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Energiemanagement sorgt für Überblick

Energieeffizienz in der Industrie
Energiemanagement sorgt für Überblick

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Energie- und Anlagendaten aus Gebäuden, Infrastruktur und Industrieumgebungen rücken zunehmend in den Fokus der Firmenverantwortlichen. Bild: Deutsche Messe
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In den Firmen steigt der Bedarf nach einem Energiemanagement. Mit der ISO 50001 und entsprechenden Software-Systemen stehen wirkungsvolle Werkzeuge zur Verfügung. ❧ Markus Strehlitz

Markus Strehlitz

Nicht nur die Digitalisierung sorgt für Umbrüche in den Unternehmen. Auch Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz treiben die Verantwortlichen um. Die Firmen in der Industrie machen sich zunehmend daran, ressourcenschonender und energieeffizienter zu arbeiten.

Für zusätzliche Dynamik hat dabei das Klimapaket der Bundesregierung gesorgt, bei dem der CO2-Preis höher angesetzt wurde als ursprünglich gedacht. Damit steigt auch der Bedarf nach Lösungen, die Unternehmen beim Management ihres Energieverbrauchs unterstützen.

„Diese Entscheidung wird die Nachfrage nach Energiemanagement-Systemen deutlich steigern, weil damit viel Energie und damit auch CO2 eingespart werden kann“, sagt Achim Schreck, Geschäftsführer von Weidmüller GTI Software. Seiner Meinung nach sind vor allem in der energieintensiven Industrie die Optimierung der Prozesse sowie des Lastmanagements die treibenden Motive, mehr als bisher in Energiemanagement-Lösungen zu investieren.

Software zeigt alle Einflussfaktoren

Sein Unternehmen zählt zu den Anbietern, die dafür eine spezielle Lösung im Portfolio haben. Mit der Software Resma lassen sich alle relevanten Einflussfaktoren auswerten. Dazu zählen nicht nur die Daten auf der energetischen Seite, sondern auch Informationen über die Materialien, die in der Produktion verwendet werden.

Die Software bietet einen Überblick über einzelne Prozessabschnitte und ermöglicht eine Analyse aller Vorgänge. „Uns ist es bei der Entwicklung sehr wichtig gewesen, dass die Software für jeden Anwender leicht zu handhaben ist“, so Schreck. „Sie muss in bestehende Weboberflächen integrierbar sein und sie muss auch individuelle Anforderungen berücksichtigen können.“ Nur auf diese Weise ließe sich die Effizienz in den Firmen auch wirklich steigern.

So zeigen laut Schreck grafische Übersichten über einzelne Verbräuche die konkreten Einsparpotenziale, die per PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act) dokumentiert und im Ergebnis überprüft werden. Für die detaillierte Analyse helfen interaktiv anpassbare Charts.

CO2-Einsparungen im Billionen-Bereich

Die Software Resma ist nach ISO 50001 zertifiziert. Die weltweit gültige, im Jahr 2018 überarbeitete Norm beschreibt die Anforderungen an nachhaltig wirksame Energiemanagementsysteme. Sie gibt den Rahmen vor, in dem die Unternehmen ihre Energieziele mithilfe von geeigneten Maßnahmen sowie Kontroll- und Steuerungsinstrumenten erreichen können.

„Für Unternehmen, die ihre Energie- und Klimabilanz verbessern wollen oder müssen, ist die Zertifizierung nach ISO 50001 eine besonders effektive Maßnahme“, meint Tyrone Adu-Baffour, Projektleiter Energiemanagement und Auditor beim TÜV Rheinland. Mit der Zertifizierung und den damit verbunden Audits könnten Unternehmen deutliche Effekte in Sachen Energieeinsparung und CO2-Reduktion erzielen. Gleichzeitig ließen sich auch die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Was die Umsetzung der ISO 50001 bringen kann, lässt sich auch in konkreten Zahlen benennen. Durch die Implementierung der ISO-50001-Standards in Industrie und Handel könnten bis 2030 weltweit 17,2 Billionen kWh Energie und 6,5 Billionen kg CO2 eingespart werden – so die Hochrechnungen des Clean Energy Ministerial, einem globalen Forum zur Förderung einer nachhaltigen weltweiten Energieversorgung. Dies entspreche den Emissionen von 215 Millionen Pkw.

„Besonders groß ist das Einsparpotenzial in energieintensiven Industriezweigen – etwa in der Metallerzeugung und -verarbeitung, der Papierindustrie oder der Lebensmittelproduktion“, erklärt Adu-Baffour. Eine wichtige Maßnahme sei etwa der Einsatz energieeffizienter Pumpen, Beleuchtungs-, Lüftungs- und Druckluftsysteme. Auch beim Thema Prozess- und Gebäudewärme seien oftmals größere Effizienz-Gewinne möglich. „Gerade Betreiber älterer Anlagen können ihren Energieverbrauch nicht selten um bis zu 30 % reduzieren – und jede eingesparte Kilowattstunde ist eingespartes CO2.“

Seit Februar gilt es, die Anforderungen der neuen Version ISO 50001:2018 zu erfüllen. „Insgesamt soll das Energiemanagementsystem noch konsequenter verankert und in die betrieblichen Abläufe integriert werden“, so Adu-Baffour. „Das bedeutet unter anderem, dass die oberste Leitung stärker in die Pflicht genommen wird. Sie muss klare Zuständigkeiten definieren, ein Energieteam bilden, Akzeptanz im Unternehmen schaffen und entsprechende Budgets bereitstellen.“

Neue Geräte für das Monitoring

Basis für ein erfolgreiches Energiemanagement sind die Daten. Nur wenn diese ausreichend und möglichst genau verfügbar sind, können die entsprechenden Systeme daraus nützliche Analyse erstellen.

Technikanbieter entwickeln daher ihre Messgeräte ständig weiter. So hat zum Beispiel Siemens Smart Infrastructure sein Energiemonitoringsystem aus dem Sentron-Portfolio um die Messgeräte 7KM PAC3220 und 7KM PAC3120 erweitert. Die Geräte erfassen Energie- und Anlagendaten in Gebäuden, Infrastruktur und Industrie und übermitteln diese über Standard-Kommunikationsprotokolle an übergeordnete Systeme – unter anderem an Energiemanagement-Software.

Die Geräte der Reihe 7KM PAC 3220 sind laut Siemens für anspruchsvolle Energiemanagementaufgaben in industriellen Umgebungen ausgelegt. Sie können in allen Netzen mit Frequenzen von 50 Hz und 60 Hz eingesetzt werden und messen elektrische Werte wie Spannung, Phasenstrom und Frequenz sowie Wirk-, Blind- und Scheinleistung.

Die Geräte der Reihe 7KM PAC 3120 sollen einen Einstieg in das Energiemonitoring erlauben. Sie zeichnen den Energieverbrauch und elektrische Basisgrößen wie Strom, Spannung und Leistung auf.

Mit solchen und weiteren Technologien können Unternehmen somit eine Datengrundlage für ihre weitere Energiestrategie zu legen.


Leitfaden gibt Hilfestellung

Das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium haben den Leitfaden „Energiemanagementsysteme in der Praxis“ neu aufgelegt. Neben guten Argumenten für ein Managementsystem enthält der Leitfaden einen Probedurchlauf. Damit können Unternehmen prüfen, ob sich ein Energiemanagementsystem für sie lohnt. Anschließend wird Schritt für Schritt erklärt, was zu tun ist, um die Anforderungen der ISO 50001 zu erfüllen.

Außerdem bietet der Leitfaden auch den rund 8000 bereits nach ISO 50001 zertifizierten Organisationen eine Hilfestellung, da die Norm im Jahr 2018 umfassend novelliert wurde. Der Leitfaden greift diese Änderungen auf und macht sie kenntlich. Viele Praxisbeispiele und -tipps zeigen zudem, wie Organisationen Effizienzpotenziale identifizieren, bewerten und umsetzen können.

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