Finanzierung: Finanzieren im Werkzeugbau – Wie geht es richtig?

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Finanzierung

Finanzieren im Werkzeugbau – Wie geht es richtig?

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Um Projekte, Investitionen und Wachstum zu finanzieren, stehen dem Werkzeugbau neben klassischen Bankkrediten zahlreiche alternative Finanzierungsinstrumente offen. Ein spezifisch ausgewählter Mix ist die Voraussetzung für eine stabile Finanz- und Liquiditätsplanung.

Erfolg erfordert Wagnis – auch im Werkzeugbau. Für eine exzellente interne Wertschöpfung muss kontinuierlich, schnell und vor allem richtig investiert werden. Zudem stellen der Auf- und Ausbau des nationalen und internationalen Geschäfts, der Eintritt in neue Märkte sowie die Kollaboration mit Wertschöpfungspartnern erhöhte Anforderungen an robuste Geschäftsprozesse dar. Um langfristig international wettbewerbsfähig zu bleiben und den technologischen Vorsprung aufrechtzuerhalten, müssen Werkzeugbaubetriebe kontinuierlich Investitionen in neue Technologien tätigen. Zudem erfordert das komplexe Tagesgeschäft im Werkzeugbau eine Vorfinanzierung von Großprojekten sowie den Ausgleich von schwankenden Zahlungseingängen aus dem Projektgeschäft. Eine erfolgreiche Finanzierung von Projekten, Investitionen und Wachstum erfordert die Kenntnis über geeignete Finanzierungsinstrumente.
Interne wie auch externe Instrumente
Werkzeugbaubetriebe können eine hohe Wirtschaftlichkeit im Projektgeschäft sowie bei Investitionen erreichen, indem sie sowohl interne als auch externe Finanzierungsmöglichkeiten nutzen. Es existieren zahlreiche Instrumente, die sich hinsichtlich geforderter Rahmenbedingungen, Finanzierungsumfänge, Laufzeiten und Sicherheiten unterscheiden. Bevor Betriebe eine externe Finanzierung anstreben, sollten sie zunächst alle Potenziale der internen Finanzierung durch die Freisetzung liquider Mittel ausschöpfen. Das Projektgeschäft sowie notwendige Investitionen in neue Technologien lassen für die Werkzeugbaubranche jedoch zusätzliche Zahlungsströme entstehen, die häufig nur durch externe Finanzierungspartner abgefedert werden können.
Die gängigsten Finanzierungsformen im Werkzeugbau lassen sich nach ihrem Verwendungszweck in die fünf folgenden Felder unterteilen:
InnenfinanzierungDie Innenfinanzierung beschreibt die Freisetzung von finanziellen Mitteln aus dem eigenen Unternehmensvermögen sowie der Optimierung der Erträge oder der Kreditoren- beziehungsweise Debitorenlaufzeit ohne die Zufuhr von externen Finanzierungsmitteln. Dies sorgt für stabile und teilweise sogar steigende Eigenkapitalquoten. Zum einen steigt durch die Innenfinanzierung die Unabhängigkeit von externen Kapitalgebern, zum anderen fallen keine Finanzierungskosten in Form von Zinsen oder Gebühren an. Zudem wird die Bilanz nicht durch Verbindlichkeiten beeinflusst. Die Innenfinanzierung setzt jedoch ein ertragsstarkes Geschäftsmodell voraus, das ausreichend Erträge erwirtschaftet. Im Einzelnen zählen zu den Finanzierungsformen der Innenfinanzierung die Cashflow-Optimierung, die Umschichtungsfinanzierung sowie die Optimierung der Kreditoren- und Debitorenlaufzeit.
Finanzierung  von  Investitionsgütern Für die Finanzierung von Investitionsgütern ist der Werkzeugbau längst nicht mehr ausschließlich auf Eigenmittel oder altbewährte Finanzierungsformen wie den klassischen Bankkredit angewiesen. In den letzten Jahren hat das Leasing von Sachanlagen als alternative Finanzierungsform auch im Werkzeugbau an Bedeutung gewonnen. Beide Möglichkeiten, der klassische Bankkredit sowie das Leasing, eignen sich zur Finanzierung von Investitionsgütern wie beispielsweise dem Aufbau eines zusätzlichen Fertigungsstandorts, der nächsten Generation Werkzeugmaschine oder einer neuartigen Automatisierungslösung.
WachstumsfinanzierungDie richtige Wahl der Finanzierungsform ist insbesondere für die gezielte Unterstützung des Unternehmenswachstums von entscheidender Bedeutung. Die meisten gängigen Finanzierungsinstrumente weisen unterschiedliche Vor- und Nachteile auf. Die Eignung der jeweiligen Finanzierung hängt stark von den individuellen Gegebenheiten des Unternehmens ab. Neben den klassischen Bankkrediten gewinnen alternative Finanzierungsformen zunehmend an Bedeutung, darunter vor allem die Direktanlage von Investoren in einem Unternehmen. Immer mehr kleine und mittlere Firmen entdecken aber auch den Kapitalmarkt als eine für sie angemessene Finanzierungsmöglichkeit. Dementsprechend lässt sich Wachstum über Banken, Direktanleger, den Kapitalmarkt sowie über Fördermittel finanzieren.
Finanzierung von Aufträgen & Projekten Neben klassischen Bankkrediten bieten Hausbanken ebenfalls eine Auftrags- und Projektfinanzierung an. Der Werkzeugbau kann zur projektbezogenen Vorfinanzierung von Material- oder Wareneinkäufen und eventuell begleitenden Dienstleistungen ebenfalls auf diese Form der Finanzierung zurückgreifen. Insbesondere dann, wenn Teilzahlungen des Kunden nicht immer zum Stichtag auf dem Konto eingehen, stabilisiert diese Vorfinanzierung einzelner (Groß-)Projekte die Finanzlage. Dabei können kurzfristige Aufträge oder Werkzeugprojekte mit einem Mindestwert von 150 000 Euro mit bis zu 70 % des Auftragsvolumens vorfinanziert werden. Die Kosten einer Auftrags- oder Projektfinanzierung liegen in den meisten Fällen in ähnlicher Höhe beziehungsweise knapp über den Kosten eines Kontokorrentkredits. Die Finanzierungskosten sind von der Bonität des Werkzeugbaus sowie dem spezifischen Auftrag abhängig.
Working Capital-Finanzierung Working Capital-Management ist ein gerade in Deutschland eher vernachlässigter Optimierungsansatz zur Liquiditätsbeschaffung. Der Werkzeugbau kann damit im Umlaufvermögen gebundenes Kapital freisetzen und effektiver in Investitionen für ein nachhaltiges Wachstum einsetzen. Mit einer durchschnittlichen Working Capital-Quote von 26,9 % haben deutsche Werkzeugbaubetriebe hierbei erheblichen Nachholbedarf. Die Working Capital-Quote beschreibt den Teil des Umlaufvermögens, der langfristig finanziert ist. Dabei sind die Möglichkeiten des Working Capital-Managements vielfältig: Neben dem klassischen Bankkredit kann kurzfristige Liquidität – zum Beispiel mithilfe von (Reverse-)Factoring oder Finetrading – frühzeitig gesichert werden.
Um also Projekte, Investitionen und Wachstum zu finanzieren, stehen dem Werkzeugbau neben klassischen Bankkrediten etliche alternative Instrumente zur Verfügung. Eine universell gültige Finanzierungsformel gibt es aber nicht. Für jedes Unternehmen ist daher eine maßgeschneiderte, passgenaue Finanzierung notwendig. Ein spezifisch ausgewählter Finanzierungs-Mix der vorgestellten Finanzierungsinstrumente ist die Voraussetzung für eine stabile Finanz- und Liquiditätsplanung im Werkzeugbau.
Dr.-Ing. Wolfgang Boos, Geschäftsführer WBA Aachener Werkzeugbau Akademie, Dr.-Ing. Michael Salmen, Leiter Industrieberatung, Maximilian Stark, Gruppenleiter Industrieberatung, und Jens Helbig, Berater
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