidgenossenschaft. Wo sehen Sie die Gründe dafür?
Klein- und Mittelstandsunternehmer sind in der Regel ortsverbundener mit ihrem Heimatstandort. Nun sagen jene deutschen Mittelständler, die jetzt den Schritt ins Nachbarland Schweiz vollzogen haben oder planen, dass eine Schmerzgrenze durch die Rahmenbedingungen erreicht sei. Dazu suchen sie Alternativen – und in vielen Fällen finden sie diese bei uns. Die Schweiz ist nun einmal ein Land, in dem es noch Freude macht, Unternehmer zu sein.
Wie stark profitieren Sie als Schweizer Standortförderer von dem hier in der Bundesrepublik häufig beklagten und vielzitierten Reformstau?
Seit vergangenem Jahr ist das Interesse aus Deutschland markant gestiegen. Dies äußert sich beispielsweise in der Teilnehmerzahl der Tagesseminare zum Thema Firmengründung in der Schweiz, die wir mit dem Programm „Standort: Schweiz“ in Deutschland organisieren. Die Anzahl dieser Seminare wurde im vergangenen Jahr von sechs im Vorjahr auf nunmehr zehn Veranstaltungen erhöht. Sie sind restlos ausgebucht. Die Teilnehmerzahl pro Veranstaltung liegt bei 110 bis 130 Personen.
Die Schweiz ist bekanntlich kein Niedriglohnland. Was macht die Eidgenossenschaft für Unternehmer aus dem industriellen Mittelstand attraktiv?
Die deutschen Unternehmen schätzen insbesondere den flexiblen Arbeitsmarkt, die hohe Produktivität und die niedrigen Lohnnebenkosten. Dazu kommt ein vergleichsweise moderates Steuerklima, eine schlanke Administration, eine hervorragende Infrastruktur und eine ausgezeichnete Lebensqualität.
Die EU hat sich dieses Jahr vergrößert. Welche Nachteile entstehen der Eidgenossenschaft im Standort-Wettbewerb?
Die Erweiterung der europäischen Union sehen wir als Chance. Die mittel- und osteuropäischen Staaten sind Wachstumsmärkte mit hohem Zukunftspotenzial. Für unsere Unternehmen bedeutet dies die Chance, sich im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Dank der Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens wird die Schweiz mittelfristig auch Zugriff auf den mitteleuropäischen Arbeitsmarkt mit seinem vergleichsweise hohen Bildungs- und Qualitätsniveau haben.
In welchen Regionen lassen sich deutsche Firmen schwerpunktmäßig nieder?
Generell gilt bei der Standortwahl: Deutsche Firmen bevorzugen aus sprachlichen Gründen die deutsche Schweiz, französische Firmen die Romandie und italienische Firmen das Tessin. International ausgerichtete Firmen bevorzugen Flughafennähe, das heißt Genf oder Zürich. Je nach Branche ziehen es Unternehmen vor, sich in der entsprechenden Region niederzulassen. Andere Investoren wiederum bevorzugen Regionen, in denen Produktionsstandorte mit Instrumenten des Bundes noch zusätzlich unterstützt werden können.
Industrieanzeiger
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