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DMG Mori: Hausmesse mit Produktionslösungen für anspruchsvolle Zukunft

DMG Mori-Hausausstellung
Produktionslösungen für eine anspruchsvolle Zukunft

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Ganzheitliche Lösungen für die Digitalisierung und die Automation waren zentrale Themen der Hausausstellung von DMG Mori. Premiere feierten zudem mehrere Maschinen. ❧

Mona Willrett

„Wir geben auch in herausfordernden Zeiten weiter Gas“, sagte Christian Thönes. Der Vorstandsvorsitzende der DMG Mori AG kündigte anlässlich der traditionellen Hausausstellung in Pfronten an: „Wir investieren konsequent in unsere Infrastruktur sowie in Zukunftstechnologien.“ Er betonte, die Branche erlebe einen Umbruch. Künftig seien Komplettlösungen gefragt, die den Kunden helfen, ihre Produktivität über den gesamten Shop Floor und entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu steigern. Entsprechend standen die Digitalisierung und die Automatisierung in Pfronten besonders im Fokus. Zentrale Themen waren:

  • die durchgängige Konnektivität aller Maschinen im Standard,
  • das Celos-Update aller Versionen,
  • das Kundenportal myDMG Mori und
  • Tulip als einfacher Weg zu eigenen Apps.

Seit der japanisch-deutsche Maschinenbauer auf der Messe EMO 2013 Celos erstmals präsentierte, wurde das App-basierte Bedien- und Steuerungssystem kontinuierlich ausgebaut und erweitert. Das System ist heute weltweit in den Steuerungen von mehr als 20.000 Maschinen des Herstellers im Einsatz. Jetzt können Kunden ein PLC-unabhängiges Update auf die aktuelle Version durchführen – und zwar von jeder bestehenden Version der letzten sechs Jahre.

Der DMG Mori Messenger zeigt mittels konfigurierbaren Dashboards den aktuellen Status der Maschinen auf einen Blick und ist nun auch für alle mit DMG Mori-Connectivity vernetzen Maschinen und Geräte in der Produktion einsetzbar.

Module für durchgängig digitale Prozesse

Für die ganzheitliche Steuerung, Kontrolle und Dokumentation maschinenorientierter Serviceprozesse ist seit der EMO 2019 das Kundeportal myDMG Mori im Angebot. Innerhalb weniger Wochen hatten sich rund 4000 Kunden mit ihrem Maschinenpark registriert. Bis Ende des laufenden Jahres sollen es 20.000 User sein. Via myDMG Mori können Serviceanfragen auf Knopfdruck gestartet und versendet werden. Ein interaktives Anfrageformular soll Missverständnisse verhindern, spezifizierte Serviceanfragen und optional angehängte Fotos oder Videos erreichen den Serviceexperten ohne Umwege. Dabei ist die Funktionalität des Kundenportals nicht auf DMG Mori-Produkte beschränkt. Mit einem Upgrade auf die Wartungs- und Instandhaltungs-Plattform Werkbliq lässt sich das Leistungsspektrum für den gesamten Maschinenpark des Kunden erschließen.

Ebenfalls auf der EMO letzten Herbst angekündigt, feierte die Kooperation zwischen DMG Mori und dem amerikanischen Software-Anbieter Tulip in Pfronten Premiere. Die Kernidee dahinter: Manuelle Handlungsstränge beim Bedienen von Maschinen oder Montageprozessen werden über Tulip-Apps Schritt für Schritt visualisiert und mit relevanten Datenabfragen angereichert. Das System führt den Bediener durch jeden einzelnen Prozessschritt und erfasst dabei wichtige digitale Statusdaten. Den Kunden stehen repräsentative Anwendungsfälle in einer App-Bibliothek zur Verfügung. Zudem können sie über die No-Code-Plattform von Tulip ohne IT-Know-how und spezielle Programmierkenntnisse eigenständig Manufacturing-Apps erstellen. Damit will der Maschinenbauer vor allem kleinen und mittleren Kunden den Einstieg in die digitale Fertigung erleichtern.

Als weiteren Meilenstein auf dem Weg zu durchgängigen digitalen Services sieht DMG Mori die strategische Beteiligung am Softwareunternehmen up2parts. Das Ziel dabei: Insbesondere den Dienstleistern unter den Kunden mit einer KI-gestützten geometrischen Bauteilanalyse das Erstellen von Arbeitsplänen zu vereinfachen. Auf deren Grundlage lassen sich – quasi in Echtzeit – qualifizierte Preiskalkulationen für individuelle Bauteile erstellen.

Zu den Maschinen, die anlässlich der Hausausstellung ihre Premiere feierten, gehören das Horizontalbearbeitungszentrum DMC 65 H Monoblock und die 3D-Druckanlage Lasertec 30 Dual SLM. Das neue Flaggschiff im Pulverbettverfahren verfügt über ein hochpräzises Optikmodul mit zwei 600-W-Lasern, die gemeinsam ein Bauteil oder parallel mehrere Werkstücke aufbauen können. Die Produktivität steigt dadurch laut DMG Mori um bis zu 80 %. Die Anlage ermöglicht Aufbauraten von bis zu 90 cm3/h. Zudem sollen Anwender von einer Präzision profitieren, die über dem Industriestandard liegt. Der Bauraum der Anlage misst 300 mm x 300 mm x 300 mm.

Die DMC 65 H Monoblock vereint die Flexibilität und Ergonomie einer 5-Achsen Vertikalmaschine mit der Produktivität und Prozesssicherheit eines Horizontalbearbeitungszentrums. Die Maschine eignet sich insbesondere fürs prozesssichere Bearbeiten von Aerospace-Strukturbauteilen. Werkzeug- und Formenbauer profitieren von der Möglichkeit Bauteile direkt mit Tieflochbohrungen bis 550 mm auf einer Maschine zu bearbeiten. Durch die clevere Gestaltung des Arbeitsraums und den beidseitig gelagerten Schwenkrundtisch lassen sich sowohl hohe Spanntürme als auch 5-Achsen Bauteile mit bis zu 600 kg bearbeiten.

Eine weitere Neuheit war die Lasertec 400 Shape fürs Strukturieren von XL-Formen. Mittels neuster Hard- und Software ermöglicht sie das Texturieren von Werkstücken mit Abmessungen von bis zu 4000 mm x 2000 mm x 1000 mm, die maximal 20.000 kg wiegen dürfen. Dadurch erhalten Anwendern im Werkzeug- und Formenbau neue Möglichkeiten bei der Lasertexturierung anspruchsvoller und großer 3D-Formen etwa für den Automobilbau oder die Luft- und Raumfahrttechnik. Die Lasertec 400 Shape hat einen neu entwickelten, additiv gefertigten, schmalen Laserkopf. Dadurch bietet sie eine ssehr gute Bauteilzugänglichkeit auch bei schmalen und tiefen Formen.

Um die massiv steigende Nachfrage nach Automation befriedigen zu können, will DMG Mori künftig alle Maschinenmodelle mit entsprechenden Lösungen anbieten. Thönes erwartet hier ein schnelles Wachstum. Entsprechend demonstrierte ein Großteil der Pfrontener Exponate die Automatisierungskompetenz des Maschinenbauers.

Unter den Pfrontener Exponaten waren 15 Automationslösungen, etwa das PH Cell – ein modulares Automationskonzept für bis zu 40 Paletten – an einem DMU-65-Monoblock-Fräszentrum, eine DMC 90U Duoblock mit PH-AGV 50 sowie ein Dreh-Fräs-Zentrum des Typs CTX beta 1250 TC mit Robo2Go Vision.

Das PH-AGV 50 (Automated Guided Vehicle) ist ein autonomes System für die Paletten-Automation. Es bietet ein flexibles Layout mit freiem Zugang zur Maschine sowie ein intelligentes Sicherheitskonzept für die Kollaboration von Mensch und Maschine.

Der Robo2Go Vision ist eine Weiterentwicklung der flexiblen Roboterautomation. Er ermöglicht direktes Beladen mit Europaletten und kommt dank der neuen 3D-Kamera mit robuster Erkennung ohne spezifische Werkstückablagen aus – ein Umstapeln der Werkstücke entfällt somit.

Im Rahmen einer Pressekonferenz nannte Thönes auch einige vorläufige Zahlen zum Geschäftsverlauf des Vorjahres. Der Umsatz habe sich um +2 % auf 2.701,5 Mio Euro erhöht. Das EBIT stieg auf 221,7 Mio Euro, was einer EBIT-Marge von 8,2 % entspreche. Der Free Cashflow verbesserte sich um +9 % auf 168,8 Mio Euro. Der Manager sagte: „2019 war für uns – trotz eines schwierigen Marktumfelds – ein sehr erfolgreiches Jahr mit erneuten Rekordwerten. Während die Werkzeugmaschinenbranche zum Teil deutlich höhere Einbußen hinnehmen musste, entwickelte sich auch unser Auftragseingang besser und erreichte plangemäß 2.563,1 Millionen Euro.“

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