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„Wenn die Besten der Besten starten, ist Gänsehaut-Atmosphäre angesagt“

Hubert Romer, CEO der Berufsweltmeisterschaften Worldskills Leipzig 2013
„Wenn die Besten der Besten starten, ist Gänsehaut-Atmosphäre angesagt“

„Bei keinem anderen Event lassen sich so viele Berufe live und in einem emotionalen Umfeld erleben.“
Wie für Sportler gibt es auch für Auszubildende Weltmeisterschaften. Austragungsort der Worldskills ist in diesem Jahr Leipzig. Der Countdown zur Berufe-WM vom 2. bis 7. Juli läuft. Hubert Romer, der Geschäftsführer der Leistungsschau, erläutert die Dimension des weltweit größten Bildungs-Events.

In kurzen Worten, Herr Romer: Was sind die Worldskills? Was passiert in Leipzig?

Mit den Worldskills Leipzig 2013 kommt am zweiten Juli ein sechstägiges Megaevent der beruflichen Bildung nach Deutschland. Bei der WM der Berufe treten über 1000 junge Fachkräfte aus 54 Ländern und Regionen in 46 verschiedenen Disziplinen gegeneinander an und ermitteln die Besten der Besten. Das Spektrum reicht von handwerklichen Berufen wie Tischler oder Fliesenleger über Industrieberufe wie Mechatroniker oder CNC-Dreher bis hin zu Tätigkeiten aus dem Dienstleistungssektor. Hinter den Teilnehmern liegen Wochen und Monate der Vorbereitung. Viele werden lange Reisen auf sich nehmen, um beim Wettbewerb ihr Bestes zu geben.
Wie viele Teilnehmer und Besucher erwarten Sie in Leipzig?
Mit aktuell 1032 gemeldeten Teilnehmern treten voraussichtlich gut zehn Prozent mehr als bei der letzten WM 2011 in London an. Der Flächenbedarf für die Wettbewerbs-Werkstätten auf der Leipziger Messe ist sogar um über 20 Prozent gestiegen. Mit 35 Zweier-Teams ist der Wettbewerb der Mechatroniker mit Abstand der größte, gefolgt von den Schweißern und den Köchen mit jeweils 35 Teilnehmern. Die größten Nationalmannschaften kommen aus Frankreich mit 46 Teilnehmern, Brasilien und Japan mit jeweils 45, Taiwan mit 44 sowie Finnland und Deutschland mit je 43 Teilnehmern. An den vier Wettbewerbstagen erwarten wir bis zu 200 000 Besucher.
Welche Disziplinen gibt es im Bereich Produktionstechnik/Manufacturing?
Im Bereich Produktionstechnik gibt es Wettbewerbe in Polymechanik/Automatisierung, Metallbau, Mechatronik, CNC-Drehen, CNC-Fräsen, Schweißen, Mobile Robotik, CAD-Konstruktion, Blechbearbeitung, Produktionstechnik, Prototypenbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie Anlagentechnik.
Was erwartet die Besucher in Leipzig?
Bei keinem anderen Event lassen sich so viele Berufe live und in einem emotionalen Umfeld erleben – eine großartige Gelegenheit für junge Menschen, die sich beruflich orientieren wollen. Unternehmen haben die Möglichkeit, mit potenziellen Auszubildenden in Kontakt zu treten. Parallel zu den Wettbewerben bieten die Worldskills in Leipzig ein hochkarätiges internationales Rahmenprogramm mit Kongressen, Foren und Informationsveranstaltungen zum Thema berufliche Bildung. Besonders interessant für jugendliche Besucherinnen und Besucher dürften zwei Formate sein: die Entdeckerwelten und Discover your Skills. Und wer sportliche Wettbewerbe wie die Olympischen Spiele mag, wird die Worldskills in Leipzig lieben: Wenn die besten jungen Fachkräfte aus aller Welt an den Start gehen, ist Gänsehaut-Atmosphäre angesagt.
Was kann ein Produktionstechnik-Experte als Besucher hier mitnehmen?
Für Experten bieten die Wettkampftage eine einzigartige Möglichkeit, sich mit Kollegen aus aller Welt auszutauschen und über aktuelle Neuerungen und internationale Standards zu informieren. Die Worldskills stellen eine einzigartige Plattform dar, um sich mit Experten anderer Unternehmen auszutauschen und neue Impulse für die erfolgreiche betriebliche Ausbildung zu bekommen.
Und was haben Unternehmen davon, wenn sie ihre Auszubildenden zu Berufswettbewerben schicken?
Sie haben zum einen die Möglichkeit, die Qualität ihrer betrieblichen Ausbildung unter Beweis zu stellen. Vor allem aber ist bereits die Teilnahme eine Auszeichnung, für den Competitor und für seinen Betrieb. Wer sich für einen Worldskills-Wettbewerb qualifiziert, hat bereits bewiesen, dass er zu den Besten in seinem Beruf zählt.
Warum steht in den industriellen Disziplinen der Berufswettkämpfe die deutsche Ausbildung nur selten an der Spitze?
Im internationalen Vergleich nimmt die Förderung und Anerkennung von beruflicher Spitzenleistung in bestimmten Ländern eine besondere Rolle ein. Berufe-Wettbewerbe haben dort einen viel höheren Stellenwert und werden gewissermaßen als Teil des Ausbildungssystems begriffen. Aber auch Deutschland ist verstärkt um die gezielte Förderung von Exzellenz bemüht. Man ist sich einig, dass es zusätzlicher Maßnahmen bedarf, um den Ausbildungsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Spitzenleistungen sichtbar zu machen. Ich würde mich freuen, wenn wir mit den Worldskills Leipzig 2013, die ein Heimspiel für uns sind, auch ein Signal in diese Richtung senden könnten.
Welchen nachhaltigen Effekt werden die Heimspiel-Worldskills haben?
Ich denke, dass vor allem sehr viel in der Stadt zurückbleiben wird. Dies betrifft Wirtschaft, Image, Tourismus und auch den Effekt auf die Zukunft unserer jungen Menschen in Leipzig, dem Freistaat und der Bundesrepublik. Die letzte Berufe-Weltmeisterschaft in Deutschland fand vor 40 Jahren in München statt. 2015 gehen die Worldskills nach São Paulo in Brasilien. Für viele Menschen sind die diesjährigen Worldskills in Leipzig also eine einmalige Chance, diesen großartigen Wettbewerb im eigenen Land zu erleben.
Wird das Ganze einen Schub für die Ausbildungsberufe in Deutschland geben?
Für die Ausbildungsberufe in Deutschland möchten wir vor allem vermitteln, dass berufliche Bildung eine exzellente Grundlage für erfolgreiche Karrieren ist. Ausbildungsberufe sind interessant, vielfältig und anspruchsvoll. Und mit der dualen beruflichen Bildung hat Deutschland ein hervorragendes Ausbildungssystem, auf das wir stolz sind und das wir in andere Länder exportieren. Die diesjährigen Worldskills in Leipzig bieten aber auch eine hervorragende Möglichkeit zu sehen: Was machen andere gut und wo können möglicherweise auch wir etwas lernen?
Industrieanzeiger
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19.2021
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