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Höhere Verfügbarkeit von Anlagen mit Retrofit

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Höhere Verfügbarkeit von Anlagen mit Retrofit

Ein Blick in die Hallen vieler Produktionsstätten zeigt, dass vorhandene Maschinen und Anlagen häufig schon ein reifes Alter aufweisen. Durch den Service Retrofit und kundenspezifische Dienstleistungen bringt SEW-Eurodrive sie auf den aktuellen Stand der Technik und hilft Kunden, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

» Patrick Göbel, Gruppenleiter Service Elektronik Modernisierungsprojekte, SEW-Eurodrive, Bruchsal

„Technologisch betrachtet ist der deutsche Maschinenpark 15 bis 20 Jahre alt.“ Mit diesem kurzen Satz fasste Prof. Eberhard Abele 2019 in einem Interview die aktuelle Situation vieler Produktionsstätten in Deutschland zusammen. Er war Fertigungsleiter in namhaften Unternehmen und leitete zwanzig Jahre lang das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen der TU Darmstadt.

Im industriehistorisch kurzen Zeitraum von 20 Jahren vollzogen sich weltweit tiefgreifende technologische Veränderungen in der Industrie. Unter dem Wettbewerbs- und Kostendruck, dem Einfluss des technischen Fortschritts und angesichts von Mängeln, die die Covid-19-Pandemie offenlegte, stehen selbst große und etablierte Firmen heute vor großen Herausforderungen. So ist der Modernisierungsdruck – gerade in der Distributionslogistik – enorm. Viele Firmen sind auf die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Menschen (Stichwort: E-Commerce) nicht oder unzureichend vorbereitet. Zudem gibt es einen allgemeinen Nachholbedarf bei der Antriebstechnik, der Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen. Wer nicht investiert, kann schnell den Anschluss verlieren. Dabei ist der Austausch von Antriebskomponenten die einfachste Maßnahme. Viele Kunden erkennen die Notwendigkeit und möchten moderne Instandhaltungsstrategien (etwa mit Predictive Maintenance) umsetzen. Mit umfassenden und skalierbaren Retrofit-Lösungen, die individuell an Kundenbedürfnisse angepasst werden, hilft SEW-Eurodrive, die Anlagen seiner Kunden zukunftsfähig zu modernisieren.

Ablauf eines Retrofit-Prozesses

Zu Beginn jedes Retrofits steht die Ist-Analyse der bestehenden Anlage. Das kann eine einfache Aufnahme der Antriebs- und Steuerungstechnik sowie der Leistungsdaten sein. Darüber hinaus erfolgt gemeinsam mit dem Kunden die Anforderungsanalyse für die Modernisierung: Worauf legt er Wert und welche latenten Bedürfnisse hat er, die ihm bisher noch gar nicht bewusst sind? So kann das Bruchsaler Unternehmen ein schlüssiges Konzept ableiten, das optimal auf den Kunden zugeschnitten ist und Hardware, Software und Dienstleistungen umfasst.

Anhand des Modernisierungskonzepts erfolgt in der Engineeringphase die Umstellung der Antriebs- und Steuerungstechnik sowie Sensorik auf aktuelle Produktreihen. Ziel ist dabei sowohl die Sicherstellung der gewünschten Performance der Anlage, als auch die Erfüllung normativer und rechtlicher Anforderungen. Notwendige mechanische Anpassungen wie Ausgleichsplatten oder Sonderwellen gehören zu den obligatorischen Dienstleistungen eines Retrofits, ebenso wie der Umbau oder die Neukonstruktion von Schaltschränken.

Plan B zur Risikoabsicherung

Jedes Retrofitprojekt weist zwei kritische Merkmale auf: kurze Umbauzeiträume und das Risiko, das etwas Unvorhergesehenes geschieht. So kann es vorkommen, dass sich die Antriebswelle nicht zerstörungsfrei lösen lässt. Oder an einem bereits mehrfach umgebauten Schaltschrank stimmen die Schaltungsunterlagen nicht mehr mit dem tatsächlichen Zustand überein. In solchen Fällen schadet es nicht, eine Rückfallstrategie zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Anlagenbetreiber muss vor allem bei produktionskritischen Anlagen geprüft werden, wie eine Modernisierung mit geringstmöglichem Risiko durchgeführt werden kann.

Häufig wünschen sich Kunden nicht nur den Erhalt des Status quo, sondern wollen auch die Produktivität der Anlage erhöhen, das darauf gefertigte Produktspektrum erweitern oder manuelle Arbeitsgänge automatisieren. Weil Automatisierung von essenzieller Bedeutung für modernisierte Anlagen ist, benötigen sie aktuelle Sicherheits- und Steuerungstechnik mit industrieller Kommunikation für die Anlagenvernetzung. Außerdem ist sie die Voraussetzung für digitale und smarte Services. Denn die Vernetzung jeder einzelnen Komponente wird eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel kann der Getriebemotor als Sensor gesehen werden, der zahlreiche Informationen für intelligente Instandhaltungsmaßnahmen liefern kann, um dadurch benötigte Komponenten frühzeitig zu ordern, Wartungspersonal einzuplanen und unerwartete Stillstände zu vermeiden.

Sicher durch den Normendschungel beim Retrofit

Während der Konzeptionsphase werden die anzuwendenden Normen und Richtlinien mit dem Ist-Zustand der Anlage und den geplanten Veränderungen abgeglichen. Falls erforderlich, werden zusätzliche Maßnahmen spezifiziert und umgesetzt, einschließlich aktueller Sicherheitstechnik. Soll die Anlage über die ursprünglich definierten technischen Daten und die bestimmungsgemäße Verwendung hinaus betrieben werden, muss das Modernisierungsvorhaben erneut geprüft werden. Stellt sich während der Konzeptionsphase heraus, dass die Maßnahmen eine wesentliche Änderung und damit eine (nochmalige) Durchführung des Konformitätsbewertungsverfahrens notwendig machen, könnten erhebliche Mehrkosten entstehen. Um hier entgegen zu wirken, sollten die geplanten Veränderungen noch einmal angepasst werden.

Vom Komponententausch bis zur Anlagenmodernisierung

Nach Abschluss der Planungsphase beginnt die Umsetzung des Modernisierungsvorhabens. Antriebs-, Steuerungstechnik sowie Sensorik werden ausgetauscht, in Betrieb genommen und der Wiederanlauf begleitet. Das gesamte Retrofit – vom Konzept und der Planung bis zur Abnahme der vereinbarten Leistungen – erfordert ein ganzheitliches Projektmanagement mit einem zentralen Ansprechpartner. Schließlich soll alles zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität am richtigen Ort sein, damit der Kunde eine nachhaltige und performante Anlage bekommt.

Die Beweggründe für ein Retrofit sind vielschichtig. Von der Sicherung der Ersatzteil- und Anlagenverfügbarkeit über die Steigerung der Energieeffizienz bis zur Erhöhung von Produktivität, Flexibilität und Automatisierung. Egal, ob ein kurzfristiger Austausch wegen eines Geräteausfalls ansteht oder eine umfassende und komplexe Modernisierung geplant ist: Ein Retrofit mit SEW-Eurodrive gibt nicht nur Sicherheit, sondern verschafft einer bestehenden Anlage auch neue Performance.

Weitere Informationen finden Sie unter: : www.sew-eurodrive.de/retrofit-service

Kontakt:
SEW-Eurodrive GmbH & Co KG
Ernst-Blickle-Straße 42
76646 Bruchsal
www.sew-eurodrive.de


Vorbereitung und Durchführung eines Retrofits

1. Zustandsanalyse:

  • Aufnahme des Ist-Zustands einer vorhandenen Anlage mit Datenerfassung

2. Engineeringphase:

  • Projektierung und Auslegung neuer Antriebskomponenten sowie ihre mechanische und elektrische Anpassung an die Anlage
  • Bewertung der Maschinensicherheit
  • Automatisierung der elektromechanischen Abläufe

3. Maßnahmen vor Ort:

  • Austausch defekter und veralteter Komponenten
  • Inbetriebnahme der neuen Komponenten
  • Anlaufbegleitung und Abnahme durch den Kunden


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