Retrofit: Hochregallager mit neuer Steuerung aufgepimpt

Retrofit

Hochregallager mit neuer Steuerung aufgepimpt

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Der Blechbearbeiter Bystronic setzt in seinem Hochregallager auf moderne Steuerungstechnik von Beckhoff. Das steigert die Verfügbarkeit und ermöglicht auch eine Fernwartung.

Stefan Ziegler
Redaktionsleitung Presse, Beckhoff Automation, Verl

Bystronic, ein Schweizer Lösungsanbieter für die Blechbearbeitung, betreibt sein eigenes Blechlager mit Hochregallager seit 1998. Da war es Zeit für eine Modernisierung, betont Mario Duppenthaler, Head of Solution & Project Management. „Das aktuell modernisierte Hochregallager gehört zu einer Bearbeitungsanlage zur Herstellung unterschiedlichster Blechteile für die eigenen Laserschneidsysteme. Es besteht aus zwei 9,64 m hohen Lagertürmen mit 83 Kassettenlagerplätzen im Format von 3 x 1,5 m. Unterbringen lassen sich darin maximal 249 t Blechteile. Zu deren auftragsspezifischer Auslagerung fährt ein Regalbediengerät die entsprechende Lagerkassette an und übergibt diese an ein Handlinggerät, das das gewünschte Blechteil entnimmt und über einen automatisierten Transferwagen an den Wechseltisch des Laserschneidsystems – hier das By Sprint Fiber 3015 – übergibt.“

Retrofit von Bestandsanlagen lohnt sich

Übernommen hat die Modernisierung des Blechlagers die Peter Huber AG im schweizerischen Alpnach. Der Komplettanbieter für Steuerungslösungen im Bereich der Blechbearbeitung ist bereits seit 2010 Solution-Provider von Beckhoff und setzt PC-based-Control sowohl bei der Neukonzeption von Maschinen und Robotiksystemen als auch bei Anlagen-Retrofits ein. „Die Anlagenverfügbarkeit hängt mit wachsendem Alter der Anlagen auch von der Verfügbarkeit einzelner Steuerungskomponenten ab. Hier hilft der Einsatz der Beckhoff-Technik durch ihre Langzeitverfügbarkeit – gerade auch mit Blick auf die langfristige Anlagennutzung. So ersetzt PC-based Control bei dem Blechlager eine mittlerweile 20 Jahre alte Technik, deren Komponenten zum einen heute nicht mehr erhältlich sind und deren Eprom-basierte Software sich zum anderen nicht an neue Anforderungen anpassen lässt. Hinzu kommt, dass sich mit PC-basierter Steuerungstechnik die bisher nicht gegebenen Möglichkeiten einer Fernwartung nutzen lassen“, erklärt Geschäftsführer Erich Schumacher.

Moderne Lagersteuerung von Beckhoff erhöht Verfügbarkeit im Hochregallager

Für den Geschäftsführer ist bei Retrofits besonders wichtig, dass sich ein System den jeweiligen Maschinengegebenheiten vor Ort anpassen lässt. „Durch das modulare Klemmensystem beispielsweise können kleine Schaltkästen genau dort platziert werden, wo sie für die Weiternutzung der vorhandenen Kabelstränge benötigt werden. Die aufwendige Neuverdrahtung der Maschine kann damit entfallen.“

Kern der modernisierten Lagersteuerung – für alle Lagerabläufe und das Handlinggerät – ist ein Embedded-PC CX 5140 mit der Steuerungssoftware Twincat NC PTP sowie Twincat PLC HMI für die Visualisierung auf dem 12-Zoll-Multitouch-Control-Panel CP 2912. Für die präzise Ansteuerung der im Blechlager verbauten Motoren sorgen zwei Servoverstärker AX 5118 mit integrierter Twinsafe-Karte AX 5801. Die anwendungsgerecht aufgebaute I/O-Ebene umfasst vier Ethercat-Koppler des Typs EK 1100, zwei Ethercat-Abzweige EK 1122 und 50 Ethercat-Klemmen, darunter etwa die kompakten High-Density-Digital-Ein- beziehungsweise Ausgangsklemmen EL 1809 und E L2809, die Twinsafe-Logic EL 6900 sowie die Twinsafe-Ein- oder Ausgangsklemmen EL 1904 und EL 2904.

Die systemintegrierte Sicherheitstechnik ist für Schumacher ein wichtiger Aspekt: „Der Safety-Bereich darf nicht von der restlichen Lagersteuerung abgekoppelt sein, denn bei etwaigen Problemen ist der datentechnische Überblick über die Gesamtanlage entscheidend. Daher sind alle Sicherheitsfunktionen, wie Not-Halt, Sicherheitstüren und -lichtschranken sowie die Positionsüberwachung der beiden Transferwagen zwischen Handlinggerät und Wechseltisch, über die Twinsafe-Klemmen und die Twinsafe-Karten der Servoumrichter realisiert.“

„Für die Zukunft planen wir die stärkere Vernetzung des Blechlagers mit der übergeordneten Wirtschaftswarentechnik. So soll das Lager in das sogenannte Cockpit eingebunden werden – eine Live-Monitoring-Lösung, in der wir sämtliche Produktionsdaten visualisieren. Zudem arbeiten wir an einer detaillierten Systemanalyse für das Blechlager, was vor allem für die vorbeugende Instandhaltung von großer Bedeutung ist. PC-based-Control bietet die Offenheit, alles auch nachträglich zu realisieren“, ergänzt Duppenthaler.

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