Industriebau

Montagehalle mit Holzbauelementen im Dach

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Für das neue Montagezentrum der Rosenberger Hochfrequenztechnik entwickelten die Architekten des Industriebauspezialisten Hinterschwepfinger ein Konzept, das auf Holzfertigbauteilen von Kielsteg basiert.

Das 1958 gegründete mittelständische Industrieunternehmen Rosenberger Hochfrequenztechnik befindet sich im Familienbesitz und zählt heute nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Anbietern von Verbindungslösungen in der Hochfrequenz-, Fiberoptik- und High-Voltage-Technologie, unter anderem für die Automobil- und Telekommunikationsindustrie, die Medizin- und Industrieelektronik sowie die industrielle Messtechnik. Am Hauptsitz in Fridolfing sind mehr als 2000 Mitarbeiter tätig, weltweit beschäftigt die Gruppe rund 10.000 Mitarbeiter an zahlreichen Fertigungs- und Montagestandorten und Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika.

Das neue Montagezentrum in Fridolfing sollte maximalen Platz für die Produktionsmaschinen bieten und einen effizienten Materialfluss erlauben. Was im Erdgeschoss des Produktionsgebäudes gestanzt wird, soll eine Etage höher in der Montagehalle zu fertigen Steckverbindern montiert werden. Wichtig war ein wandlungsfähiges Layout, um auf künftige Produktionsänderungen schnell reagieren zu können. Diese Anforderungen mussten mit einer ansprechenden Architektur in Einklang gebracht werden, denn der Neubau ist Teil eines Corporate Architecture Konzepts für einen komplett neuen Werksteil, der aus diversen Büro-, Produktions- und Logistikgebäuden besteht.

Nur zwei Mittelstützenreihen erforderlich

Die Architekten des Industriebauspezialisten Hinterschwepfinger entwickelten ein Konzept, das auf Holzfertigbauteilen von Kielsteg basiert. Das Dach der Halle wurde mit 2300 m² Holzbauelementen realisiert. Dabei wurden bis zu 19,7 m lange Elemente als Einfeldträger verbaut, sodass die dreischiffige etwa 56 x 53 m große Halle mit nur zwei Mittelstützenreihen auskommt. Da die Bauteile trotz der enormen statischen Leistungsfähigkeit nur 61 cm hoch sind, konnten die Planer das zweistöckige Gebäude als vergleichsweise flachen Baukörper realisieren, das sich in das Gesamtbild des gewachsenen Standortes einfügt. Auch im Inneren der Halle erweisen sich die flächenbildenden Dachbauteile als vorteilhaftes Gestaltungselement, da sie mit ihrer geschlossenen Holzuntersicht eine in angenehme Atmosphäre schaffen. Die beiden äußeren Hallenschiffe, konstruiert als Einfeldsystem, sind jeweils mit bis zu 19,7 m langen, leicht überhöhten Elementen überspannt. Während auf einer Seite ein Bürokomplex eingebaut wurde, wird der Bereich am anderen Ende der Halle für verschiedene Zwecke vorgehalten. Der Mittelteil, in dem ein großer Montagebereich entstanden ist, wurde für eine intelligente Tageslichtausbeute mit Sheddachsystem ausgeführt. Ein lichtdurchfluteter und trotzdem blendfreier Bereich entstand, der durch das indirekte Sonnenlicht einen angenehmen Gesamteindruck hinterlässt.

Brandschutz auch im Holzbau möglich

Ein brandschutztechnisches Novum bei diesem Projekt ist die direkt an den Holzbauteilen montierte Sprinkleranlage. Holz hat mit erhöhten Klimaschutz-Anforderungen an Bedeutung gewonnen und gilt als Baustoff der Zukunft. Die Akzeptanz steigt, weil die Einhaltung des hohen brandschutztechnischen Sicherheitsniveaus auch im Holzbau möglich ist. Per Einzelzulassung konnte eine Sprinkleranlage direkt an die Kielsteg-Decke angebracht werden. Voraussetzung war der Nachweis der sicheren Befestigung der Sprinkleranlage am Vollholz des Untergurtes der Bauelemente im Brandfall. Das wurde mit Auszugsversuchen nachgewiesen und vom Institut VdS Schadenverhütung zertifiziert.

Freiere TGA-Planung möglich

In Bezug auf die Versorgungstechnik zeigte sich noch ein Vorteil: Die ebene Holzdecke ermöglichte eine freiere Planung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA-Planung), weil nicht aufwändig um Balken herumkonstruiert werden musste. Die Kabeltrassen, die Beleuchtung und die Belüftungsanlage konnten direkt an den Elementen montiert und ausschließlich den primären Erfordernissen entsprechend geplant werden. (kf)


Fertigbauteil mit großer Spannweite

Bei Kielsteg handelt es sich um ein hochtragfähiges, einachsig gerichtetes Fertigbauteil aus Holz. Es besteht aus einem Ober- und Untergurt aus Schnittholz sowie Stegen aus Sperrholz oder OSB. Die charakteristische Krümmung der Stege in Form eines Bootskieles gibt dem Bauelement seinen Namen. Typischerweise werden die flächenbildenden Holzbauelemente als Dachkonstruktion bei Hallen eingesetzt, die ein großes Stützenraster erfordern. Bis zu 27 m lassen sich beispielsweise direkt als Einfeldsystem überbauen. Die üblichen Stützenraster im Hallenbau können so erheblich vergrößert und die Primärkonstruktion stark reduziert werden. Die Flächen lassen sich flexibler nutzen.

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