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Meine Daten, deine Daten

Datensouveränität ermöglicht neue Geschäftsmodelle
Meine Daten, deine Daten

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Geschäftsinnovationen | Heute schon produzieren Maschinen unzählige und unterschiedlichste Daten. Der Industrial Data Space macht sie nutzbar und verfügbar. Der Anwenderverein Industrial Data Space Association unterstützt Unternehmen dabei, die Daten gewinnbringend einzusetzen.

Silke BrunsJournalistin in Mülheim an der Ruhr

Wem gehören eigentlich Daten? Diese Grundfragen der neuen digitalen Wirtschaft stellt der Industrial Data Space – und er beantwortet sie. In der materiellen Welt ist die Frage des Besitzes und des Eigentums bereits geklärt. Die Prinzipien zur Bewirtschaftung materieller Güter lassen sich jedoch nicht eins zu eins auf den Umgang mit Daten übertragen, denn: Daten können ohne Qualitätsverlust beliebig oft kopiert und damit vervielfältigt werden.
Um das Eigentumsrecht in der digitalen Welt zu regeln und die digitale Souveränität des Eigentümers zu wahren, sind technische Vorkehrungen eine notwendige Voraussetzung. Der Industrial Data Space entwickelt genau dafür eine technische Lösung. Die Anforderungen an den Raum sind hoch: Datenflüsse müssen über die gesamte Lieferkette hinweg transparent und verfügbar sein – doch die Eigentümer der Daten dürfen nicht die Kontrolle über die Daten verlieren.
„Bisherige zentralisierte Ansätze für den Datenaustausch wie Clouds oder Data Lakes scheiden daher aus, da Daten auf den Servern eines Drittanbieters abgelegt werden“, so Lars Nagel, Geschäftsstellenleiter des Anwendervereins Industrial Data Space Association. „Denn dort bereitgestellte Daten verlassen die Kontrolle des Datenanbieters – je nach Datensensibilität ein K.o.-Kriterium für die Vernetzung.“ Als Lösung bietet sich daher die dezentrale Datenhaltung in sogenannten Data Spaces an, in denen Daten on demand, also nur im Bedarfsfall, ausgetauscht werden. Lars Nagel: „Nur wenn sich die Vernetzung einfach realisieren lässt, entwickelt ein Datenraum das Potenzial für Geschäftsinnovationen.“ Die Entwickler streben dabei einen branchenübergreifenden internationalen Standard an.
Use-Cases machen den sicheren Datenraum konkret
Die Funktionsweise des Industrial Data Space wird derzeit in so genannten Use-Cases entwickelt und getestet – einem Herzstück der gemeinsamen Arbeiten von Wissenschaft und Wirtschaft für den Industrial Data Space. Aktuell befinden sich 16 unternehmensspezifische Use-Cases in der Umsetzung.
So arbeitet die Thyssenkrupp AG, Gründungsmitglied der Industrial Data Space Association, an dem Use-Case „Dynamisches Zeitfenster-Management und Tracking in der unternehmensübergreifenden Lieferkette“. Über den Industrial Data Space sollen dynamisch prognostizierte Ankunftszeiten von Lkw basierend auf den gewählten Routen und Echtzeit-Verkehrsdaten ermittelt werden, neue Zeitfenster für die Be- und Entladung der Lkw vorgeschlagen und das Zeitfenstermanagement optimiert werden. Thyssenkrupp verspricht sich davon nicht nur eine Reduzierung der Kosten: „Durch die Vernetzung mit unseren Dienstleistern und Kunden entsteht Mehrwert in Form von optimierten Prozessen und neuen Services“, erklärt Dr. Reinhold Achatz, CTO von Thyssenkrupp und Vorstandsvorsitzender der Industrial Data Space Association.
Der IT-Serviceprovider Atos, ebenfalls Gründungsmitglied der Industrial Data Space Association, hat im Zuge der Entwicklungen rund um Industrie 4.0 den Use Case „Agiles Transport-Management“ aufgesetzt. Damit trägt das Unternehmen auf den Trend hin zu immer kleineren Mengen und individuelleren Anforderungen im Transportwesen Rechnung. „Unser Ziel ist eine vollautomatisierte Abwicklung und Selbstorganisation eines Auftrags“, betont Ulrich Ahle, Head of Industrie 4.0 bei Atos Deutschland. „Für die Zukunft ist eine Ausweitung auf die komplette Supply Chain und die innerbetriebliche Logistik geplant.“
Weitere rund 60 Use-Case-Kandidaten liegen vor. Dabei stehen Handlungsfelder wie „Transparenz in Lieferketten und Supply Chains“ aus der Logistik, „Verbesserung von Produktion und Industrie 4.0“ aus dem Manufacturing-Umfeld oder „Unterstützung für Ende-zu-Ende-Kundenprozesse“ aus dem Gesundheitswesen im Fokus. Mittelfristig werden die Use-Cases auf alle Branchen ausgeweitet.

Souveräner Umgang mit Daten
Mit der wachsenden Vernetzung wächst für Unternehmen die Herausforderung, sensible Daten generell zu schützen. Zudem sollen Daten, die als Gut handelbar sind, gewinnbringend übertragen werden. Selbstverständlich muss der Datenaustausch sicher erfolgen, das heißt auf der Basis aktueller Verschlüsselungs-, Authentifizierungs- und Autorisierungstechnologien. Die neue und wesentliche Voraussetzung ist jedoch, dass am Datenaustausch beteiligte Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Daten behalten und damit ihre digitale Souveränität wahren.
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