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Industriemessen: „Unser Messedoppel Intec und Z agiert miteinander“

Leipziger-Messe-Chef Markus Geisenberger zur Intec und Z
„Unser Messedoppel agiert miteinander“

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Markus Geisenberger ist seit 2010 Geschäftsührer der Leipziger Messe. Bild: Andreas Stedtle
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Die Industriemessen Intec und Z bilden im Februar das Zentrum der metallbearbeitenden Industrie und der Zulieferbranche. Wie sich das mit Sonderschauen und Fachforen verzahnte Angebot weiterentwickelt, erläutert Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe. ❧

Dietmar Kieser

Wie ist der aktuelle Anmeldestand der Doppelmesse Intec und Z?

Mit rund 1300 Ausstellern ist unser Messedoppel nahezu ausgebucht. Wir werden auch die Nachzügler noch platzieren können. Aber wir fahren unter Volllast.

Welche Themen entwickeln sich besonders dynamisch?

Alle Bereiche konnten sich sehr gut entwickeln, vor allem die Kernbereiche der Intec, Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge. Das gleiche gilt für die neu hinzugekommenen Segmente der Automatisierungstechnik und der Robotik. Auf Basis dieses klaren Konzeptes werden wir alle Weiterentwicklungen und konzeptionellen Überlegungen vorantreiben.

Wenn das Thema Automatisierungstechnik zunehmend Einzug hält, könnte dies das Konzept doch verwässern.

Unter keinen Umständen. Das Thema Automatisierungstechnik ist stets aus der Perspektive der Hersteller von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen zu betrachten. Gleichwohl ist es ein ganz wichtiges Segment, das auch sehr systemisch in die Messe hineinwirkt.

Wie ist der Messeverbund in puncto Internationalität aufgestellt?

Insbesondere die Z ist sehr international, und dies von Anfang an. Jeder vierte Aussteller kommt aus dem Ausland, ein Großteil der Besucher reist von jenseits der Landesgrenzen an. Die Intec hat sich von einer zunächst regionalen Veranstaltung hin zu einer nationalen und mittlerweile sogar internationalen Fachmesse entwickelt. Wir arbeiten uns sozusagen in konzentrischen Kreisen voran. Die Kerneinzugsgebiete sind der deutschsprachige Raum, Mitteleuropa und Osteuropa. Gerade die letzten beiden sind von der geografischen Ausrichtung her Schwerpunkte für beide Veranstaltungen. Hier haben wir eine echte Kompetenz, auch in der Erreichung der Zielgruppen. Die Intec verbucht aktuell einen Auslandsausstelleranteil von über zehn Prozent. Auch sie entwickelt sich zu einer Plattform für internationale Aussteller, vornehmlich für jene, die aus klassischen Maschinenbauländern wie Italien oder der Schweiz kommen.

Wie wichtig ist dabei die Nähe zu Polen?

Besucherseitig ist Polen immer ein überaus attraktives Land, aber das gilt auch für viele andere mittel- und osteuropäische Länder. Hinzu kommt: Intec wie auch Z entwickeln seit einigen Jahren vor allem für Russland eine enorme Zugkraft. Wir haben als Leipziger Messe insgesamt eine besondere Russland-Kompetenz. Und so gelingt es uns ganz besonders, hier die richtigen russischen Besucherzielgruppen, auch unter Führung hochrangiger politischer Akteure, nach Leipzig zu bringen. Einige große Delegationen aus verschiedensten Regionen Russlands werden im Februar hier gastieren. Das freut uns sehr, denn das ist in diesen Zeiten nicht ganz einfach.

Spüren Sie eine vorsichtige Verbesserung der Beziehung beider Länder?

Ich denke, dass wir hier eine Sonderstellung einnehmen. Zum einen liegt es daran, wie die Leipziger Messe in Russland aktiv ist, und zum anderen, wie sie in Russland wahrgenommen wird. Wir merken auch in all den sicherlich nicht einfachen Jahren, dass man immer mit großem Wohlwollen auf Leipzig blickt und wir auch in der Zeit große Besucherdelegationen für Intec und Z gewinnen konnten. Aber selbstverständlich wäre es hilfreich, wenn sich die beiden Länder wieder stärker aufeinander zubewegen würden.

Welche Bedeutung hat die Kernregion Mitteldeutschland für das Messedoppel?

Diese ist ganz entscheidend für die Erfolgsgeschichte Intec und Z. Bekanntlich wird die Basis einer Messe in ihrer Heimatregion gelegt. Mitteldeutschland ist eine extrem starke Maschinenbau- und Zulieferregion. 300 Aussteller allein aus Sachsen dokumentieren dies. Ich kenne keine vergleichbare Investitionsgütermesse mit derart vielen heimischen Ausstellern. Diese Basis war die Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung in der Vergangenheit, und sie wird es auch für die Zukunft sein.

Zeitlich finden Intec und Z zwischen den Werkzeugmaschinen-Großmessen AMB und EMO statt. Beide sind traditionell Neuheitenschaufenster der Branche. Wie berührt dies Ihre Veranstaltungen und werden dort auch vermehrt Neuheiten gezeigt?

Wir sind in einem perfekten Zeitfenster immer am Anfang der ungeraden Jahre. Intec und Z bilden damit den Investitions- und Innovationsauftakt der Branchen. Diese Karte spielen wir. Denn viele Investitionsentscheidungen werden aufgrund der längeren Zyklen bereits am Anfang des Jahres getroffen. Deshalb sehe ich uns sehr gut positioniert.

Welche maßgeblichen Synergien schafft der Messeverbund?

Zunächst einmal agiert das Messedoppel miteinander. Das ist uns sehr wichtig. Zugleich hat jede Veranstaltung ein klares und eigenständiges Messeprofil. Gemeinsam bilden sie aber die gesamte Prozess- und Abnehmerkette in der Fertigung ab. Und sie fokussieren gemeinsame Schwerpunktbranchen, also den Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau sowie die Automobil- und Fahrzeugindustrie. Hinzu kommt, dass die Aussteller der Z potenzielle Partner und Lieferanten der Intec-Aussteller sind. Damit ergänzen sich beide perfekt. Dies wiederum schafft ideale Synergien für Aussteller und Besucher gleichermaßen.

Dem Top-Thema Additive Fertigung widmen sich eine Sonderschau und ein Fachforum. Können Sie mit diesem Konzept den Spezialmessen Paroli bieten?

In der Vorbereitung auf die Intec und Z führen wir intensive Gespräche mit den Messe- und den Programmbeiräten. Ziel ist es, der Branche genau die Themen zu bieten, die sie im Wesentlichen aus ihrer jeweiligen Perspektive als wichtig erachten. Dabei hat sich das Thema Additive Fertigung/Leichtbau sehr schnell herauskristallisiert. Wir haben es unter dem Titel „Additiv + Hybrid – Neue Fertigungstechnologien im Einsatz“ als Sonderschau mit Fachforum zusammengeführt. Damit wollen wir unseren Zielgruppen einen klaren Mehrwert bieten. Die Branche selbst setzt also die Themen.

Was sicherlich noch ausbaufähig ist…

Das stimmt! Das gilt auch für die weitere Sonderschau „Sensorik – auf dem Weg zum intelligenten Produkt“. Auch hier geht es nicht darum, einer Sensorfachmesse Paroli zu bieten, sondern die spezifischen Themen herauszudestillieren, was die Sensorik zu einer intelligenten Fertigung beisteuern kann. Gleiches gilt für das neue Fachforum „new mobility“. Hier wollen wir beleuchten, wie neue Fahrzeugantriebe die Fertigungstechnik und die Zulieferindustrie beeinflussen.

Wie wird das Hype-Thema Industrie 4.0 auf den Messen sichtbar?

Digitalisierung und Industrie 4.0 ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung, sei es in den Präsentationen auf den Ständen der Hersteller oder in den Themen der Sonderschauen. Beim Thema Sensorik geht es immer auch um Digitalisierung, um vernetzte Systeme, um Datenauswertungen. Die digitale Transformation spielt überall eine große Rolle. Überdies findet zum sechsten Mal der Kongress „Ressourceneffiziente Produktion“ des Fraunhofer-Verbundes Produktion statt. 2019 unter dem Motto „Smart Production – Szenarien, Lösungen, Benefit“. Auch dieses Thema rückt die Digitalisierung, die digitale Transformation ganz nach vorne. Das ist etwas, was die gesamte Branche umtreibt.

Nach welchen Gesichtspunkten werden Intec und Z weiterentwickelt? Sind Messemacher nicht gefordert, immer wieder Neues zu generieren?

Absolut! Wir haben ein exzellentes Konzept gemeinsam mit der Branche entwickelt. Das ist uns wichtig. Wir werden immer ganz genau hinhören, was unsere Kunden benötigen und werden dann in der Nomenklatur, in den Sonderschauen, in allen Facetten der Messen ganz genau darauf blicken, in welche Richtung wir uns weiterentwickeln. Aber wichtig ist die Botschaft: Das Konzept ist absolut stimmig. Das zeigt der Erfolg der vergangenen Jahre und das ist die Basis für unser weiteres Tun.

Warum lohnt sich aus Ihrer Sicht ein Besuch der Intec und Z 2019?

Wir haben Anfang Februar zum Messedoppel ein großdimensioniertes, starkes und zielgruppen-spezifisches Angebot für alle, die sich zu innovativen Themen rund um die Fertigungstechnik, um den Werkzeugmaschinenbau, Präzisionswerkzeuge und Automatisierungstechnik sowie die Zulieferindustrie informieren wollen. Das ist der Jahresauftakt, um Geschäfte anzubahnen und da gibt es nichts Besseres, als nach Leipzig zur Intec und Z zu kommen. Unsere Messen sind sehr gut erreichbar und finden in einem hochattraktiven Umfeld statt.

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