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Gigantische Gepäckförderanlage voll unter Kontrolle

Schaltschranktechnik Serie Teil 2: Multitalent mitten in Mega-Airports
Gigantische Gepäckförderanlage voll unter Kontrolle

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Immer die passende Lösung – das macht den Erfolg des modularen Lösungssystems rund um die Großschrank-Serie TS 8 aus. Wie wandlungsfähig und flexibel die Plattform tatsächlich ist, zeigt ein Blick hinter die Kulissen des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens.

Die Systemplattform rund um den Schaltschrank TS 8 wird am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen intensiv genutzt: Hier setzt die Betreibergesellschaft, Fraport AG ein Spektrum von wetterfesten Outdoor-Gehäusen auf dem Vorfeld über TS 8-Server-Schränke für den Tower und Netzwerk-Lösungen für den störungsfreien Betrieb von Data-Centern und LAN-Knoten bis zur hochmodernen Gepäckförderanlage, die an Spitzentagen mehr als 120000 Gepäckstücke befördert. Bei dieser gigantischen Anlage sorgt eine Kombination aus Großschränken und kompakteren Gehäusen mit TS 8-Montagetechnik für den Rundum-Schutz und die optimale Bedienung der komplexen Steuerungstechnik.

TS 8 kann als Großschrank, den es als Ein- oder Zweitürer und in skalierbarer Größe gibt, wahlweise als Solist oder als Anreihsystem genutzt werden. Ein dicht bestückter Zubehörbaukasten macht aus ihm einen Energieschrank, einen Server- oder Netzwerkschrank mit 19-Zoll-Auslegung oder ein Schutzgehäuse für die Steuerung komplexer Anlagen – und das immer mit der passenden Kühltechnik. Der Anwender kann bei den unterschiedlichsten Einsätzen eine Vielzahl baugleicher Komponenten nutzen, vom Montagezubehör über Sockel und Schließsysteme bis zur Klimatisierungstechnik mit Filterlüftern, Kühlgeräten, Wärmetauschern oder Rückkühlanlagen. Für den Kunden bedeutet das weniger Komponenten, mehr Funktionalität, bessere Logistik, schnellere Montage – und damit geringere Kosten.
Am Frankfurter Flughafen sind zahlreiche TS 8-Schaltschranksysteme und über 300 CM-Kompaktgehäuse etwa an Terminal 1 und 2 an der gigantischen, rund 73 km langen Gepäckförderanlage im Einsatz – und sorgen hier für den Schutz und die optimale Bedienung der komplexen Steuerungstechnik. Dass dieses Konzept aufgeht, unterstreicht nicht zuletzt die hohe Verfügbarkeit der Anlage, die bei 99,65 % liegt. „Diese Zuverlässigkeitsrate ist ein Wettbewerbsvorteil und hilft uns beim Einlösen der 45-minütigen Umsteigegarantie für Passagier und Gepäck“, erklärt Hubert Grünewald, Leiter Betrieb/Verfahren Gepäckanlagen bei der Fraport AG. Beim Betrieb der achterbahnähnlichen Gepäckanlage, bei der Terminal 1 und 2 sowie der Vorfeldbereich über kilometerlange Tunnelsysteme miteinander verbunden sind, geht es nicht nur um den reibungslosen Transfer der Koffer abfliegender und umsteigender Passagiere. Transportiert werden die Gepäckstücke in standardisierten Behältern mit aufgesetzter Kunststoffschale, die über ein hochpräzises System mit Lesergeräten, Scannern und zahllosen Weichen schnell und sicher an ihren Zielort gebracht werden. Teil der Hightech-Infrastruktur sind auch mehrstufige Kontrollanlagen, in denen jeder Koffer und jede Tasche lückenlos und vollautomatisch durch Röntgengeräte geschleust und sicherheitstechnisch durchleuchtet wird.
Zentral in TS 8 Schaltschränken sind hier Steuerungskomponenten wie SPSen oder Servo-Controller sicher untergebracht. Platz findet darin auch die Stromverteilung, wobei RiLine60-Sammelschienensysteme aus dem Ri4Power-Baukasten zum Einsatz kommen. Um in den Großschränken, in denen leistungsstarke Aktivkomponenten beträchtliche Abwärme erzeugen, wohltemperierte Verhältnisse zu garantieren, kommen Klimageräte aus der „Top-Therm“-Kühlgeräteserie zum Einsatz. Für das schnelle Lokalisieren von Störfällen, die etwa durch das Betätigen der Notaus-Schalter der direkt an den Förderbändern installierten Bedienpanels ausgelöst wurden, sorgen Safety-SPSen und vernetzte Technologie. Spezielle Anzeigesysteme, die in Schränken mit Sichttüren untergebracht sind, liefern Status-Informationen – und stellen sicher, dass das alarmierte Service-Personal den Störfall sofort vor Ort beheben kann. Während die TS 8-Präsenz im ‚Hintergrund’ stattfindet, kommen die gut 200 CM-Kompaktschränke an vorderster Front zum Einsatz. Sie sind unmittelbar an den Förderbändern installiert. Hier sind die SPS-Ausgänge für Aktoren und Sensoren untergebracht. Bei einem Teil der CM-Schränke sind oben die noch kompakteren AE-Gehäuse installiert, die als Bedienpanels ausgelegt und mit den Notaus-Schaltern bestückt sind. Der CM ist der „kleinere Bruder“ des TS 8-Großschranks – und Teil der übergreifenden Systemplattform. Genutzt werden kann beim CM – wie neuerdings auch beim AE-Kleingehäuse – das umfangreiche Montage- und Zubehörprogramm des TS 8, das Schaltschrank- und Anlagenbauern vielfältigste Möglichkeiten bei Innenausbau und Bestückung bietet.
Wie sich der dicht gestaffelte Systembaukasten auch beim gezielten Nachrüsten oder Upgrade vorhandener Schranksysteme nutzen lässt, wurde kürzlich anschaulich in einem LAN-Knoten – ebenfalls am Frankfurter Flughafen – gezeigt. Konkret ging es um den LAN-Knoten, in dem die komplette Kommunikationstechnik (Telefon, Video, Daten) für Terminal 2 untergebracht ist. Bereits vor Jahren war der entsprechende Netzwerkraum mit über 50 TS 8-Racks ausgerüstet worden. Neben den in 19-Zoll-Systemtechnik ausgeführten Patchpanels für die strukturierte Verkabelung ist den IT-Schränken aktive Netztechnik untergebracht.
Über die Jahre führten der Ausbau der Kommunikationstechnik, die steigende Packungsdichte sowie der Einsatz noch leistungsstärkerer Aktivkomponenten zu einem Anstieg der Verlustleistungen – sprich Abwärme – in den Racks. In den geschlossenen Schränken reichte der Luftdurchsatz einfach nicht mehr aus. Als optimale Lösung erwies sich der Einsatz von LCP Extend – das Liquid Cooling Package zum Nachrüsten von IT-Racks im laufenden Betrieb. Clou dieser Luft/Wasser-Wärmetauscher-Lösung: Das LCP Extend, das eine Luftmenge von bis zu 3000 m³/h beherrscht, ist quasi eine fix und fertige Klimatür – und mit wenigen Handgriffen an der Rückseite eines Netzwerkschranks montiert. Auch die gesamte flüssigkeitsbasierte Kältetechnik mit Rückkühltechnologie und Verrohrung im Doppelboden kommt von Rittal, dazu gehören Beratung, Ingenieursunterstützung und Inbetriebnahme der Anlage. Insgesamt wurden im Frankfurter LAN-Knoten für 16 TS 8-Racks die klimatisierten Rücktüren montiert. Dass dieses Klimakonzept, das pro Schrank bis zu 12 kW Gesamtverlustleistung schultern kann und damit bestens für den weiteren Ausbau mit noch leistungsstärkeren Aktivkomponenten gerüstet ist, funktioniert, zeigt ein Blick auf das Thermometer. Nicht nur im Schrank herrschen wohltemperierte Verhältnisse, auch im Netzwerkraum lässt es sich bei 20 bis 22 °C aushalten.
Hans-Robert Koch, Rittal, Herborn
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