Generationenmanagement

Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung fördern

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Ältere und jüngere Kollegen können produktiv miteinander arbeiten, wenn sie die Stärken und Schwächen des anderen akzeptieren. Bild: Photogrphee.eu/Fotolia
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Wenn ältere und jüngere Kollegen miteinander arbeiten, sind Konflikte vorprogrammiert. Vorgesetzte können den „Generationenmix“ in richtige Bahnen lenken.

Rolf Leicher
Fachautor und Referent aus Heidelberg

Zwei Generationen, die der über 50-Jährigen (Generation X genannt) und die der heute 20- bis 35-Jährigen (Generation Y), haben oft vollkommen unterschiedliche Wertevorstellungen und Meinungen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Altersgruppen kann für das Team so zur Herausforderung werden.

Ältere überlegen lieber gründlich

Ältere Mitarbeiter verdrängen gerne, dass sie vergangenheitsorientiert sind, häufig zurück blicken und an die angeblich „goldenen Zeiten“denken. Durch die Messlatte „Damals“ wird „Heutiges“ in Frage gestellt. Das Verständnis für die Eigenarten Jüngerer sinkt nach und nach. Der Vorteil der Älteren ist die große Berufserfahrung, sowie die Urteilsfähigkeit und das Vermeiden von Risiken bei der Arbeit aufgrund von Erfahrungen. Unbewusst hält der Senior lieber an eingefahrenen Gewohnheiten fest. Aufgrund der „Weisheit des Alters“ vertritt er in Diskussionen hartnäckig seine Meinung. Spontane Entscheidungen sind nicht seine Stärke, er überlegt lieber gründlich. Nach Jahren der Erfahrung haben die Älteren einen sehr großen Überblick und erfassen Zusammenhänge bei der täglichen Arbeit zwar nicht schneller, aber treffender. Arbeitsmediziner meinen, dass mit zunehmendem Alter die Zahl derjenigen wächst, die ihren Gesundheitszustand selbst als „gut“ oder „sehr gut“ einschätzen.

Jüngere drängen nach vorne

Die Junioren haben einen anderen Arbeitsstil als die Älteren, sind dynamisch und wollen „das Rad neu erfinden“. Dabei vergessen sie oft, dass ältere Vorgesetzte das früher auch schon probiert haben. Die Generation Y gehört zur sogenannten zur IT-Generation, sie kennt sich mit Computer & Co gut aus.

Die Zeit, als Jüngere vor Älteren Respekt hatten ist endgültig vorbei. Jüngere stellen althergebrachtes gerne in Frage und sind von den eigenen Ideen sehr überzeugt. Dennoch brauchen die U-40-Jährigen die Bestätigung der Senioren, um sich zu orientieren. Sie wollen Verantwortung übernehmen, sind ungeduldig und drängen nach vorne, obwohl noch Erfahrung fehlt. Weil sie sich erst bewähren müssen, strengen sich Ehrgeizige ein Stück weit mehr an, um „Bonuspunkte“ zu sammeln. Sie überschätzen aber auch häufig Fähigkeiten und Fachwissen und erwarten, dass man ihre Fehler akzeptiert. Ältere sollten dem Nachwuchs Fehler verzeihen ohne nachtragend zu sein. Was die Jugend gar nicht mag, sind die Weisheiten der anderen Generation: „Zu meiner Zeit war das alles ganz anders…“ Oder: „Was Dir noch fehlt ist die Erfahrung.“ Der ehrgeizige Nachwuchs möchte Handlungsspielräume und eigene Erfahrung machen und nicht Abziehbild der Generation X sein.

Generationenmix sinnvoll nutzen

Sich gegenseitig zu akzeptieren ist eine zwingende Voraussetzung für die Firmenkultkur. Dabei muss niemand seinen eigenen Standpunkt aufgeben, sondern den des anderen anhören und hinterfragen. Nur so funktioniert die generationsübergreifende Zusammenarbeit. Mit mehr Toleranz verläuft die Kooperation problemlos, Kollegialität und Betriebsklima funktionieren.

Ältere und mittlere Jahrgänge verfügen über ein großes Potenzial an Berufs- und Lebenserfahrung, während die Junioren aktuelles Wissen, Schwung und Dynamik sowie Innovationskraft einbringen. Der Generationenmix tut dem Unternehmen gut. Das biologische Alter allein ist nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit der Älteren. Kunden und Geschäftspartner sind weniger auf das Alter eines Mitarbeiters fixiert, sondern sehen zuerst die Leistungsfähigkeit und Arbeitsergebnisse.

Tipps für den Chef

Die eigene Einstellung zu älteren Mitarbeitern prägt deren Verhalten. Schaffen Sie Voraussetzungen, damit diese ihre Leistungsfähigkeit entfalten können. Ältere Kollegen entwickeln Ehrgeiz, wenn sie erkennen, dass man ihnen auch schwierige Aufgaben zutraut. Umgekehrt erbringen sie tatsächlich weniger Leistung, wenn man ihnen keine anspruchsvollen Aufgaben mehr überträgt. Auch eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist gerade für die Generation X von Bedeutung. Wer älter ist, tut sich bei Überstunden oft schwerer als der jüngere Kollege. Auch Teilzeitarbeit ist eine gute Möglichkeit für ältere Mitarbeiter, jedoch ist die Umsetzung aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen oft schwierig.


Was sich Jüngere wünschen

  • Handlungsspielräume und Verantwortung
  • Gutes Verhältnis zu älteren Kollegen –und zum Management
  • Wertschätzung und Akzeptanz der Vorgesetzten
  • Anspruchsvolle Aufgaben und Herausforderungen
  • Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
  • Toleranz und freie Meinungsäußerung
  • Orientierung und Sicherheit

Was sich Ältere wünschen

  • Interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit
  • Volle Akzeptanz der jungen Generation
  • Stressfreies Arbeitstempo, ohne Hektik
  • Selbständiges Arbeiten ohne dauernde Kontrollen
  • Vertrauen in die Leistungsfähigkeit
  • Anerkennung bei den Kunden
  • Wertschätzung und Toleranz der eigenen Meinung
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