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Griff in die Geldtöpfe

Serie: Innovations-finanzierung, Teil 4
Griff in die Geldtöpfe

Aus dem Vollen schöpfen können Unternehmen bei der Kapitalbeschaffung meist nicht: Öffentliche Förderkredite können helfen Bild: EU
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Zu maßgeschneiderten Finanzierungslösungen gehören öffentliche Fördertöpfe. Risikogerechte Verzinsung und Haftungsübernahme durch die KfW-Mittelstandsbank bieten besonders die Programme „Unternehmerkapital“ und „ERP-Innovationsprogramm“.

Der Finanzierungsbaustein „Kapital für Arbeit

und Investitionen” des Programms KfW Unternehmerkapitals richtet sich an etablierte mittelständische Unternehmen. Sie müssen über so genannte geordnete wirtschaftliche Verhältnisse verfügen, sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und ihr Gruppenumsatz darf 500 Mio. Euro nicht überschreitet.
Gefördert und mitfinanziert werden bis zu 100 % der förderfähigen Kosten für alle Investitionen in Deutschland sowie für alle Vorhaben deutscher mittelständischer Unternehmen im Ausland, mit denen Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden. Das Programm umfasst ein Finanzierungspaket, das immer aus einem klassischen, banküblich zu besichernden Kredit – der Fremdkapitaltranche – und einem unbesicherten Nachrangdarlehen – der Nachrangtranche – besteht. Hierbei sind die Fremdkapital- und Nachrangtranche obligatorisch gleich groß. Der Kreditbetrag beläuft sich auf maximal 4 Mio.-Euro-Vorhaben. Die Laufzeit beträgt maximal zehn Jahre bei maximal zwei tilgungsfreien Anlaufjahren in der Fremdkapitaltranche und sieben tilgungsfreien Anlaufjahren in der Nachrangtranche.
Die Konditionen richten sich nach dem Margenraster der KfW und orientieren sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes unter Berücksichtigung von Bonität (bei der unbesicherten Nachrangtranche) sowie Bonität und Besicherung (bei der besicherten Fremdkapitaltranche). Die KfW-Mittelstandsbank gewährt die Kredite nicht direkt an das investierende Unternehmen, sondern ausschließlich über Kreditinstitute. Die Wahl der Hausbank steht dem Kreditnehmer frei. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Als Vorhabensbeginn gilt das Eingehen einer finanziellen Verpflichtung, etwa die Unterzeichnung eines Kaufvertrages oder die Bestellung einer Maschine.
Neben dem Antragsvordruck erwartet die KfW-Mittelstandsbank Unterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Investors. Hierzu gehören testierte Jahresabschlüsse und eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), wenn der vorliegende Jahresabschluss älter als drei Monate ist. Sofern der Antragsteller einem Konzern angehört, sind neben den Zahlen des Antragstellers auch konsolidierte Zahlen der Unternehmensgruppe einzureichen.
Mit dem Nachrangdarlehen steht ein Finanzierungsinstrument mit eigenkapitalähnlichem Charakter zur Verfügung, weil
  • die KfW im Insolvenzfall mit ihren Forderungen aus dem Nachrangdarlehen im Rang hinter die Forderungen aller Fremdkapitalgeber zurücktritt,
  • die KfW ausdrücklich auf ihr Kündigungsrecht wegen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse verzichtet,
  • diese Mittel keine Sicherheiten in Anspruch nehmen.
Um die F+E-Phase zu fördern verfügt das ERP-Innovationsprogramm über einen besonderen Baustein: Damit wird die marktnahe Forschung und Entwicklung oder Verbesserung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen bis zu 100 % der förderfähigen Kosten gefördert. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um eine Neuheit für das geförderte Unternehmen handelt,wobei der Innovationsbegriff hier unternehmensbezogen ausgelegt wird. Dies schließt auch Vorhaben zur Einführung neuer Produktionstechniken sowie neue Umwelt- und Energietechniken ein.
Gefördert werden freiberuflich Tätige und mittelständische Unternehmen, deren Jahresumsatz (einschließlich verbundener Firmen) 125 Mio. Euro nicht überschreitet. Das Programm besteht ebenso wie das KfW-Unternehmerkapital aus einer banküblich zu besichernden Fremdkapitaltranche und einer unbesicherten Nachrangtranche.
Dabei kann das Unternehmen selbst entscheiden, ob es eine Nachrangtranche in Anspruch nimmt oder nicht. Entscheidet es sich für die Aufnahme einer Nachrangtranche, sind beide Tranchen gleich groß. Die Konditionen richten sich ebenso wie beim KfW-Unternehmerkapital nach dem Margenraster der KfW und orientieren sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes unter Berücksichtigung von Bonität. Das ERP-Innovationsprogramm bietet dem Unternehmen viele Vorteile:
  • Speziell ausgestaltete öffentliche Förderprogramme für Innovationsvorhaben.
  • Attraktive risikogerechte Verzinsung und Haftungsübernahme.
  • Liquidität und Sicherheiten werden geschont.
  • Sehr günstige Festzinssätze für langfristige Kredite mit Laufzeiten bis zu 10 Jahre.
  • Hochwertige Struktur durch feste Kombination von Nachrang- und Fremdkapital.
  • Sicherheiten nur für die Fremdkapitaltranche, damit Schonung von Sicherheiten für weitere Finanzierungen.
  • Tilgungsbeginn der Nachrangtranche erst im achten Jahr der Kreditlaufzeit.
  • Keine Bereitstellungsprovision; die Abruffrist beträgt ein Jahr.
  • Vollfinanzierung von F&E-Projekten.
  • Parallele Finanzierung mehrerer Projekte. tv
Anlaufjahre bleiben tilgungsfrei

Marktchancen
Für Start-ups, technologieorientierte Unternehmen und etablierte Mittelständler gibt es bei der KfW-Mittelstandsbank Beteiligungsfinanzierungen. Der Startfonds richtet sich an junge Technologieunternehmen. Den Late-Stage-Bereich für etablierte Betriebe deckt das ERP-Beteiligungsprogramm ab. Mit der Initiative Eigenkapital für den breiten Mittelstand schließt die KfW die bestehende Angebotslücke bei Beteiligungen zwischen 1 Mio. Euro und 5 Mio. Euro.
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