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VDMA bestätigt Wachstumsprognose

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VDMA bestätigt Wachstumsprognose

Im Januar stieg die Produktion des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus um 5,6 % zum Vorjahresvergleich. Das ist laut VDMA ein guter aber auch nötiger Start ins Jahr. Bild: DMG Mori
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Die Maschinenbauindustrie beflügelt den industriellen Fortschritt. Der Branchenverband VDMA bestätigte im Rahmen der Hannover Messe seine Wachstumsprognose von 3 % für das laufende Jahr.

„Trotz aller politischer Unsicherheiten bestätigen wir unsere Wachstumsprognose für 2014 von plus drei Prozent“, erklärte Dr. Reinhold Festge auf der Pressekonferenz des VDMA (Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) anlässlich der Hannover Messe 2014. Die Produktion in Deutschland stieg im Januar um 5,6 % zum Vorjahresvergleich. Das sei an sich ein guter Start. „Den brauchen wir aber auch, denn unsere Produktionskapazitäten waren im Schnitt mit 84,4 Prozent nicht gut ausgelastet“, berichtete der VDMA-Präsident. Trotzdem liege die Zahl der Beschäftigten unverändert bei 993 000 Personen. „Wir brauchen also positive Wachstumsraten für die deutsche Produktion in den kommenden Monaten.“

In den ersten beiden Monaten des Jahres hat sich der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau mit plus ein Prozent gegenüber dem Vorjahr nur moderat positiv entwickelt. Die Nachfrage aus dem Inland verfehlte das Vorjahresniveau um 2 %. Die Auslandsorders stiegen immerhin um 2 %. „Doch ein Aufschwung sieht anders aus“, so der VDMA-Präsident. Während die Belastungen in Folge der Euro-Schuldenkrise zurückgingen, lasse die Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern nach wie vor deutlich zu wünschen übrig. Dort, wo das Exportgeschäft noch laufe, werde die Freude nicht selten getrübt durch die Euroaufwertung. „Zudem können wir nicht die Augen davor verschließen, dass die Geschäfts- und damit auch Prognoserisiken in den letzten Wochen eher zu- als abgenommen haben“, betonte Festge.
2013 lag der Umsatz der Branche bei 206 Mrd. Euro (2012: 207 Mrd. Euro). Die Exporte lagen mit 149 Mrd. Euro so hoch wie 2012. Die Importe lagen bei fast 55,8 Mrd. Euro, was einem Minus von 0,7 % zum Vorjahr (56,2 Mrd. Euro) entspricht. Der VDMA-Präsident betonte, dass die Einfuhr aus den Euro-Partnerländern um 1,1 % zulegen konnte, während die gesamten deutschen Importe von Maschinen und Anlagen ihr Vorjahresniveau um 0,7 % knapp verfehlt haben. Die Einfuhr aus den EU-27-Partnerländern stieg sogar um 1,7 % auf 34 Mrd. Euro. „Konkret: Wir sind für 16 von 27 EU-Partnerländern der größte Auslandsmarkt für Maschinenbauerzeugnisse. Insgesamt decken die EU-Partnerländer etwa 62 Prozent der gesamten Maschinenimporte Deutschlands ab. Deutschland ist daher bei den Importen entscheidender Konjunkturtreiber für den Maschinenbaumarkt der EU-Partnerländer. Das sollte bei der Diskussion um den deutschen Leistungsbilanzüberschuss, der ohne Frage entscheidend auch auf dem Maschinenbau beruht, gesehen werden. Deutschland zieht die Partnerländer als Konjunkturmotor mit.“ Die Importe aus Italien liegen bei 5,6 Mrd. Euro, gefolgt von Frankreich mit 4,3 Mrd. Euro, Österreich mit 3,6 Mrd. Euro, Tschechien mit 3,1 Mrd. Euro und den Niederlanden mit 2,4 Mrd. Euro.
Die Niederlande, Partnerland der Hannover Messe, sind mit einem Exportanteil von 5,2 Mrd. Euro achtgrößter Auslandskunde der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer. Fördertechnik, Präzisionswerkzeuge, Armaturen, Allgemeine Lufttechnik, Antriebstechnik, Land-technik sowie Bau- und Baustoffmaschinen sind hier mit Lieferanteilen von über 6 % an der gesamten Maschinenausfuhr in die Niederlande die wichtigsten Fachzweige. Eine ebenso bedeutende Rolle spielt das Land bei den Importen von Maschinen und Anlagen. Hier steht es an neunter Stelle. Das Volumen von über 2,4 Mrd. Euro steht für 4,4 % der gesamten deutschen Maschinenimporte. Nach ersten Berechnungen der VDMA-Volkswirte wurden 2013 weltweit Maschinen und Anlagen im Wert von 2225 Mrd. Euro produziert. Damit wurde der Vorjahreswert von 2230 Mrd. Euro knapp verfehlt. Deutschland ist mit 246 Mrd. Euro Umsatz und einem Anteil von 11 % drittgrößtes Herstellungsland. Mit einem Umsatzwert von 766 Mrd. Euro hat China einen überragenden Weltanteil von 34 %. Die USA folgen mit 326 Mrd. Euro auf Platz zwei, Japan auf Platz vier mit 193 Mrd. Euro.
Die ersten 100 Tage der großen Koalition bewertet der VDMA eher kritisch. Die Erfolge der Agenda 2010 werden zurück gedreht. Eine Rentenpolitik aus dem letzten Jahrhundert sei nicht geeignet als Motivationsprogramm für unternehmerische Zukunftsinvestionen. „Wo gibt es eigentlich den Ruck, einen großen Wurf für Innovationen und Investitionen in Deutschland?“, fragen sich die Maschinenbauer. Denn auch den deutschen Politikern müsste bekannt sein, dass die Unternehmen gegenwärtig im Zuge der Internationalisierung das „Wo“ jeder Investition genauestens überprüfen. „Ganz konkret warten wir immer noch darauf, dass die Politik ihr Versprechen umsetzt und Innovationen – gerade im industriellen Mittelstand – durch steuerliche Forschungs-förderung flankiert. Auch sollte die degressive Abschreibung von Investitionen wieder unbefristet eingeführt werden. Dies würde maßgeblich dazu beitragen, unser Land insgesamt zukunftsfest zu machen und uns nicht an der wirtschaftlichen Zukunft der kommenden Generation zu vergreifen.“ Die Energiewende könne technologisch gelingen, betont der VDMA, denn insgesamt sei sie eine große Chance für den Maschinenbau und für das Gütesiegel German Engineering. Positiv bewertet der VDMA auch die Einbeziehung des energieintensiven Mittelstandes in die Ausnahmetatbestände des EEG. Dies helfe, die für die deutsche Industrie so entscheidenden Wertschöpfungsketten zu erhalten. „Der wunde Punkt der EEG-Reform ist aber, dass die Möglichkeiten der Energieeffizienz sträflich vernachlässigt werden“, sagte der VDMA-Präsident. Studien zufolge könnten allein mit Effizienzmaßnahmen im Stromsektor bis zu 28 Mrd. Euro bis 2050 eingespart werden.
Die aktuelle Studie des VDMA zur Produkt- und Markenpiraterie, die der Verband alle zwei Jahre durchführt, schätzt den Umsatzverlust, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2013 durch Produktpiraterie entstanden ist, auf 7,9 Mrd. Euro. Ein Umsatz in dieser Schadenhöhe würde der Maschinenbauindustrie knapp 38 000 Arbeitsplätze sichern. VDMA-weit sind 71 % der Maschinen- und Anlagenbauer betroffen, ein neuer Rekordwert. Mit über 90 % sind Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen tangiert, gefolgt von Textilmaschinen und Landtechnikherstellern. Auch wenn die Volksrepublik China weiterhin unangefochtener Plagiatsweltmeister ist – fast Dreiviertel der Unternehmen gaben China als Ursprungsland der Fälschungen an – gibt es einen stetig wachsenden Teil von Plagiaten aus Deutschland. Knapp ein Viertel der Unternehmen zeigte mit dem Finger auch auf deutsche Wettbewerber.
Aufgrund des wachsenden Know-how-Diebstahls werde der Verband am Montag auf der Hannover Messe eine Kooperationsvereinbarung mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, unterzeichnen. Ziel sei es, das Bundesamt für Verfassungsschutz als vertrauensvollen Kontaktpartner für die VDMA-Mitglieder zum Schutz des Know-hows zu etablieren.
Die deutschen Maschinenbauer beflügeln seit Jahren weltweit den industriellen Fortschritt. Industrie 4.0 aus Sicht der produzierenden Industrie, das zeigen auch die in Hannover auf der Tour Industrie 4.0 zu sehenden „next steps“. Große Zukunftschancen sehen die Maschinenbauer auch beim Thema Mobilitec – Elektromobilität im Einsatz“. Highlight ist die Vorstellung des Projektes „Modulares Multi-Use-Batteriesystem“, bei dem es um die Definition eines industriellen Standards für Hochleistungsbatterien im mobilen und stationären Bereich geht. •
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