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Die besten Fachkräfte kämpfen um internationales Gold

Die WM der Berufe lädt nach Leipzig ein – es werden über 200 000 Besucher erwartet
Die besten Fachkräfte kämpfen um internationales Gold

In gut einer Woche findet mit den Worldskills Leipzig das weltgrößte Event der beruflichen Bildung in Deutschland statt. Mit 46 Berufen und 1032 Teilnehmern aus 54 Ländern wird die Weltmeisterschaft der Berufe die vermutlich größte Veranstaltung in ihrer über 60-jährigen Geschichte.

Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel findet vom 2. bis 7. Juli die Worldskills Leipzig 2013 auf dem Gelände der Leipziger Messe statt. Bei der „WM der Berufe“ dreht sich alles um die besten Fachkräfte unter 23 Jahren in 46 Disziplinen – vom Schreiner über den Konditor bis zum Mechatroniker. Es ist die erste Berufs-Weltmeisterschaft in Deutschland seit 40 Jahren. Die größten Nationalmannschaften werden von Frankfreich (46 Teilnehmer), Brasilien und Japan (jeweils 45), Taiwan (44) sowie Finnland und Deutschland (jeweils 43) entsendet.

Die diesjährige Ausgabe wird mit aktuell 1032 gemeldeten Wettkämpfern der größte internationale Berufswettbewerb aller Zeiten. Die Teilnehmer werden von rund 3000 Spezialisten begleitet. In Zeiten des Nachwuchsmangels in Deutschland kann ein solches Event Impulse setzen. „Der Fachkräftemangel stellt eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre dar. Mein Wunsch als Wirtschaftsbürgermeister ist es deshalb, die Worldskills zu nutzen, um bei jungen Menschen der Region die Begeisterung für interessante Ausbildungsberufe zu wecken“, sagt Uwe Albrecht, Bürgermeister der Stadt Leipzig und Beigeordneter für Wirtschaft und Arbeit.
Die Worldskills Leipzig werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Der nationale Trägerverband der Worldskills Leipzig ist Worldskills Germany. Die Initiative vereint Engagement und Ideen von momentan rund 65 Mitgliedern, Partnern, Unternehmen und Verbänden. Der im Jahr 2006 gegründete Verband ist die nationale Mitgliedsorganisation von Worldskills International und Worldskills Europe. Worldskills International ist der internationale Rechteinhaber der WM der Berufe. Die gemeinnützige Organisation, in der 67 Länder und Regionen Mitglied sind, hat das Ziel, weltweit die berufliche Ausbildung zu stärken. Des Weiteren setzt sich der Verband dafür ein, Wissen auszutauschen und junge Menschen für eine berufliche Ausbildung in Industrie, Handwerk und im Dienstleistungssektor zu begeistern.
Das Großevent, zu welchem bis zu 200 000 Besucher erwartet werden, findet in den Hallen der Leipziger Messe statt. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm rund um das Thema berufliche Bildung erwarten die Teilnehmer und Zuschauer vom 3. bis 6. Juli vier Wettkampftage. „Bei keinem anderen Event lassen sich so viele Berufe live und in einem emotionalen Umfeld erleben“, schwärmt Hubert Romer, Geschäftsführer der Worldskills Leipzig. Die 46 Disziplinen stammen aus dem gesamten Spektrum beruflicher Bildung. Es treten Teilnehmer in den klassisch-handwerklichen Gewerken wie Maurer, Möbelschreiner oder Zimmermann an. Aber auch Berufe aus dem technisch-gewerblichen Sektor wie Mechatroniker, CNC-Dreher oder Schweißer, sind in Leipzig präsent und kämpfen sprichwörtlich um Gold. „Die Teilnehmer aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung biegen jetzt auch im Training auf die Zielgerade ein. Gemeinsam mit ihren Experten und Ausbildern unterziehen sie sich den letzten Testprojekten an den Maschinen und Werkbänken“, erklärt Elfi Klumpp, Offizielle Delegierte Deutschlands bei den Worldskills, Präsidiumsmitglied Worldskills International sowie Leipzig 2013, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Worldskills Germany e.V.).
Der Ablauf aller 46 Disziplinen findet gleichzeitig über vier Tage statt. In einigen Berufen müssen die Teilnehmer eine Gesamtaufgabe lösen, die bereits im Vorfeld bekannt ist. In anderen Disziplinen erfahren die Teilnehmer erst kurz vor dem Wettkampf, was es zu lösen gilt. Während der Vorbereitungswoche für die Worldskills 2013 stimmten rund 300 Delegierte und Experten aus der ganzen Welt die Aufgaben für die Teilnehmer ab. So sollen die Maurer nach präzisen Vorgaben Modelle des Brandenburger Tors bauen und die Metallbauer sollen ein komplexes Maschinengehäuse fertigen. In anderen Disziplinen sind die Aufgaben modular aufgebaut. Hier erfahren die Wettkämpfer erst unmittelbar vor Beginn des Wettbewerbs ihre Projekte. So haben zum Beispiel die Mechatroniker Aufgaben der Automatisierung, in denen Analyse-, Problemlösungs- und rOptimierungskompetenzen gefragt sind, zu lösen. Unter den Teilnehmern aus der Industrie für Deutschland ist auch Tobias Brockfeld, amtierender Deutscher Meister im CNC-Drehen und Zerspanungsmechaniker der Gildemeister Drehmaschinen GmbH (siehe Interview auf Seite 30). Der Dreh- und Fräsmaschinenhersteller DMG/Mori Seiki ist der offizielle Partner der Worldskills 2013 und stellt für die CNC-Wettbewerbe in Leipzig 32 CNC-Maschinen zur Verfügung.
Jugendliche können auch die Chance nutzen, sich selbst an Werkbank oder Computer zu probieren: An den „Discover Your Skills“-Stationen in den Wettbewerbshallen und auf der Open-Air-Skill Area können Schüler verschiedene Berufe ausprobieren. Zum Beispiel bietet der Sponsor Lincoln Electric virtuelles Schweißen an. Das Patenprogramm der Worldskills bringt auch fremde Kulturen in die Klassenzimmer und startete bereits im Vorfeld der WM. Die Idee dahinter: Grundschulen wurden als Paten einer teilnehmenden Nation ausgesucht und machten sich im Schuljahr 2012/13 auf die abenteuerliche Reise, eine andere Kultur der Welt im Unterricht zu entdecken: von Rio de Janeiro bis Osaka, von den Anden bis zum Himalaya. Während der Worldskills Leipzig 2013 stehen die Wettbewerber den Schülerinnen und Schülern bei einem Besuch in der Schule Rede und Antwort: Wie nennt man das finnische Brot? Woraus besteht ein Haus in Japan? Außerdem besteht durch Experten vor Ort die Möglichkeit, sich zur Berufswahl beraten zu lassen oder die Karriere zu planen.
Doch in Leipzig finden nicht nur Wettbewerbe statt: Unter dem Titel „Our Youth – our Future“ werden die Worldskills Leipzig von einem informativen und spannenden Konferenzprogramm begleitet. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Globalisierung, einer weltweiten industriellen Vernetzung sowie einer Internationalisierung von Bildung steht die Mobilität junger Fachkräfte im Fokus aktueller Entwicklungen. Zahlreiche nationale und internationale Organisationen präsentieren sich, um über Gegenwart und Zukunft weltweiter beruflicher Bildung zu diskutieren. Hierzu werden führende Institutionen und Persönlichkeiten der Industrie, Wirtschaft, Politik und der beruflichen Bildung erwartet.
Ein weiterer Programmpunkt ist der Start der Initiative European Alliance for Apprenticeships der Europäischen Kommission (EafA). Die deutsche duale Berufsausbildung erfährt auf europäischer Ebene, aufgrund ihrer Praxisorientierung mittels des Lernens am Arbeitsplatz, einen hohen politischen Zuspruch (weitere Programmpunkte siehe Kasten).
Die vergangene Kür der Berufs-Weltmeister fand 2011 in London statt. Seit 1973 finden die Wettkämpfe alle zwei Jahre statt. Auch Deutschland war bereits Ausrichter: 1961 in Duisburg und 1973 in München. Die „Berufs-WM“ entstand 1946 durch zwei Spanier: José Antonio Elola Olaso und Francisco Albert-Vidal träumten von einem internationalen Wettbewerb der Berufe. Eine Meisterschaft, in der sich junge Menschen aus aller Welt messen. Die ersten spanischen Wettkämpfe für Auszubildende fanden 1947 statt. 1950 wurde das Nachbarland Portugal zu den Wettkämpfen eingeladen. Ab 1953 kamen weitere Länder hinzu: Marokko, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und die Schweiz schickten Ihre Mannschaften zu den „Internationalen Berufswettbewerben“. Heute sind 67 Länder und Regionen der Welt Mitglied und schicken ihre besten Talente zur Weltmeisterschaft.
Industrieanzeiger
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