Krantechnik: Abus eröffnet Verkaufs- und Schulungszentrum

Krantechnik

Abus eröffnet Verkaufs- und Schulungszentrum

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In seinem neuen, repräsentativen Gebäude mit dem schlichten Namen „Kranhaus“ empfängt und bewirtet der Kranhersteller Abus künftig seine Kunden und Gäste, die hier Lauf- und Leichtkrane mit verschiedenen Lasten selbst ausprobieren können.

Es war der Grieche Archimedes, der sich bereits in der Antike um wissenschaftliche Arbeiten rund um die Hebetechnik verdient gemacht hat. Kein Wunder führt die Archimedesstraße im oberbergischen Gummersbach direkt zum neuen Verkaufs- und Schulungszentrum der Abus Kransysteme GmbH im Gewerbepark Sonnenberg. Auf den schlichten Namen „Kranhaus“ hat der Hallenkranhersteller Abus sein neues Ausstellungs- und Seminarzentrum getauft. In dem Gebäudekomplex, das im 2016 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht wurde, will der Kranbauer zukünftig seine Kunden empfangen, Produkte präsentieren und Schulungen durchführen.

In der Kranhalle zeigen die Spezialisten auf rund 1600 m²zwei Dutzend voll funktionsfähige Lauf- und Leichtkrananlagen, an denen Kunden und Interessierte das Portfolio von Abus selbst erleben können. Im 800 m² großen Technik-Bereich werden einzelne Bestandteile der Krantechnik anschaulich präsentiert. Hier können die Besucher zum Beispiel einen Kastenträger von innen begehen, in einem Fahrkorb an einem Fahrwerksträger fahren oder den 120-Tonnen-Seilzug GM 7000 selber steuern. Das Highlight des Hauses mit seinen vier Etagen in offener Galeriebauart aber ist der begehbare Zweiträgerlaufkran, auf dem die Gäste in 8 m Höhe mitfahren und so das Fahrverhalten des Krans hautnah erleben können. Der Kranträger dient dabei auch als Übergang von der Kranhalle zu den Besprechungs- und Aufenthaltsräumen und dem Gastronomiebereich.

In diesem repräsentativen Gebäude will der Kranhersteller künftig auch seine Bestandskunden empfangen. In der oberen Etage wurde die sogenannte Kranwerkstatt eingerichtet, ein neues Schulungszentrum für Seminare zur Instandhaltung, Prüfung und Montage von Abus-Kranen. In zwei Werkstatträumen können hier theoretische und praktische Grundlagen für Instandhalter und Servicefachleute gelegt werden. Für Arbeiten an Antrieben und Hubwerken stehen Arbeitsinseln zur Verfügung. Einstellungen und Verdrahtungen lassen sich an mehreren voll funktionsfähigen Kranen mit ebenerdig zugänglicher Zentralelektrik vornehmen. Zum Austausch und für Pausen stehen die Kranwerkstatt-Lounge und eine Dachterrasse zur Verfügung.

An das Kranhaus schließen zwei ebenfalls neu errichtete Bürogebäude an, die Platz für mehr als 300 Abus-Mitarbeiter bieten. In moderner Open-Office-Architektur arbeiten hier auf 7100 m² nahezu alle Verwaltungsbereiche, die für die Auftragsabwicklung benötigt werden. Das Spektrum reicht vom Vertrieb über die Technik bis hin zur Montageplanung inklusive Service und Ersatzteilverkauf. Das gastronomische Angebot des Betriebsrestaurants ist nicht nur für die Kunden und Gäste gedacht, sondern steht auch den Mitarbeitern zur Verfügung. Das Gelände wurde zuletzt 2010 erweitert und hat heute eine Fläche von 20 Hektar. Seit 2011 bauen die Spezialisten aus Gummersbach an diesem Standort schwere Laufkrane. Für zusätzliche Verwaltungsbereiche und Produktionsstätten stehen noch Geländebereiche zur weiteren Expansion zur Verfügung.

Neben Kunden und Interessierten will der Kranbauer in Zukunft zusätzliche Zielgruppen ansprechen und im Kranhaus willkommen heißen. Dazu gehören Fachleute aus dem Industriebau und der Intralogistik. Aber auch Fach- und Kompetenztagungen der firmennahen Branchen, Schüler- und Studententage sowie Tage der offenen Tür sind angedacht, um so das Unternehmen in seiner ganzen Breite zu präsentieren. (ub)


Die Last hängt fast ohne Eigenbewegung am Haken

Die neue Steuerungsgeneration von Abus heißt ABUControl. Mit dem modularen System lassen sich alle Kranparameter bequem per Laptop oder Tablet vornehmen. Ein echtes Highlight der neuen Entwicklung aber ist die sogenannte Pendeldämpfung, die ungewollte Bewegungen der Last verhindert. Die Technik basiert auf mathematischen Algorithmen und nutzt dabei aktuelle Messwerte wie Geschwindigkeit und Höhe der Haken. Kran und Katze werden so abgebremst und beschleunigt, dass die Fahrbewegung dem trägheitsbasierten Lastpendeln entgegenwirkt und die Last nahezu ohne Eigenbewegung am Haken hängt. Vor allem Kranführern, die nur gelegentlich mit dem Lasttransport zu tun haben, verspricht das System zusätzliche Sicherheit.

Über die komfortable Softwareoberfläche KranOS lässt sich die neue Steuerung an die Bedürfnisse des Bedieners anpassen. Der loggt sich vom Boden aus drahtlos per WLAN am Kran ein und kann auf dem Bildschirm Einstellungen für Fahrantriebe, Hubwerke und sämtliche Sonderfunktionen vornehmen. Auf diese Weise lassen sich für alle Antriebe die Bewegungsprofile individuell auswählen und einstellen. Der Nutzer bestimmt, ob der Kran stufenlos beschleunigt und bremst oder sich in der traditionellen zweistufigen Weise bewegt. Auch die minimale und maximale Geschwindigkeit wird auf diese Weise festgelegt. So kann ein neuer Kran einfach an die Bestandsanlagen angepasst werden und dem Kranführer fällt der Wechsel von einem Hebezeug zum anderen leichter.

Die neue Kransteuerung hat viele Features serienmäßig an Bord. So sind zum Beispiel alle Achsen über Frequenzumrichter gesteuert. Bei mehreren Seilzügen pro Kran ist eine Gleichlaufregelung der Katzen und der Hubwerke direkt dabei. Auch aufwendige Hallenprofile lassen sich in der Auslegung berücksichtigen. Dabei werden Hindernisse und Störkanten eines Gebäudes in der Kransteuerung abgebildet, wodurch Geschwindigkeiten und Hakenhöhen für alle Segmente festgelegt sind. Möglich wird diese aufwendige Regelung durch eine intelligente und vernetzte Kranelektrik. Im Seilzug ist eine zentrale Recheneinheit verbaut, die digital mit den Frequenzumrichtern und weiteren Modulen verbunden ist. Drehgeber an den Seiltrommeln liefern dem System die genaue Position des Lasthakens und Lasersensoren melden dem Prozessor den Abstand zweier Katzen zueinander. Trotz all dieser Finessen bleibt die Steuerung für den Servicetechniker beherrschbar. Schaltkreise und Leitungspfade lassen sich weiterhin mit dem Schaltplan nachvollziehen und die Schaltzustände einzelner Signale können gezielt gemessen und visualisiert werden.

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