Wie können Unternehmen mit Geschäftspartnern Informationen austauschen, ohne dabei die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren? Eine Antwort darauf gibt die Fraunhofer-Gesellschaft (Halle 2, Stand C22) mit dem Industrial Data Space.
Die Idee hinter Industrial Data Space: Ein gemeinsamer, geschützter Datenraum, in dem die Geschäftspartner ihre Daten nach bestimmten Spielregeln austauschen und gemeinsam nutzen. Jedes Unternehmen legt vorher fest, wie seine Informationen im Rahmen der Zusammenarbeit genutzt werden dürfen und wie nicht. In den geschützten Datenraum dürfen nur zertifizierte Teilnehmer eintreten, deren Identität vorher überprüft wurde.
Was in der Theorie gut klingt, funktioniert aber auch in der Praxis. Das beweist gerade ein Projekt, das das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST mit dem Stahlkonzern Salzgitter AG realisiert hat. Dabei geht es um die Übertragung von Lagerdaten zwischen Kunden- und Lieferantensystemen. Der Datenaustausch erfolgt automatisiert, sicher und verschlüsselt über die maschinelle Schnittstelle unter Einsatz von Smart Data Apps. Kunden können erfragen, ob die gewünschte Art von Stahl zum Wunschtermin vorrätig ist, das Lieferantensystem meldet die verfügbare Menge. Das Mapping der Stammdaten erfolgt dabei automatisiert. Der aufwendige manuelle Datenabgleich entfällt komplett.
Smarte Data Apps erleichtern die Bedienung. Bei der Software handelt es sich aber nicht um gewöhnliche Apps, die ihre Daten übers Internet schicken. Die Apps stellen verschiedene Funktionen und zum Teil Bedienoberflächen zur Verfügung. Darunter liegt die eigentlich entscheidende Software-Komponente, der sogenannte Konnektor. Sie sind das Herzstück in der Architektur des Industrial Data Space. Ihnen kommt die Aufgabe zu, den Datentausch zu organisieren und die Sicherheit im gemeinsamen Datenraum zu gewährleisten.
Die Sicherheitstechnik der Konnektoren wird am Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC entwickelt. Neben dem Management von Lagerdaten erarbeiten die Forscher derzeit auch Lösungen für die Echtzeit-Überwachung von Transporten, um Anlieferungsprozesse zu verbessern.
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