Profis verlassen sich nicht auf Google

Das Internet: der Welt geilster Wissensbestand

Profis suchen anders

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Viele Berufe erfordern eine qualitativ hochwertige Suche. Fachleute, Entscheider, Journalisten oder Wissenschaftler müssen sich eingehend informieren. Doch obwohl sie auf qualitativ hochwertige Ergebnisse angewiesen sind, suchen viele Menschen über Google – Profis suchen anders.

Hertha Kerz
Freie Fachjournalistin in Hamburg

Wer adäquate Informationen im Netz sucht, muss wissen, wie man sucht. Zwar lösen Suchmaschinen den Bibliothekar ab, sind aber bei Weitem nicht so qualifiziert. Google ist beispielsweise eine Laiensuchmaschine, höflich als Allgemeinsuchmaschine bezeichnet, doch eher für die Kurz- und Schnellsuche geeignet. Die immer weiter fortschreitende Personalisierung von Ergebnissen sorgt für immer schlechtere Resultate. Dennoch werden über 90 % aller Suchen über Google abgewickelt.

Eine qualifizierte Suche beginnt dagegen mit einem seriösen Webbrowser. Browser haben keinen Einfluss auf die Suchergebnisse. Nutzbar ist beispielsweise Firefox – ein Open Source Projekt und durch Funktionserweiterungen gut vor Datenmanipulationen geschützt. Eine deutsche Alternative ist Cliqz. Sie verspricht Schutz der Privatsphäre und ist TÜV-Süd geprüft, hat allerdings weit weniger Funktionen.

Für die Suche eignet sich eine Suchmaschine (SM), die nicht verfolgt, keine Daten abgreift oder personalisierte Suchergebnisse und Werbung vorhält. Dabei sollte man sich nicht allein auf eine SM verlassen, da viele SM eigene Algorithmen, Webcrawler und Webkataloge einsetzen. Die Auswahl der SM hängt somit von den Suchthemen ab.

Nutzbare Suchmaschinen sind etwa:

Das Beispiel „Verbundwerkstoffe“ verdeutlicht die unterschiedlichen Befunde – dazu später noch mehr. Ist die SM gefunden, geht es an die Profisuche. Suchmaschinen finden nur wenige Seiten im Netz – nämlich die, welche durch andere Seiten verlinkt werden. Nicht erfasst werden sogenannte Inselseiten: Seiten, auf die nicht verlinkt wird, die keine Schlagworte generieren, die nur Audio- oder Videodateien oder nur Bilder beinhalten, die kostenpflichtig oder nur durch Benutzername und Passwort erreichbar sind – aber genau dort ist das Expertenwissen.

Das Deep Web geht tiefer als das www

Das Web besteht aus drei Hauptteilen. Dem World-Wide-Web, dem Deep Web und dem Darknet. Das www ist für die Kurzsuche geeignet, führt allerdings auch häufig zu Falschinformationen. Qualifizierte Seiten müssen hier direkt angesteuert werden. Das Darknet ist, entgegen allgemeiner Überzeugung, kein rein krimineller Bereich. Wie im www finden sich hier auch unqualifizierte Seiten, Betreiber und Organisationen. Aber vor allem sehr gute seriöse Informationen. Da jedoch ein separater Zugang nötig ist, konzentriert sich dieser Artikel vor allem auf das Deep Web. Das Deep Web hält noch tiefer gehende Informationen vor. Hier beginnen die Adressen niemals mit www, sondern gleich nach dem Doppelslash //. Diese URLs sind oft sehr kryptisch und erst nach dem zweiten Blick einigermaßen zu entschlüsseln. Aber es ist sehr selten möglich, sie sich zu merken.

Zu einer ersten Themenübersicht bieten sich Zeitungs- und Zeitschriftendatenbanken wie spiegelonline.de an. Unter „Suche“ finden sich für unser Beispiel „Verbundwerkstoffe“ 128 Ergebnisse. Wikipedia, worauf viele schwören, ist umstritten. Beiträge sind oft kommerziell, wenig objektiv oder unkritisch. Als Autoren getarnte Personen löschen Fotos, manipulieren Fotos oder Beiträge. Parteien und NGOs beschönigen Informationen. Mindestens ein Drittel der Beiträge ist inhaltlich unrichtig – aber welches Drittel? Interessant sind allerdings die Literaturhinweise, Weblinks und Quellen.

Eine direkte Profirecherche mit Fachergebnissen bietet Youtube.de (im Besitz von Google). Viele Firmen, Hochschulen und Universitäten stellen Informationsvideos ein, häufig auf Deutsch – auch die Verbundwerkstoffe.

Die Suche nach der richtigen Datenbank hilft weiter

Hoch qualifizierte Fach- und Wissenschaftsergebnisse erhält der Profi durch eine erweiterte Eingabe: Kombiniert er das Wort „Datenbanken“ mit seinem Fachbegriff, erhält er faktisch immer adäquate Ergebnisse. Das zeigen die Screenshots am Beispiel „Verbundwerkstoffe Datenbanken“.

Außerdem merkt sich der Profi alle für ihn relevanten Websites. Dies tut er durch E-Mail, RSS-Feed, Bookmarks oder Newsletterbestellungen. Nicht umsonst erhalten Journalisten bis zu 800 Mails täglich. Eine exquisite Mailorganisation mithilfe von Unterordnern, vervollständigt den immer umfangreicher werdenden Quellenbestand. Die Suche per Fachbegriff in diesen Unterordnern verweist sofort auf die entsprechenden Quellen. Und so beziehen sich Profis bei Firmen, Behörden, Institutionen oder NGOs oft auf Informationen, die schon vor Monaten versandt wurden.

Einige Direktzugänge, die bei einer Profisuche behilflich sein können, sollen hier auch genannt werden. Für erste Informationen eignet sich klug-suchen.de. Eine gute Firmendatenbank ist „Wer liefert was“, wlw.de. Internetdatenbanken decken Großthemen ab – internet-datenbank.de und http://www.internet-datenbanken.de/. Letztere bietet zusätzlich die interessante Verlinkung „weitere Datenbank-Übersichten“. Eine der besten Datenbankübersichten für wissenschaftliche Informationen ist natürlich die Debis der Universität Regensburg: http://dbis.uni-regensburg.de//fachliste.php?lett=l.

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, welche Institution sich mit welchen Themen befasst. Profis sollten hier auch kostenpflichtige Datenbanken abonnieren.

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