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Studie: Unternehmen fordern gesetzliche Regeln für KI

Unternehmen erhoffen sich durch KI Wettbewerbsvorteile
Unternehmen fordern gesetzliche Regeln für KI

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Deutsche Unternehmen sehen KI überwiegend positiv, oft gibt es aber noch Hindernisse, die den Einsatz hemmen. Bild: Alexander Limbach/stock.adobe.com
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Große Mehrheit deutscher Unternehmen fordert die Klärung von Haftungsfragen und klare Kennzeichnung von KI. Das zeigt eine Studie des TÜV-Verbands.

Die deutschen Unternehmen stehen künstlicher Intelligenz (KI) sehr positiv gegenüber und erhoffen sich durch die Nutzung der Technologie entscheidende Wettbewerbsvorteile. Gleichzeitig befürwortet eine große Mehrheit gesetzliche Vorgaben für den Einsatz von KI: Neun von zehn Unternehmen fordern gesetzliche Regelungen, um Haftungsfragen zu klären. 87 % sind der Meinung, dass KI-Anwendungen in Abhängigkeit von ihrem Risiko reguliert werden sollten. Und 84 % wünschen sich, dass Produkte und Anwendungen mit KI für die Nutzer klar gekennzeichnet werden. Das hat eine repräsentative Studie ergeben, für die im Auftrag des TÜV-Verbands VdTÜV 500 Unternehmen ab 50 Mitarbeitende befragt wurden.

„Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie der Digitalisierung mit enormen Chancen, die aber einen gesetzlichen Rahmen braucht“, sagte Dr. Dirk Stenkamp, Präsident des VdTÜV, bei Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin. „KI-Anwendungen sollten bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen, wenn bei ihrer Nutzung die Gesundheit von Menschen oder ihre elementaren Grundrechte wie Privatsphäre oder Gleichberechtigung in Gefahr sind.“ Risiken bestünden zum Beispiel bei automatisierten Fahrzeugen, medizinischen Diagnosen oder der Personalauswahl. Stenkamp: „Nur mit klaren gesetzlichen Vorgaben können wir Vertrauen in künstliche Intelligenz schaffen und eine breite Nutzung ermöglichen.“

Rechtliche Unsicherheiten, zu wenig Know-how und Datenschutzbedenken als Hindernisse für KI-Einsatz

Laut den Studienergebnissen nutzen derzeit erst 11 % der Unternehmen KI-Anwendungen. Weitere 4 % der Unternehmen planen die Nutzung und 15 % diskutieren darüber. Als Hemmnisse für eine (stärkere) Nutzung nennen die Befragten neben fehlenden Anwendungen (50 %) unter anderem rechtliche Unsicherheiten (42 %), Sorge vor Datenschutzproblemen (41 %), einen Mangel an Know-how beziehungsweise Fachkräften (41 %) oder auch Sicherheitsbedenken (27 %).

„Gerade der Mittelstand traut sich an künstliche Intelligenz noch nicht ran. Vielen Unternehmen fehlt es an Know-how, was zu Unsicherheiten beim Einsatz der Technologie führt“, erklärte Dr. Dirk Stenkamp, Präsident des VdTÜV, im Rahmen der Studienvorstellung.

Vielfältige Anwendungsgebiete für KI

Laut der Umfrage empfinden 82 % der befragten Geschäftsführer und IT-Verantwortlichen etwas Positives oder sehr Positives, wenn sie an künstliche Intelligenz denken. Eine große Mehrheit (78 %) ist außerdem davon überzeugt, dass ihnen der KI-Einsatz entscheidende Wettbewerbsvorteile verschaffen kann. Unter den KI-Nutzern setzt gut jedes dritte Unternehmen (35 %) die Technologie für innerbetriebliche Zwecke ein. 29 % nutzen KI in ihren Produkten und Dienstleistungen, um diese mit zusätzlichen Funktionen auszustatten oder in anderer Form zu verbessern. 23 % machen beides.

„Die Anwendungsgebiete von KI-Systemen sind sehr vielfältig und ziehen sich durch sämtliche Unternehmensbereiche“, sagte Stenkamp. So verwenden 45 % der KI-Nutzer die Technologie in der IT (zum Beispiel im Netzwerkmanagement), 39 % im Kundenservice (etwa als Chatbots), 30 % im Marketing (beispielsweise für Hypertargeting), 27 % in der Produktion (für Roboter und Cobots) oder 22 % in der Entwicklung (zum Beispiel für Simulationen).

Unternehmen wünschen sich Orientierung

Wenn es um die Nutzung der Technologie geht, wünschen sich Unternehmen mehr Orientierung für ihr Business. „KI-Systeme sind häufig eine Art Blackbox, deren Entscheidungen die Nutzer nicht nachvollziehen können“, sagte Stenkamp. Daher würden es mehr als vier von fünf Unternehmen befürworten, wenn die Zuverlässigkeit einer KI von unabhängigen Experten bestätigt würde. Bei der Anschaffung eines KI-Systems würden 86 % ein Produkt bevorzugen, das über ein neutrales Prüfzeichen verfügt. Und 85 % fordern, dass die Sicherheit von KI-Anwendungen von herstellerunabhängigen Stellen geprüft wird.

Unternehmen erwarten strukturelle Veränderungen durch KI

Die befragten Unternehmen rechnen damit, dass der breite Einsatz von KI zu strukturellen Umbrüchen führen wird: 80 % erwarten große oder sehr große Veränderungen in der Wirtschaft insgesamt, 40 % in ihrer Branche und 31 % in ihrem eigenen Unternehmen. Vor allem die Arbeitswelt könnte KI revolutionieren: 77 % der Unternehmen sind der Meinung, dass sich Jobprofile und berufliche Tätigkeiten durch den Einsatz von KI stark verändern werden. Vier von fünf Befragten (80 %) erwarten, dass KI-Systeme die meisten Routineaufgaben übernehmen werden. Gleichzeitig glauben fast ebenso viele (78 %), dass KI-Anwendungen den Menschen in der Regel nicht ersetzen, sondern ihn unterstützen werden.

Eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen erwartet (52 %), dass der Einsatz von KI zum Abbau sehr vieler Arbeitsplätze führen wird. Auf der anderen Seite gehen 45 % davon aus, dass die Technologie viele neue Jobs schaffen wird. Stenkamp: „Eine breite Anwendung von künstlicher Intelligenz wird einen Strukturwandel auslösen, den Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften und andere gemeinsam gestalten müssen.“

Die vollständigen Ergebnisse der Studie und weitere Informationen sind unter: www.vdtuev.de abrufbar.

Kontakt:

Verband der TÜV e.V. (VdTÜV)
Friedrichstraße 136
10117 Berlin
www.vdtuev.de

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