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Mobile Arbeitskabinen vereinen digitale Arbeitswelten mit der Fertigung

Arbeitsschutz
Schallgedämmte Arbeitskabinen im Lärm der Fertigung

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Maschinen und Anlagen werden immer smarter und sind zunehmend vernetzt. Lärm machen sie aber nach wie vor. Das ist ein Problem für Mitarbeiter, die sich regelmäßig vor Ort um die Steuerung der komplexen Anlagen kümmern. Abhilfe schaffen mobile, schallgedämmte Arbeitskabinen, die sich auch für andere Aufgaben nutzen lassen.

» Uwe Schoppen, Redakteur Industrieanzeiger

Im Zuge von Industrie 4.0 sind die klassischen Fabrikhallen zunehmend vom Datenmanagement und digitalisierten Fertigungsprozessen bestimmt. Produktionslärm einerseits und die notwendige, physische Präsenz von Mitarbeitern für Steuerung, Monitoring, Predictive Maintenance und Analyse der entstehenden Daten andererseits sind die neue Herausforderung im Zeitalter der Digitalisierung. Dafür müssen im wahrsten Sinne des Wortes „Räume“ geschaffen werden, in denen ein effektives, konzentriertes Arbeiten in angenehmer Atmosphäre möglich ist. Diese Lücke will das Frankfurter Unternehmen Officebricks mit einem neuen Konzept schließen – der „Shopfloor Box“. Dabei handelt es sich konkret um mobile und flexible Schallschutzkabinen für den Einsatz im industriellen Umfeld.

„Ausgangspunkt für die Entwicklung unserer sechs verschiedenen Kabinenmodelle in unterschiedlichen Größen war der Faktor Mensch“, sagt Dr. Peter Smeets, Gründer und Geschäftsführer von Officebricks. „Denn wir glauben, dass der Arbeitsplatz 4.0 nur funktionieren kann, wenn sich Mitarbeiter wohl fühlen und bedarfsgerecht in einer digitalen Umgebung arbeiten und gleichzeitig von der Digitalisierung profitieren können.“ Die Spezialisten aus Frankfurt vertreiben bereits seit 2017 europaweit sogenannte Raum-in-Raum-Systeme für Büroumgebungen, was zugleich die Idee hinter dem neuen Kabinenkonzept für die Produktion ist.

In den Arbeitskabinen kreativ arbeiten

Die in dieser Form einmaligen und mobil einsetzbaren Arbeitsorte lassen sich flexibel in unterschiedliche Fertigungsbereiche integrieren. Sie berücksichtigen dabei alle Anforderungen einer digitalen Produktionsumgebung. Die Mitarbeiter können in den Arbeitskabinen nicht nur Analysen in Echtzeit durchführen, sondern grundsätzlich kreativ arbeiten, lernen und Konzepte entwickeln. Die ersten Teststellungen sind bereits in der Umsetzung. Die Box ist schallgedämmt und mit einem Mediaboard ausgestattet. Damit lassen sich Bildschirme und Netzwerkoptionen als zentrale Elemente integrieren. Auf diese Weise werden die Arbeitskabinen zu digitalen Schnittstellen und ermöglichen eine Live-Auswertung von Maschinendaten, aber auch Videokonferenzen und E-Learning.

Die Shopfloor Box ist modular aufgebaut. Die einzelnen Module werden ohne Bohren, Kleben und Schrauben einfach zusammengesteckt. So lassen sich die Kabinen ohne großen Aufwand von einem Einsatzort zum nächsten transportieren und sind sofort einsatzbereit nach dem Prinzip einstecken und loslegen.

„Bei aller Digitalisierung und Automation ist der Mensch immer noch der entscheidende Baustein in der Produktion“, betont Sabine Schiller, Gründerin und Geschäftsführerin von Officebricks. „Deswegen bedienen unsere Arbeitskabinen ein breites Anwendungsfeld.“ Hierzu gehört laut Schiller zum Beispiel die ungestörte Auswertung, Steuerung und Programmierung der Produktionssoftware. Aber es sind auch Besprechungen in unmittelbarer Nähe zur Fertigung ohne Lärmbeschränkungen möglich. Und schließlich seien die Räume zum E-Learning für Maschinenverantwortliche gedacht.

Die sechs Kabinenmodelle, die die Frankfurter im Programm haben, bedienen verschiedene Größenanforderungen. Diese reichen von der Einzelnutzung bis zu Co-Working und Teamarbeit. „Ganz grundsätzlich beobachten wir, dass die Grenzen zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen verwischen“, sagt Sabine Schiller. „Die hybride Arbeitswelt wird Realität und wir erwarten künftig eine noch engere räumliche Integration.“ Arbeit wie in einer klassischen Büroumgebung und die industrielle Produktion wachsen nach Ansicht der Geschäftsführerin zusammen. Und dafür seien spezielle Lösungen notwendig.

Ergänzend zu den verschiedenen Größen- und Ausstattungsvarianten gibt es die Boxen auch in einer speziellen Covid-19-Schutz-Ausführung. In so einer Kabine lassen sich Vieraugengespräche durchführen ohne die Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus. Das System ist ein schallgedämmter Meetingraum mit einer Trennscheibe aus Plexiglas und zwei Eintrittstüren. Die beiden Einzelplätze verfügen jeweils über ein eigenes Lüftungssystem. Mehr Infos zu dieser speziellen Lösung finden Sie im Kasten.

Doch wie funktionieren die mobilen Kabinen im praktischen Einsatz? Die Firma Heraeus mit Sitz in Hanau hat seit Ende letzten Jahres eine Box in der Werkshalle für Metallverarbeitung im Test. Das Technologieunternehmen ist ein deutscher Hidden Champion mit rund 15.000 Mitarbeitern. Zum Portfolio gehören Produkte für verschiedene Branchen wie Stahl, Elektronik, Automotive und Telekommunikation.

In der Fertigung für Komponenten für die Medizintechnik werden Edelmetalle verarbeitet. Die Bauteile sind teilweise so klein, dass die Qualitätskontrolle unter dem Mikroskop stattfindet. Entsprechend sind auch die CNC-Fräsen und Drehbänke Miniaturausgaben von konventionellen Maschinen. Das heißt aber nicht, dass sie leiser sind. Im Gegenteil, die Lärmbelastung ist erheblich. Der Pegel liegt in diesem Fertigungsbereich zwischen 80 und 85 dB und ist damit der höchste von allen Produktionsstätten. Aus gutem Grund kommt die Kabinenvariante „Agile“ genau in dieser ungemütlichen Umgebung zum Einsatz. Die Hanauer wollen wissen, was geht.

Auch die kleinste Arbeitskabine bietet kompletten Schallschutz

Wie alle Systeme im Programm von Officebricks bietet auch diese kleinste Kabine einen kompletten Schallschutz. Selbst bei einer Lärmbelastung von maximal 95 dB im Außenraum können in der Box Gespräche in normaler Lautstärke geführt werden. Die Mitarbeiter bei Heraeus nutzen das Modell für die schnelle Abstimmung mit anderen Abteilungen, sprich zum Telefonieren, für Skype-Konferenzen oder um einfach ungestört am Laptop zu arbeiten. Für diese Arbeiten stehen Schuko-Steckdose, LAN-Verbindung und USB-Anschluss bereit.

Dank einer großen Glastür und einem Fenster befinden sich die Mitarbeiter in einem abgeschirmten und dennoch offenen Raum. Eine integrierte Lüftung hält auch den leichten Öl-Nebel in der Halle fern. „Die Kabine schafft inmitten einer von Lärm geprägten Umgebung einen Platz, an dem sich Mitarbeiter konzentrieren und fokussieren können“, versichert Arnd Zettler, Produktionsleiter bei Heraeus. „Unter solchen Bedingungen lassen sich wichtige Entscheidungen leichter treffen.“ Durch den neuen Raum haben sich für die Kollegen auch die Wege verkürzt. „Die Mitarbeiter sparen Zeit und die Prozesse können stressfrei beschleunigt werden“, freut sich Zettler.

Das Fazit von Heraeus fällt nach den ersten Monaten positiv aus. „Der Schallschutz ist hervorragend“, betont Stefan Dahlhaus, SVP Operations HMC in Hanau. „Der Unterschied zu den herkömmlichen Besprechungskabinen aus der Büroumgebung ist riesig und die müssen es nicht mit 60 Dezibel aufnehmen.“ Der Test ist bislang erfolgreich verlaufen und die Akzeptanz bei den Mitarbeitern ist groß. Deswegen könnten schon bald weitere Boxen in anderen Produktionsbereichen stehen.

Die Boxen von Officebricks sind die Antwort auf neue Arbeitsmodelle in und um die Produktion. Die mobilen Lösungen reichen dabei vom Modell „Agile“ über Zwei-Mann Büros bis hin zum Meetingraum. „Die Industrie wird stetig weiter automatisiert und digitalisiert“, so Dr. Peter Smeets. „Der Mensch nimmt in diesem Gefüge eine neue Rolle ein, die sich auch räumlich in neuen Konzepten niederschlagen muss.“ Es müsse, so Smeets, auch inmitten der Produktion sicher gearbeitet werden können, auch im Sinne des Arbeitsschutzes. Daneben sei aber auch der Wohlfühlfaktor wichtig. „Nur so kann Industrie 4.0 funktionieren“, ist sich Smeets sicher.

www.officebricks.de

Kontakt:

Officebricks GmbH
Bornheimer Landstraße 54
60316 Frankfurt/Main
Tel.: +49 069–90500829
info@officebricks.de
www.officebricks.de


Zusatznutzen

Schallgedämmte Arbeitskabinen halten nicht nur den Lärm fern, sondern schützen auch vor feinem Ölnebel in der Halle und verkürzen die Laufwege der Mitarbeiter.


Getrennt durch eine Glasscheibe und mit getrennten Lüftungssystemen ausgestattet können sich zwei Mitarbeiter in der speziellen Shield-Unit ohne Ansteckungsgefahr unterhalten.
Bild: Officebricks

Social Distancing in der Industriehalle

Wer im Büro arbeitet, ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie meist ins Homeoffice umgezogen. Doch welche Konzepte gibt es für die Fertigungs- und Montagehallen? Wie können die Werksmitarbeiter bei der Kommunikation besser geschützt werden? Welche Maßnahmen gehen über die Corona-Basisregeln und die Hygienestandards hinaus? Die Antwort auf diese Fragen liefert der Hersteller Officebricks mit seiner Shopfloor Box. Mit den Kabinen lassen sich nicht nur mobile Computerarbeitsplätze in der Industriehalle bereitstellen, sondern sie bieten auch abgeschlossene Räume und den nötigen Abstand in Pandemiezeiten.

Speziell für Meetings wurde jetzt ein besonderes Covid-19-Modell entwickelt. Durch eine Trennscheibe aus Plexiglas, zwei Eintrittstüren und getrennte Lüftungssysteme pro Einzelplatz bietet die sogenannte „Shield-Unit“ nicht nur Ruhe, sondern vor allem Infektionsschutz. Dank des simplen Bauprinzips kann die Box, die auf dem Modell „Management“ basiert, bei Bedarf einfach wieder zurückgebaut werden. Die zweite Tür wird in ein Fenster verwandelt und die Trennscheibe zwischen den Arbeitsplätzen kann unkompliziert herausgenommen werden. So dient die Kabine wieder als Meetingraum für zwei bis vier Personen und bietet dann auch den entsprechenden Platz für Tisch und Stühle. Sollte erneut ein Arbeiten mit getrennten Luftsystemen nötig werden, lassen sich die Schutzelemente schnell einsetzen und die Box wird wieder zur Shield-Unit.

Durch dieses einfache Prinzip schaffen die Module in der Pandemie getrennt belüftete Büros unter Einhaltung der Hygieneregeln. „In Zeiten von Corona hängt die Gesundheit einer ganzen Belegschaft an einem sinnvollen Raum- und Lüftungskonzept. Variable Module bieten dabei eine Lösung, die auch in normalen Zeiten viele Vorteile hat und den weiteren Ausbau der Industrie 4.0 unterstützt“, sagt Dr. Peter Smeets, Geschäftsführer von Officebricks.

Die einzelnen Module werden ohne Bohren, Kleben und Schrauben zusammengesteckt und sind sofort funktionsfähig. Die vier kleineren Kabinen-Varianten lassen sich optional mit Rollen ausstatten und können so besonders leicht verschoben werden. Dank fester Einrichtungselemente wie Arbeitsfläche und Sitzplatz, optional mit Mediaboard, lassen sich die Modelle von verschiedenen Mitarbeitern variabel nutzen. Das eher schlichte Innenraumkonzept hat in Zeiten von Corona den Vorteil, dass alles nach der Nutzung schnell desinfiziert werden kann.


Bild: Officebricks

Erfolgreicher Einsatz beim Metallverarbeiter Heraeus

Das Technologieunternehmen Heraeus hat seit Ende letzten Jahres eine mobile Arbeitskabine in der Werkshalle für Metallverarbeitung stehen. Der Hidden Champion mit Sitz in Hanau bedient mit seinen Produkten viele Branchen, unter anderem Stahl, Automotive und Elektronik. Die Box mit der Bezeichnung „Agile“ steht in der Fertigung für medizintechnische Komponenten. Der Komponenten, die hier entstehen sind sehr klein. Auch die Maschinen, auf denen sie hergestellt werden, sind eher Miniaturausgaben von gewöhnlichen Anlagen. Das heißt aber nicht, dass sie leiser arbeiten. Im Gegenteil. Die Hanauer wollten mit diesem Einsatzort die Grenzen der Arbeitskabine ausloten. Bis zu 85 dB ist der Lärmpegel in diesem besonderen Produktionsbereich.

Das System wurde von der Belegschaft angenommen und hat sich mittlerweile unter realen Bedingungen bewährt. In der Box sind die Mitarbeiter nicht nur vor dem Lärm geschützt. Eine integrierte Lüftung sorgt dafür, dass sie von dem feinen Öl-Nebel in der Halle nichts mitbekommen.


Uwe SchoppenRedakteur Industrieanzeiger
Bild: Tom Oettle

Das Büro in der Werkhalle

Hier geht es um geistige Arbeit mitten im Lärm der Fertigung, also um ein Unding. Aber genau das passiert jeden Tag in unzähligen Betrieben. Techniker müssen Anlagen warten, sich in der Produktion besprechen, wichtige Entscheidungen im Krawall der Maschinen treffen. Klar, dass dabei Fehler passieren. In diesem Beitrag lesen Sie aber auch, wie man es besser machen kann, nämlich mit schallgedämmten Kabinen. Und glauben Sie mir: Die Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

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