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Stromversorgung der Zukunft

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Stromversorgung der Zukunft

Batterietechnik | Der Vorstoß von Tesla-CEO Elon Musk bei Speicherbatterien könnte den klassischen Energiemarkt umwälzen. Im Verbund mit Vertriebspartner Lichtblick und dessen IT-Plattform lassen sich dezentrale Anlagen bei Bedarf fix zu virtuellen Kraftwerken zusammenschalten.

Der von der bayerischen Landesregierung entfachte Streit um die Stromtrassen von Nord- nach Süddeutschland gefährdet nicht nur die eigentlich schon geklärte Frage nach dem Verlauf des Südlink genannten Übertragungsnetzes. Die ganze Energiewende könne am Ende in Gefahr geraten, ermahnte Peter Kulitz, der Präsident des Industrie- und Handelstags, Ministerpräsident Horst Seehofer. Südlink ist eine von drei Trassen, in denen Windstrom aus dem Norden direkt in den industriereichen Süden fließen soll – doch nach dem Willen Seehofers nicht wie geplant über Bayern, sondern via Hessen nach Baden-Württemberg.

Der Hickhack um den künftigen Stromtransport dürfte den Herstellern von Energiespeichern nicht ungelegen kommen. Noch ist es schwierig und teuer, den in Solarmodulen und Windkraftanlagen erzeugten Strom zu speichern und später zu nutzen. Abhilfe schaffen soll jetzt eine kostengünstige und leistungsfähige Speicherbatterie wie die Powerwall des kalifornischen Herstellers Tesla. Dessen Firmenchef Elon Musk will bereits sportlichen Elektrofahrzeugen den Weg für batteriebetriebene Ökoautos ebnen, die auch im Massenmarkt funktionieren. Jetzt greift er auch im Wettbewerb um die Vormacht im Energiespeichermarkt ein.
Mit solchen Lithium-Ionen-Akkus sollen private Haushalte und Unternehmen weitgehend unabhängig von ihren Energieversorgern werden, verkündete Musk. Das Batterie-Pack lädt sich mit Solarstrom auf oder speichert automatisch zu preisgünstigen Zeiten Energie aus dem Netz. Zudem könnten mit den Speichern auch Stromausfälle überbrückt werden. Das Ziel sei „ein vollständiger Wandel der Energieinfrastruktur in der Welt, um sie nachhaltig und emissionsfrei zu machen“.
Wie der Visionär Musk wollte auch Swatch-Gründer Nicolas G. Hayek das Autofahren revolutionieren. Und wie der Tesla-Chef hat Hayeks Sohn Nick mit der Batterie die Kernkomponente für das saubere Fahren im Blick. Da nur diese dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen kann, kündigte Swatch-Chef Nick Hayek eine neuartige Batterie an, die bis zu 100 % mehr Energie speichern soll als bisherige Stromspeicher in batteriebetriebenen Elektromobilen. Ziel soll die doppelte Reichweite heutiger Stromautos sein. Die Swatch-Konzerntöchter Belenos und die Batteriefabrik Renata in der Schweiz sollen bereits daran arbeiten, vermelden Branchenkenner.
Derweil nimmt Elon Musks Expansion ins Energiespeichergeschäft konkrete Form an. In seine neue Gigafactory in der Wüste Nevadas investiert Tesla 5 Mrd. US-$. Hohe Stückzahlen sollen die Preise drücken. Umgerechnet 3100 Euro soll der erste, rund 18 cm dicke Stromspeicher kosten. Bis in fünf Jahren könnten jährlich eine halbe Million Tesla-Boxen auf den Markt kommen. Der Elektromobilität wie auch den erneuerbaren Energien will Elon Musk so zum Siegeszug verhelfen.
In Deutschland mit seiner hohen Dichte an Solaranlagen soll dies im Schulterschluss mit dem Ökostrompionier Lichtblick gelingen. Der Hamburger Vertriebspartner will mit seiner „Schwarm-Dirigent“ genannten IT-Plattform die Tesla-Boxen intelligent in die Energiemärkte einbinden. Im Schwarm zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt, können die Powerwall-Akkus künftig überschüssigen Strom bei Flaute und Bewölkung im Gebäude nutzen oder wieder ins Netz einspeisen (dk). •
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
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19.2021
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