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ILA Berlin: Grünes Fliegen gibt neuen Schub

ILA Berlin 2018
Grünes Fliegen gibt neuen Schub

Die Luft- und Raumfahrtmesse ILA vom 25. bis 29. April in Berlin ist nicht nur ein Publikumsmagnet, sondern auch ein B2B-Marktplatz für die Zulieferer der Branche. ❧

Dietmar Kieser

Bislang stand ILA für „Internationale Luftfahrtausstellung“ – inzwischen steht das Kürzel für „Innovation and Leadership in Aerospace“ und soll der Traditionsmesse einen zukunftsorientierten Anstrich verleihen. „Wir haben die älteste Luft- und Raumfahrtausstellung der Welt ganz bewusst zur führenden Innovationsmesse der Branche weiterentwickelt“, betont Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrt e. V. (BDLI) und zusammen mit der Messe Berlin Veranstalter der ILA.

Die ILA 2018 in Berlin – das heißt auch: 200 Fluggeräte aller Kategorien warten auf dem Freigelände des Expo Center Airport ebenso auf wie die neuesten Hightech-Entwicklungen der Branche: etwa der senkrecht startende und landende City-Airbus für den batteriebetriebenen Passagiertransport der Zukunft in verkehrsreichen Städten. Dass Grenzen zwischen bewährten Systemtechniken zunehmend verschwinden, beweist Airbus mit der Solar-Drohne Zephyr. Beweglich wie ein Flugzeug, kann der extrem ausdauernde Höhengleiter auch Aufgaben von kostspieligen Überwachungssatelliten übernehmen. Damit füllt die Drohne, die Höhen bis zu 20 000 m erreichen kann, die Lücke zwischen Satellit und Flugzeug.

Auf der ILA wird sich die Luft- und Raumfahrtindustrie in all ihrer Dynamik, aber auch mit Blick auf die Konsolidierung der Wertschöpfungskette präsentieren. Durch den scharfen Wettbewerb am Weltmarkt und einer Exportquote von 70 % ist die deutsche Luftfahrtindustrie mehr denn je gefordert, wichtige Weichenstellungen mit Blick auf wichtige Innovationen zu treffen.

Inzwischen sind Flugzeuge der neuesten Generation wesentlich sauberer bei halbiertem Lärm. Dazu bei tragen Entwicklungen wie der auf der ILA gezeigte Airbus A340 Blade (Breakthrough Laminar Aircraft Demonstrator in Europe). An dem Testflugzeug wird das Potenzial von Laminarprofilen für Verkehrsflugzeuge untersucht. Durch die speziell geformten Flügel mit sehr glatten Oberflächen soll die Luft über eine möglichst lange Strecke gleichmäßig und parallel über die Tragflächenoberseite strömen. Dadurch soll der Reibungswiderstand am Flügel halbiert und der Treibstoffverbrauch um rund 5 % reduziert werden.

Im Rahmen der Ausstellung wie auch des parallel laufenden Konferenzprogramms werden die rund 1000 Aussteller der ILA zeigen, dass sie sich zu einer Vielzahl an Trendthemen Gedanken machen, vornehmlich getrieben von nachhaltigem Fliegen, zukünftiger Mobilität und digitaler Transformation. Dazu zählen das autonome und unbemannte Fliegen, erneuerbares Kerosin, Nanosatelliten und neuartige Hightech-Materialien und generative Produktionsverfahren ebenso wie das Aufbereitung des gigantischen Datenstroms, den ein Flugzeug der neuesten Generation unablässig erzeugt, der aber bislang kaum genutzt wird.

Gemessen am Jahr 2005 will die Branche bis 2050 ihre CO2-Emissionen halbieren. Neben alternativen Kraftstoffen, etwa aus Algen, ist die E-Mobilität ein vielversprechender Ansatz. Flugzeug- und Elektrokonzerne, die auf der ILA ihre Konzepte präsentieren, wollen in 15 Jahren Flugzeuge für bis zu 100 Passagiere hybridelektrisch fliegen lassen. Entsprechend entwickeln sie komplett neue Flugzeugdesigns. Gelegen kommt der 3D-Druck, der Gewichtsreduktionen bis zu 55 % bietet. Allein in einem Airbus könnten bis zu 1000 kg eingespart werden. Und je Kilogramm weniger Gewicht werden im Laufe eines Flugzeuglebens 25 t Kerosin und damit CO2 eingespart.

Gerade dem Luftfahrtstandort Deutschland eröffnet dies ein immenses Potenzial. Laut BDLI wird jedes sechste Passagierflugzeug hierzulande ausgeliefert. Und in jedem der jährlich rund 1700 weltweit ausgelieferten Jets steckt Hochtechnologie made in Germany. Dafür legen sich die Akteure der Wertschöpfungskette auch mächtig ins Zeug: 11 % ihres Umsatzes investieren die heimischen Firmen der Branche in F+E.

Die Zulieferindustrie trägt zu den bis zu vier Millionen Einzelteilen bei, aus denen ein moderner Passagierjet zusammengefügt wird. Diese Lieferkette vom OEM über die Systemhersteller, Komponenten- und Teileproduzenten nimmt auf der ILA eine besondere Stellung ein. Messeplattform ist das International Supplier Center (ISC). Rund 300 Unternehmen aus 20 Nationen zeigen in Halle 5 auf 3000 m² Ausstellungsfläche ihr Know-how: Konzerne wie Airbus, Bombardier und Boeing, Systemintegratoren wie Diehl, Liebherr und Rockwell Collins und hochspezialisierte internationale Mittelständler wie Autoflug, Sell und Recaro.

Der B2B-Marktplatz der internationalen Luftfahrtindustrie bietet laut BDLI-Präsident Dr. Klaus Richter „neue Geschäftsmöglichkeiten für Zulieferer und Einkäufer und sichert einen schnellen Zugang zu potenziellen Kunden“. An den drei Fachbesuchertagen der ILA vom 25. bis 27. April sollen über 1000 B2B-Gespräche im ISC avisiert sein. Das Rahmenprogramm wurde um neue Elemente erweitert, darunter ein ISC-Marktplatz als Networking-Plattform und eine „SME Hour“ mit Pitch-Präsentationen von Ausstellern.

Gemeinsam mit dem Verband und der Messe Berlin agiert die Supply Chain Excellence Initiative als Mitgestalter des ISC. Die aus 14 Verbänden und Organisationen bestehende Initiative begleitet und unterstützt die Unternehmen in der Luftfahrtindustrie im Strukturwandel, um die globale Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland weiter zu steigern. Auf der ILA bringt diese Initiative ihre Expertise in sämtliche Themenbereiche des ICS ein und betreut die Teilnehmer vor Ort.


Messe ILA in Kürze

Name: ILA Berlin 2018

Dauer: 25. bis 29. April 2018

Ort: Expo Center Airport in Schönefeld

Aussteller: rund 1000

Partnerland: Frankreich

Fläche: 50 000 m² in den fünf Hallen, 100 000 m² auf dem Freigelände

Themen: Aviation, Defense & Security, Space, Supplier, Special Features (Unbemanntes Fliegen, Helicopter, Cybersicherheit, Digitalisierung, Future Lab, ILA Career Center)

Weitere Infos: www.ila-berlin.de

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